Russland zieht Truppen an der Grenze zusammen

Russland verlegt seit Monaten massiv Militär an die russisch-ukrainische Grenze. Auswertungen des polnischen Unternehmens Rochan Consulting hätten ergeben, dass in der Grenzregion inzwischen rund 100.000 Soldaten zusammengezogen worden seien, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel (Paywall). Sie verfügen über Panzer, Raketenwerfer sowie jede Menge Fahrzeuge. Inzwischen werden auch Flugzeuge und Hubschrauber in die Region verlegt.

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Die Analysen von Rochan basieren unter anderem auf Posts in sozialen Netzwerken wie Facebook, Tiktok oder dem russischen Vkontakte. Dort wurden beispielsweise lange, mit schweren Gerät beladene Güterzüge gezeigt. Oft genug verschwinden solche Posts auch schnell wieder aus dem Netz. Weitere Datenquellen sind frei verfügbare, hochaufgelöste Bilder von zivilen Erdbeobachtungssatelliten. Eine Montage solcher Bilder zeigt das immense Wachstum einer Militärbasis namens Jelnja seit Herbst 2021.

Cyberangriffe sind Teil der Kriegsführung

Zur Vorbereitung eines Kriegs gehören heute auch Angriffe auf die Kommunikationsinfrastruktur des Gegners. Das können beispielsweise Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sein, um digitale Dienste zu stören. Es können aber auch physische Angriffe auf die Infrastruktur sein, etwa auf Datenkabel, Antennen oder Satelliten.

Wie das in Zukunft aussehen könnte, beschreibt eindrucksvoll der im vergangenen Jahr erschienene Roman 2034: A Novel of the Next World War. Darin schildern Elliot Ackerman und James Stavridis, wie ein gezielter Angriff Chinas auf die Kommunikationsinfrastruktur der USA diese an den Rand der Handlungsunfähigkeit bringt.

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Dass das aber kein Zukunftsszenario ist, sondern bereits real, hat der Angriff Russlands auf Georgien im Jahr 2008 gezeigt: Die kriegerischen Handlungen wurden begleitet von DDoS-Angriffen auf die Server der Regierung Georgiens, Webseiten wurden gehackt und verändert.

Cyberangriffe und Militäraktionen waren koordiniert

Zwar ergaben Recherchen der US Cyber Consequences Unit (US-CCU) später, dass die Akteure mutmaßlich zivile russische Hacker waren. Doch hätten wohl Kontakte zum Militär bestanden, da die Cyberangriffe sehr genau auf die militärischen Angriffe abgestimmt gewesen sein, berichtete das US-CCU.

Nach Ansicht des US-CCU-Sicherheitsexperten John Bumgarner war das Vorgehen exemplarisch: "Solche Cyberangriffe werden künftig sicherlich die meisten Konflikte begleiten, wenn diese eskalieren. Das macht einige Einzelheiten an der Art und Weise, wie die Angriffe gegen Georgien ausgeführt wurden, so interessant", sagte Bumgarner damals auf Nachfrage von Golem.de. "Russland wird mit kleinen Änderungen wohl wieder nach dem gleichen Drehbuch vorgehen."

Internet of Crimes: Warum wir alle Angst vor Hackern haben sollten (Deutsch) Gebundene Ausgabe

Die Attacke gegen die Webseiten der ukrainischen Regierung könnte ein ganz normaler Cyberangriff sein, wie er jeden Tag vorkommt. Sie könnte aber eben auch die nächste Eskalationsstufe im Konflikt Russlands mit der Ukraine sein - bis hin zur Vorbereitung des Einmarschs der Truppen.

EU-Botschafter treffen sich zu Sondersitzung

Entsprechend alarmiert hat auch die EU auf die Cyberattacke reagiert. Die für Sicherheitsfragen zuständigen EU-Botschafter trafen sich am 14. Januar zu einer Sondersitzung, um über Unterstützung für die Ukraine zu beraten. Geplant sei, Experten für Cyberabwehr und technische Unterstützung zu mobilisieren, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell.

Der Angriff verdiene die größtmögliche Verurteilung, sagte Borrell weiter. Man könne sich denken, wer dahinterstecke. Er werde aber nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen, solange er keine Beweise habe. Die EU und die USA haben bereits mehrfach in Gesprächen mit der russischen Regierung versucht, die angespannte Situation zu entschärfen. Bisher vergeblich.

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 Cyberwar: Was steckt hinter dem Cyberangriff auf die Ukraine?
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Nutzer-name 20. Jan 2022 / Themenstart

So, so.. der Hamster zieht Kollegen zur Hilfe?

kollege 20. Jan 2022 / Themenstart

Wie oft durfte Russland im Text stehen? Wie soll der Autor sonst sich verbessern, wenn...

Hamsterrer 16. Jan 2022 / Themenstart

Eine Einstellung. Wird dadurch erreicht, wenn man etwas zu viel russische Propaganda...

Roman123 16. Jan 2022 / Themenstart

Der moderne IT-ler ist modern genug um nicht auf den Straßen zu demonstrieren oder...

peter.peter 15. Jan 2022 / Themenstart

Jelnja ist nicht "eine Millitärbasis", sondern der Geburtsort der Sowjetischen Garde...

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