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Cyberwar: US-Regierung will private Hackerfirmen einsetzen

Die USA wollen Privatunternehmen erstmals direkt in offensive Cyberattacken einbinden – ein radikaler Strategiewechsel mit unklaren rechtlichen Folgen.
/ Andreas Donath
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Ein Angehöriger der 175th Cyber Operations der Maryland Air National Guard (Bild: Stabsfeldwebel Renee Seruntine)
Ein Angehöriger der 175th Cyber Operations der Maryland Air National Guard Bild: Stabsfeldwebel Renee Seruntine / CC0 1.0

Die US-Regierung plant, Cybersecurity-Firmen für Angriffe auf kriminelle und staatlich unterstützte Hacker einzusetzen. Eine neue nationale Cyberstrategie, die in den kommenden Wochen veröffentlicht werden soll, sieht vor, dass private Unternehmen "Konsequenzen gegen ausländische Akteure durchsetzen" sollen, insbesondere nach Angriffen auf kritische Infrastruktur oder Ransomware-Attacken.

Der fünfseitige Entwurf, der Bloomberg News(öffnet im neuen Fenster) vorliegt, ist hinsichtlich weiterer Details vage. Wie genau private Firmen eingesetzt werden und welchen rechtlichen Schutz sie erhalten sollen, ist unklar. Eine Durchführungsverordnung oder Gesetzgebung wird noch erwartet.

Rechtliche Grundlage fehlt

Für die Cybersecurity-Branche öffnet sich damit ein lukrativer neuer Markt – bisher waren Firmen nur defensiv für die Regierung tätig. Doch die Risiken sind erheblich: Es fehlt die rechtliche Grundlage für private Offensivoperationen und die beteiligten Unternehmen könnten selbst ins Visier ausländischer Staaten geraten.

Die Initiative spiegelt die Einschätzung der Geheimdienste wider, dass die USA mehr Kapazitäten gegen gut ausgestattete staatliche Hackergruppen brauchen. Bereits unter Präsident Biden wurde über eine Auslagerung diskutiert, doch diese wurde nie finalisiert, so Bloomberg.

In der US-Steuergesetzgebung wurde bereits eine Milliarde Dollar zusätzlich für offensive Cyberoperationen eingeplant. Regierungsvertreter signalisieren seit Monaten Härte: Man wolle "kompromisslos und ohne Angst vor offensiven Maßnahmen" agieren, zitierte Bloomberg einen Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats.


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