Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Cyro: Riesiger Quallenroboter wiegt 70 Kilogramm

Cyro ist ein 1,70 Meter großer Roboter , der einer Qualle nachempfunden ist. Die Monsterqualle soll künftig autonom im Meer unterwegs sein und Daten sammeln.
/ Werner Pluta
4 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Cyro: wochen- oder monatelange Einsätze im Meer (Bild: Virginia Tech/Screenshot: Golem.de)
Cyro: wochen- oder monatelange Einsätze im Meer Bild: Virginia Tech/Screenshot: Golem.de

Quallen sind eher ätherische Wesen: ein Schirm und lange Tentakeln, gleiten sie mit Pumpbewegungen elegant durchs Wasser. Ein schöner Anblick - im Aquarium. In freier Natur empfiehlt es sich nicht, Bekanntschaft mit den Nesselzellen in den Tentakeln zu machen. Der Roboter Cyro hat zwar kein fieses Nesselgift. Aber ihm fehlt bei seinen Quallenbewegungen dennoch die Eleganz des natürlichen Vorbildes.

Cyro, der Quallenroboter
Cyro, der Quallenroboter (01:58)

Das mag schon an den Dimensionen des Roboters liegen, der am Virginia Institute of Technology (Virginia Tech) entwickelt wurde. Cyro ist der Gelben Haarqualle(öffnet im neuen Fenster) nachempfunden, deren lateinischer Name Cyanea Capillata lautet. Cyro ist eine Kombination aus Cyanea und Roboter. Anders als das Vorbild hat Cyro starre Teile: Das Kernelement ist eine Plattform, auf der die Elektronik sitzt und an der acht Arme befestigt sind. Darüber wölbt sich der 1,70 Meter große Schirm aus Silikon.

Schwere Qualle

Die Arme, die von Elektromotoren bewegt werden, bilden den Antrieb der Quelle: Sie bewegen den Rand des Schirms und ahmen so die pumpende Fortbewegung der Qualle nach. Als Energiespeicher dient ein Nickel-Metallhydrid-Akku. Das alles hat sein Gewicht: Cyro bringt rund 77 Kilogramm auf die Waage.

Cyro ist eine größere Ausführung des etwa handgroßen Quallenroboters Robojelly, den das Virginia Tech im vergangenen Jahr vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) hat. "Ein größeres Gefährt ermöglicht mehr Nutzlast und ein breites Einsatzspektrum" , erklärt Teammitglied Alex Villanueva(öffnet im neuen Fenster) .

Viele Formen, Farben, Größen

Quallen sind ein attraktives Vorbild, da sie sich auf sehr energiesparende Art und Weise fortbewegen. Außerdem bieten sie ein großes Repertoire an Formen, Farben und Größen, aus dem die Robotiker schöpfen können.

Das Ziel des Projekts ist, autonome Roboter zu entwickeln, die wochen- oder monatelang im Wasser im Einsatz sein können. Sie sollen dabei militärische Aufklärung betreiben, die Umwelt überwachen, Daten über das Leben im Meer sammeln oder den Ozeanboden kartieren. An dem Projekt, das von der US-Marine finanziert wird, waren neben dem Virginia Tech noch das Providence College, die Universität von Kalifornien in Los Angeles, die Universität von Texas in Dallas sowie die Stanford-Universität beteiligt.


Relevante Themen