Abo
  • Services:

Cyberwar: Ein Cyberangriff kann ein kriegerischer Akt sein

Der Rechtsberater des US-Außenministeriums hat bekräftigt, dass die USA eine Cyberaktion, durch die Menschen zu Schaden kommen, als militärischen Akt behandeln werden. Die US-Regierung behalte sich das Recht vor, darauf auch mit konventionellen militärischen Maßnahmen zu antworten.

Artikel veröffentlicht am ,
Harald Koh (2006): Internationales Recht gilt auch im Cyberspace.
Harald Koh (2006): Internationales Recht gilt auch im Cyberspace. (Bild: Chip Somodevilla/Getty Images)

Bestimmte Aktionen im Internet können als kriegerischer Akt betrachtet werden und eine konventionelle militärische Antwort nach sich ziehen. Das hat Harold Koh, Rechtsberater des US-Außenministeriums, bekräftigt. Koh hat auf einer Konferenz des US Cyber Command in Fort Meade im US-Bundesstaat Maryland einen Vortrag über internationales Recht im Cyberspace gehalten.

Stellenmarkt
  1. ERGO Group AG, Düsseldorf
  2. über Hays AG, Stuttgart

Die USA seien der Auffassung, dass internationales Recht auch in der virtuellen Welt gelte, sagte Koh. Entsprechend sei der Cyberspace auch nicht als rechtsfreier Raum zu betrachten. Die US-Regierung arbeite mit anderen Regierungen daran, "internationales Recht auf den Cyberspace anzuwenden." Nicht alle Länder stimmten dem jedoch zu. Mindestens ein Land bezweifele dessen Geltung im Cyberspace - offensichtlich ein Seitenhieb auf China, dem die USA häufig illegale Aktionen über das Netz vorwerfen.

Das bedeute, dass auch das Kriegsrecht gültig sei. "Cyberaktivitäten, die unmittelbar Tod, Verletzung oder starke Zerstörung zur Folge haben, würden wahrscheinlich als Gewaltanwendung betrachtet." Dazu könnte etwa das Auslösen eines Unfalls in einem Atomkraftwerk, das Öffnen eines Staudamms nahe bewohntem Gebiet oder ein Eingriff in die Luftsicherung gehören, der zu einem Flugzeugabsturz führt.

Recht auf Selbstverteidigung

"Wenn eine Cyberattacke die gleichen physischen Schäden auslöst wie eine Bombe oder eine Rakete, dann kann diese Cyberattacke ebenso als Gewaltanwendung gewertet werden." Entsprechend dürfe sich das angegriffene Land, wie in Paragraf 51 der UN-Charta vorgesehen, verteidigen. Dazu gehöre auch der Einsatz konventioneller militärischer Mittel. Dieser müsse jedoch angemessen sein.

Komme es zu einer bewaffneten Auseinandersetzung, dürften auch Computernetze angegriffen werden - allerdings nur militärische. Wie in der konventionellen Kriegsführung seien zivile Ziele tabu. Außerdem sollten die Kriegsparteien bei einem Angriff auf solche Systeme darauf achten, dass sie nicht auch zivile Systeme beeinträchtigen. Das ist nicht immer einfach, da viele Systeme vernetzt sind. So nutzt etwa das Militär auch zivile Kommunikationsnetze. Zu beachten sei auch, dass Systeme nicht nur national, sondern auch international vernetzt seien. Bei einem Cyberangriff müsse also darauf geachtet werden, dass die Souveränität von Drittländern nicht verletzt werde.

Patriotische Hacker

Schließlich sprach Koh noch den heiklen Punkt der sogenannten patriotischen Hacker an. Das sind Hacker, die zwar auf eigene Faust, aber mit Billigung und Wissen ihrer Regierung handeln, so wie etwa im russisch-georgischen Konflikt 2008. Setze eine Regierung Privatleute ebenso ein wie ihre Bediensteten, dann sei sie auch für deren Handlungen verantwortlich.

Tatsächlich ist diese Auffassung nicht neu: Das US-Verteidigungsministerium hat im vergangenen Jahr eine Cyberstrategie definiert, nach der Computerangriffe mit militärischen Mitteln beantwortet werden können. Es sei allerdings das erste Mal gewesen, dass ein führender Jurist der Regierung das so offen ausgesprochen habe, schreibt die Washington Post.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 399€ (Wert der Spiele rund 212€)
  2. 94,90€ + Versand mit Gutschein QVO20

e_fetch 21. Sep 2012

Was würde das ändern? Beide Staaten sind faschistoid und paranoid. Es gibt doch im...

e_fetch 21. Sep 2012

Die Genfer Konvention nicht unterzeichen, internationale Gerichte nicht anerkennen, sich...

mfeldt 21. Sep 2012

Ich glaube nicht, daß Natanz online betrieben wurde/wird. Man bekommt einen Virus auch...

echnaton192 21. Sep 2012

Subsumiere noch ganz kurz die Definitionen des Textes unter die Virenangriffe, dann werd...

C00kie 21. Sep 2012

Ich beziehe mich auf folgende Quellen: Kurzfassung, auf den Punkt gebracht: http://www...


Folgen Sie uns
       


Geräuschunterdrückung von drei ANC-Kopfhörern im Vergleich

Wir haben den neuen ANC-Kopfhörer von Audio Technica gegen die Konkurrenz von Bose und Sony antreten lassen. Im Video sind die Unterschiede bei der ANC-Leistung zwischen dem ATH-ANC900BT, dem Quiet Comfort 35 II und dem WH-1000XM3 deutlich hörbar.

Geräuschunterdrückung von drei ANC-Kopfhörern im Vergleich Video aufrufen
Energie: Warum Japan auf Wasserstoff setzt
Energie
Warum Japan auf Wasserstoff setzt

Saubere Luft und Unabhängigkeit von Ölimporten: Mit der Umstellung der Wirtschaft auf den Energieträger Wasserstoff will die japanische Regierung gleich zwei große politische Probleme lösen. Das Konzept erscheint attraktiv, hat aber auch entscheidende Nachteile.
Eine Analyse von Werner Pluta


    Leistungsschutzrecht: Das Lügen geht weiter
    Leistungsschutzrecht
    Das Lügen geht weiter

    Selbst nach der Abstimmung über die EU-Urheberrechtsreform gehen die "Lügen für das Leistungsschutzrecht" weiter. Auf dieser Basis darf die Regierung nicht final den Plänen zum Leistungsschutzrecht zustimmen.
    Eine Analyse von Friedhelm Greis

    1. Urheberrecht Uploadfilter und Leistungsschutzrecht endgültig beschlossen
    2. Urheberrecht Merkel bekräftigt Zustimmung zu Uploadfiltern
    3. Urheberrechtsreform Altmaier wollte "wenigstens Leistungsschutzrecht retten"

    ANC-Kopfhörer im Test: Mit Ach und Krach
    ANC-Kopfhörer im Test
    Mit Ach und Krach

    Der neue ANC-Kopfhörer von Audio Technica ist in einem Bereich sogar besser als unsere derzeitigen Favoriten von Sony und Bose - ausgerechnet in der entscheidenden Disziplin schwächelt er aber.
    Ein Test von Ingo Pakalski

    1. Surface Headphones Microsofts erster ANC-Bluetooth-Kopfhörer kostet 380 Euro
    2. Sonys WH-1000XM3 Oberklasse-ANC-Kopfhörer hat Kälteprobleme
    3. Sony-Kopfhörer WH-1000XM3 im Test Eine Oase der Stille oder des puren Musikgenusses

      •  /