Abo
  • Services:
Anzeige
Regin GSM Activity Log
Regin GSM Activity Log (Bild: Kaspersky)

Cyberwaffe: NSA-Tool Regin im Kanzleramt entdeckt

Regin GSM Activity Log
Regin GSM Activity Log (Bild: Kaspersky)

Die Spionagewaffe Regin hat es in die Spitze der Bundesregierung geschafft. Eine Mitarbeiterin soll eine grundlegende Sicherheitsregel missachtet haben.

Anzeige

Die vor kurzem entdeckte Cyberwaffe Regin soll auf dem privaten Computer einer hochrangigen Regierungsmitarbeiterin gefunden worden sein. Wie die Bild-Zeitung am Montag berichtete, fand sich die Spähsoftware auf dem Rechner einer Vertrauten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und wäre beinahe auf einem Laptop des Bundeskanzleramts installiert worden. Die Cyberwaffe soll vom US-Geheimdienst NSA und vom britischen Geheimdienst GCHQ auch in Europa eingesetzt worden sein.

Dem Bericht zufolge arbeitete die Mitarbeiterin zunächst im Kanzleramt an einem Redemanuskript zur Europapolitik. Nach Dienstende soll sie das Dokument auf einem privaten USB-Stick mit nach Hause genommen haben, um daran weiterzuarbeiten. Als sie das überarbeitete Dokument wieder auf ihren Rechner im Kanzleramt kopieren wollte, habe der Virenscanner Alarm geschlagen. Der USB-Stick und die gespeicherten Dokumente sollen mit Regin infiziert gewesen sein. Die Benutzung eines privaten USB-Sticks für solche Dateitransfers sei verboten, hieß es weiter.

Hochkomplexer Trojaner

Erst vor einem Monat hat das Sicherheitsunternehmen Symantec von der Existenz des Trojaners berichtet. Der Trojaner enthalte Dutzende von einzelnen Modulen, die es den Angreifern ermöglichten, die Malware gezielt auf einzelne Ziele zuzuschneiden. Aufgrund der gewählten Architektur habe die Malware viele Jahre unbeobachtet von Virenscannern agieren können. Selbst wenn das Vorhandensein von Regin bemerkt werde, sei es äußerst schwierig zu erkennen, was genau die Schadsoftware mache. Symantec war dazu erst in der Lage, nachdem einige Beispieldateien entschlüsselt worden waren. Dabei habe der Trojaner verschiedene Tarnfunktionen bemüht.

Einem Bericht der Website The Intercept zufolge wurde die Cyberwaffe von der NSA und dem GCHQ bei einem Angriff auf den belgischen Provider Belgacom eingesetzt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geht davon aus, dass Regin für eine große Cyberattacke auf die EU-Kommission im Jahr 2011 verwendet wurde. "Wir haben das nachvollzogen, es gibt eindeutige Übereinstimmungen", hatte BSI-Vizepräsident Andreas Könen kürzlich dem Spiegel gesagt. Die Sicherheitsexperten hätten die auf den EU-Rechnern gefundene Malware mit einer ausführlichen Analyse von Regin verglichen, die Symantec veröffentlicht hatte.

Der Trojaner kann nach Angaben von Symantec Screenshots machen, die Kontrolle über die Computermaus eines infizierten Systems übernehmen, Passwörter stehlen, den Traffic überwachen und gelöschte Dateien wiederherstellen. Das BSI soll nach dem Vorfall alle 200 Hochsicherheitslaptops des Kanzleramts überprüft haben. Es sei kein infizierter Rechner gefunden worden.

Nachtrag vom 29. Dezember 2014, 14:15 Uhr

Die Bundesregierung bestätigte am Montag, dass eine Mitarbeiterin im Europa-Referat des Bundeskanzleramts Ziel einer Attacke geworden sei. Diese liege bereits einige Monate zurück. Regierungssprecherin Christiane Wirtz wollte das in dem Bild-Artikel beschriebene "Angriffsmuster" nicht bestätigen. Auch zu dienstrechtlichen Folgen für die Mitarbeiterin, die möglicherweise gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen hat, nahm sie keine Stellung. Der Urheber des Angriffs konnte nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa nicht zurückverfolgt werden. Unklar sei auch, ob Dokumente abgefischt worden seien. Entsprechende Untersuchungen der Sicherheitsbehörden blieben demnach erfolglos.


eye home zur Startseite
rpm-U 30. Dez 2014

Hallo alle zusammen, Bitte lest und schaut das einmal. Ihr seit in Europa und habt...

Trockenobst 30. Dez 2014

Business-Sticks könnten z.B. Standardmäßig verschlüsselt sein. Unter Windows gibt es...

HansHorstensen 30. Dez 2014

selbst falls eine untersuchung der it infrastruktur im kanzleramt durch ausreichend...

rpm-U 29. Dez 2014

Wurde aber nicht gemacht. Regin ist nach: https://securelist.com/files/2014/11...

spiderbit 29. Dez 2014

hab ich irgendwas von clouds geredet? man kann ein privates netzwerk uebers internet...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. European XFEL GmbH, Schenefeld
  2. Bosch Software Innovations GmbH, Berlin
  3. SSI Schäfer Noell GmbH, Giebelstadt, Obertshausen
  4. BAGHUS GmbH, München


Anzeige
Top-Angebote
  1. 189,00€
  2. 3,00€ inkl. Versand

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing


  1. Blackberry Key One

    Android-Smartphone mit Hardware-Tastatur kostet viel

  2. Arrow Launcher 3.0

    Microsofts Android-Launcher braucht weniger Energie und RAM

  3. Die Woche im Video

    Angeswitcht, angegriffen, abgeturnt

  4. Hardlight VR Suit

    Vibrations-Weste soll VR-Erlebnis realistischer machen

  5. Autonomes Fahren

    Der Truck lernt beim Fahren

  6. Selektorenaffäre

    BND soll ausländische Journalisten ausspioniert haben

  7. Kursanstieg

    Bitcoin auf neuem Rekordhoch

  8. Google-Steuer

    Widerstand gegen Leistungsschutzrecht auf EU-Ebene

  9. Linux-Kernel

    Torvalds droht mit Nicht-Aufnahme von Treibercode

  10. Airbus A320

    In Flugzeugen wird der Platz selbst für kleine Laptops knapp



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Hyperloop-Challenge: Der Kompressor macht den Unterschied
Hyperloop-Challenge
Der Kompressor macht den Unterschied
  1. Arrivo Die neuen alten Hyperlooper
  2. SpaceX Die Bayern hyperloopen am schnellsten und weitesten
  3. Hyperloop HTT baut ein Forschungszentrum in Toulouse

Merkels NSA-Vernehmung: Die unerträgliche Uninformiertheit der Kanzlerin
Merkels NSA-Vernehmung
Die unerträgliche Uninformiertheit der Kanzlerin
  1. Apple Planet der affigen Fernsehshows
  2. München Wie Limux unter Ausschluss der Öffentlichkeit zerstört wird
  3. Glasfaser Nun hängt die Kabel doch endlich auf!

Der große Ultra-HD-Blu-ray-Test (Teil 2): 4K-Hardware ist nichts für Anfänger
Der große Ultra-HD-Blu-ray-Test (Teil 2)
4K-Hardware ist nichts für Anfänger
  1. Der große Ultra-HD-Blu-ray-Test (Teil 1) 4K-Filme verzeihen keine Fehler
  2. Deutsche Verkaufszahlen Unberechtigter Jubel über die UHD-Blu-ray
  3. 4K Blu-ray Sonys erster UHD-Player kommt im Frühjahr 2017

  1. Re: Ich vermisse die Meckerer...

    motzerator | 06:24

  2. Re: sehr clever ... MS

    quasides | 05:41

  3. Re: Wenn das Gerät wenigstens BlackberryOS hätte...

    mxrd | 05:22

  4. Re: Wie soll man das verstehen?

    GenXRoad | 04:23

  5. Re: Und? Dafür sind sie da.

    bombinho | 02:06


  1. 20:21

  2. 11:57

  3. 09:02

  4. 18:02

  5. 17:43

  6. 16:49

  7. 16:21

  8. 16:02


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel