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Cyborg: Bodyhacker will Recht auf Implantat einklagen

Ein Chip unter Haut ist praktischer als eine Fahrkarte, findet ein australischer Bodyhacker und pflanzte sich den Chip unter die Haut. Das Nahverkehrsunternehmen ist anderer Meinung und machte den Chip ungültig. Der Hacker will dagegen klagen.
/ Werner Pluta
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Implantierbarer Chip (Symbolbild): neues Präzedenzrecht (Bild: David Friedman/Getty Images)
Implantierbarer Chip (Symbolbild): neues Präzedenzrecht Bild: David Friedman/Getty Images

Darf der Kunde eines Nahverkehrsunternehmens den Chip von seiner Karte entfernen und ihn unter seine Haut implantieren? Das will ein Bodyhacker aus Australien von einem Gericht klären lassen. Er klagt gegen das Nahverkehrsunternehmen, das den Chip deaktivierte.

Der australische Bodyhacker Meow-Ludo Disco Gamma Meow-Meow hatte sich den Chip im April vergangenen Jahres implantieren lassen. Zuvor hatte er ihn aus der Karte herausgetrennt und in eine Hülle aus einem biokompatiblen Kunststoff gesteckt.

Karte ungültig – Chip funktioniert

Nachdem Medien darüber berichtet hatten, erklärte das Verkehrsunternehmen Transport for New South Wales (TfNSW) Meow-Meows Fahrausweis für ungültig, weil er diesen unerlaubt manipuliert hatte. Der implantierte Chip funktionierte aber weiterhin.

Bis jetzt: Als Meow-Meow von der Konferenz Body Hacking Con aus den USA zurückkehrte, stellte er fest, dass auch der Chip deaktiviert worden war. Als er seine Hand vor das Lesegerät hielt, öffnete sich die Sperre nicht.

Konferenzthema waren Rechte von Cyborgs

Die Ironie an der Geschichte sei, dass es auf der Konferenz vor allem um Regelungen und Rechte von Cyborg gegangen sei, sagte er der australischen Naachrichtenagentur AAP(öffnet im neuen Fenster) . Er will jetzt gegen TfNSW klagen, weil das Unternehmen seiner Ansicht nach Karte und Chip unrechtmäßig deaktiviert hat. Da werde neues Präzedenzrecht geschaffen, sagte Meow-Meow, und es sei toll, mittendrin zu sein.

Vorher muss Meow-Meow allerdings selbst vor Gericht: wegen einer Geldstrafe in Höhe von 200 australischen Dollar, die er bezahlen soll, weil er ohne gültige Fahrkarte unterwegs war. Er plädiert auf nicht schuldig.


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