Abo
  • IT-Karriere:

Tiefe Temperaturen brauchen viel Strom

In der Pressekonferenz sollte auch demonstriert werden, wie die Anwendung des Computers in der Praxis einmal funktionieren soll. Der Chip muss im Betrieb auf 15 Millikelvin abgekühlt werden, eine Temperatur, neben der die 4 Kelvin von flüssigem Helium oder 77 Kelvin von flüssigem Stickstoff regelrecht heiß wirken. Die dafür nötige Kryotechnik und der Server, mit dem die Anlage gesteuert wird, machen den Hauptteil der Anlage aus und sind auch für den hohen Stromverbrauch von etwa 25 Kilowatt verantwortlich.

Stellenmarkt
  1. ISSENDORFF KG, Laatzen
  2. Auswärtiges Amt, Berlin

Von der gesamten Anlage war auf der Cebit nicht mehr als ein Foto zu sehen. Ein funktionierender Computer soll aber in den USA gestanden haben, zu dem zur Demonstration der Rechenleistung mit einem Terminal Verbindung aufgenommen wurde. Nach einigen Sekunden zeigte das Terminal ein Ergebnis an, das die bestmögliche Verbindung für ein Taxi in Beijing enthielt und auf einem anderen Display grafisch veranschaulicht wurde. Nach Aussage der Firma soll die Lösung je nach genauer Problemstellung höchstes fünf Sekunden brauchen. Auf einem herkömmlichen Rechner soll die gleiche Berechnung etwa eine halbe Stunde in Anspruch nehmen.

D-Wave hat noch keine Vorteile beim Stromverbrauch

Erst auf Nachfrage sagte der Unternehmenssprecher, dass es sich bei dem Vergleichscomputer um ein nicht näher spezifiziertes Macbook Pro gehandelt habe. In einem ausliegenden Prospekt wird der D-Wave 2000Q dagegen mit einem "traditionellen Supercomputer" mit einem Stromverbrauch von 2.500 Kilowatt verglichen. Das Macbook Pro hat dagegen einen Stromverbrauch in der Größenordnung von 0,025 Kilowatt. Die Lösung solcher Probleme profitiert außerdem sehr von stark parallelisierten Berechnungen, die typischerweise mit GPU-Unterstützung durchgeführt werden.

Laut einer anderen Studie soll D-Wave bei ähnlichen Problemen um einen Faktor 30 schneller sein als ein Intel Xeon E5-2643 v3 (sechs Kerne mit 3,4 GHz und 135W TDP) mit einer Geforce GTX 1080 (1,6 GHz und 180W TDP). Ein großer Teil der Rechenzeit wird dabei von der Programmierzeit eingenommen, also die Vorbereitung des Chips zur Berechnung des Problems. Ohne diese Zeit soll D-Wave um einen Faktor 2.000 schneller sein. Bei komplexeren Problemen soll die Programmierzeit aber einen viel kleineren Anteil im Vergleich zur Berechnung ausmachen. Berechnungen solcher Probleme wurden aber von D-Wave bisher nicht durchgeführt.

Von einer Revolution in der Computertechnik ist D-Wave noch weit entfernt. Einige Fachleute zweifeln sogar an, dass der D-Wave 2000Q überhaupt in der Lage ist, eine fundamental bessere Rechenleistung als klassische Computer zu erreichen. In Kooperation mit Volkswagen wird D-Wave genug Gelegenheiten haben, die Fähigkeiten seiner Rechenmaschine unter Beweis zu stellen - und die Kritiker vielleicht zum Schweigen zu bringen.

 D-Wave: Quantencomputer oder Computer mit Quanteneffekten?
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 44,99€
  2. 34,99€
  3. 229,00€
  4. 4,19€

led02 30. Mär 2017

Ja, das tut es. Allerdings könnte man die Randbedingungen auch versuchen anders zu...

Salziger 25. Mär 2017

Also man kann diese 25 Millikelvin (0,025K ~ -273,125°C) im Labor recht gut erreichen...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Thinkbook 13s - Test

Das Thinkbook wirkt wie eine Mischung aus teurem Thinkpad und preiswerterem Ideapad. Das klasse Gehäuse und die sehr gute Tastatur zeigen Qualität, das Display und die Akkulaufzeit sind die Punkte, bei denen gespart wurde.

Lenovo Thinkbook 13s - Test Video aufrufen
Astronomie: K2-18b ist weder eine zweite Erde noch super
Astronomie
K2-18b ist weder eine zweite Erde noch super

Die Realität sieht anders aus, als manche Überschrift vermuten lässt. Die neue Entdeckung von Wasser auf einem Exoplaneten deutet nicht auf Leben hin, dafür aber auf Probleme im Wissenschaftsbetrieb.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Interview Heino Falcke "Wir machen Wettermodelle für schwarze Löcher"

Geothermie: Wer auf dem Vulkan wohnt, muss nicht so tief bohren
Geothermie
Wer auf dem Vulkan wohnt, muss nicht so tief bohren

Die hohen Erwartungen haben Geothermie-Kraftwerke bisher nicht erfüllt. Weltweit setzen trotzdem immer mehr Länder auf die Wärme aus der Tiefe - nicht alle haben es dabei leicht.
Ein Bericht von Jan Oliver Löfken

  1. Nachhaltigkeit Jute im Plastik
  2. Nachhaltigkeit Bauen fürs Klima
  3. Autos Elektro, Brennstoffzelle oder Diesel?

Hue Sync: Hue-Effektbeleuchtung dank HDMI-Splitter einfacher nutzbar
Hue Sync
Hue-Effektbeleuchtung dank HDMI-Splitter einfacher nutzbar

Mit Hue Sync können Philips-Hue-Nutzer ihre Lampen passend zu Filmen oder Musik aufleuchten lassen - bisher aber nur recht umständlich über einen PC. Die neue Play HDMI Sync Box ist ein Splitter mit eingebautem Hue-Sync-Controller, an den einfach Konsolen oder Blu-ray-Player angeschlossen werden können.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Signify Kleiner Schalter und Steckdose für Philips Hue
  2. Smart Home Philips-Hue-Leuchtmittel mit Bluetooth
  3. Smart Home Philips Hue mit Außenbewegungsmelder und neuen Außenlampen

    •  /