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Cyberwaffe: Flame mit gefälschten Microsoft-Zertifikaten signiert

Die in der vergangenen Woche bekanntgewordene Malware Flame wurde zum Teil mit gefälschten Microsoft-Zertifikaten signiert, so dass die Software wirkte, als käme sie von Microsoft.
/ Jens Ihlenfeld
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Microsoft veröffentlicht Update außer der Reihe. (Bild: iStock Photo)
Microsoft veröffentlicht Update außer der Reihe. Bild: iStock Photo

Microsoft hat die von Kaspersky entdeckte, besonders komplexe Malware Flame untersucht und dabei festgestellt(öffnet im neuen Fenster) , dass Teile des Codes mit Zertifikaten unterschrieben wurden, die auf Microsofts Root Authority zurückgehen. Die Angreifer konnten so dafür sorgen, dass die Software für die angegriffenen Systeme wirkte, als käme sie offiziell von Microsoft.

Ermöglicht hat dies ein Fehler in Microsofts Terminal Services: Der hier integrierte Lizenzdienst, der eigentlich nur dafür gedacht ist, Zertifikate für Remote-Desktop-Dienste auszustellen, lässt sich missbrauchen, um auch Code zu signieren. Die Flame-Autoren nutzten dies, um ihren Code zu unterschreiben.

Microsoft hat umgehend auf die Entdeckung reagiert und ein Security Advisory(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht, das erläutert, wie Kunden mit diesen Zertifikaten unterschriebene Software blockieren können. Zudem verteilt Microsoft ab sofort Updates, die dies automatisieren. Der Terminal Server Licensing Service wurde darüber hinaus so verändert, dass er nicht länger missbraucht werden kann, um Code zu signieren.

Microsoft rät dringend zum Einspielen der Updates, denn auch wenn Flame nur sehr zielgerichtet eingesetzt wird und dadurch keine hohe Verbreitung hat, so könnten die Sicherheitslücken schon sehr bald auch von anderen Malware-Autoren genutzt werden, die auf eine massenhafte Verbreitung setzen.

In einem Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster) hat Microsoft die Abdrücke der betroffenen Zertifikate veröffentlicht.


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