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D João II: Portugal baut Europas ersten Drohnenträger zur See

Für 132 Millionen Euro entsteht mit der D João II ein Marineschiff, das ausschließlich Drohnen transportiert und steuert – als Reaktion auf Russlands Aktivitäten.
/ Andreas Donath
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D João II (Bild: Portugiesische Marine)
D João II Bild: Portugiesische Marine
Inhalt
  1. D João II: Portugal baut Europas ersten Drohnenträger zur See
  2. 94,5 Millionen aus EU-Töpfen

Die D João II ist Europas erster dedizierter Drohnenträger(öffnet im neuen Fenster) – ein 107,6 Meter langes Kriegsschiff, das ausschließlich für den Betrieb unbemannter Luft-, Oberflächen- und Unterwassersysteme konzipiert wurde. Die niederländische Werft Damen baut das Schiff in Galați, Rumänien. Die Auslieferung ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.

Das Besondere: Die D João II kann innerhalb einer Woche ihr komplettes Einsatzprofil ändern. Container mit Spezialsystemen werden ausgetauscht, das Deck nimmt unterschiedliche Drohnentypen auf. "Dieser Ansatz erlaubt dem Schiff, hohe funktionale Flexibilität ohne signifikante strukturelle Kompromisse," erklärte Ricardo Sá Granja, Sprecher der portugiesischen Marine.

48 Besatzungsmitglieder betreiben das Schiff, dazu kommen 42 Spezialisten – Wissenschaftler und Drohnenoperateure. Im Kriegsfall bietet die D João II Platz für weitere 100 bis 200 Personen. Das 94 Meter lange Deck erlaubt Start und Landung von Luftdrohnen, ein Hangar dient zur Montage und Wartung. Über eine Heckrampe gelangen Oberflächen- und Unterwasserdrohnen ins Wasser. Ein ferngesteuertes Tauchfahrzeug erreicht 6.000 Meter Tiefe.

Wer hat das erfunden? – Admiral mit Präsidentschaftsambitionen

Admiral Henrique Gouveia e Melo(öffnet im neuen Fenster) entwickelte das Konzept während seiner Amtszeit als Chef der portugiesischen Marine von 2021 bis 2024. Gouveia e Melo kandidierte im Januar 2026 für das Präsidentenamt und landete mit zwälf Prozent auf dem vierten Platz.

Die portugiesische Marine ließ das Konzept nicht patentieren. Die Werft, die den Auftrag gewann, hat bereits Interessensbekundungen von anderen europäischen Marinen erhalten. China, Iran und Türkei entwickeln oder betreiben bereits ähnliche Flachdeckschiffe für autonome Luftsysteme.


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