Der Bundeswehr gehen die Alternativen aus

Der Ausweg, so legen es die Architekten der neuen Cybertruppe nahe, liegt in einer kleinen Kulturrevolution. Im Bericht des Aufbaustabes für die neue Organisation wird die Werbung um "neue oder bislang unterrepräsentierte Bewerbergruppen" vorgeschlagen. Mit anderen Worten: Männer und Frauen, die bislang aufgrund fehlender Voraussetzungen nicht Soldat werden konnten - oder das gar nicht wollten.

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Da geht es um Spezialisten, die für die Truppe bisher kein Thema waren - "wegen fehlender Eignung als Soldatin oder Soldat oder wegen explizit fehlendem Interesse an einer Tätigkeit als Soldatin oder Soldat, Menschen mit Migrationshintergrund, Staatsangehörige anderer Länder", heißt es in dem Bericht. Ausdrücklich genannt werden zudem "Kandidatinnen und Kandidaten ohne formalen Bildungsabschluss (z. B. Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher)", Bewerber "aus fachfremden Disziplinen, die über geeignete informell oder nicht-formell erworbene Kompetenzen verfügen und eine hohe Motivation für eine Auseinandersetzung mit Cyber-Aufgabenfeldern mitbringen", ohne eine klassische Vorbildung in naturwissenschaftlichen oder technischen Fächern nachweisen zu können.

Das lässt altgediente Soldaten schwer schlucken, doch etwas anderes bleibt den Streitkräften kaum übrig. Eine Alternative wird ein paar Jahre brauchen, bis die Truppe davon profitieren kann: An der Bundeswehruniversität München soll ein eigener Studiengang für Cybersicherheit eingerichtet werden, mit geplant jährlich 70 Absolventen. Der startet 2018 - bis die ersten davon in der Bundeswehr ankommen, ist das nächste Jahrzehnt angebrochen.

IT-Experten sollen zu Reservisten werden

Kurz- und mittelfristig setzen die Streitkräfte deshalb auf Reservisten, ehemals aktive Soldaten, die inzwischen im zivilen Leben in der IT-Welt zu Hause sind. Die müssten nicht wie bislang auslandsverwendungsfähig sein und auf Monate in einen Einsatz in aller Welt gehen wollen. Es reicht schon, wenn sie zur Wochenendschicht im Rechenzentrum zur Verfügung stehen oder im Notfall als Verstärkung. Geködert werden sollen sie, wie auch aktive Soldaten, mit Karrierechancen abweichend vom starren Beförderungsschema der Streitkräfte. Künftig könnte ein Oberst sein ganzes militärisches Leben im Netzwerk verbracht haben, ohne jemals ein Bataillon kommandiert zu haben.

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Ob all diese Vorstellungen funktionieren, wird von vielen praktischen Details abhängen. Begehrlich schauen die deutschen Planer auf die USA, wo unter anderem eine berühmte Einheit der Nationalgarde, die 262nd Squadron, stolz auf die Qualifikation ihrer Reservisten verweist: Die arbeiten im Zivilleben bei Microsoft oder Google. In der Bundeswehr kann es dagegen ganz anders laufen, wie ehemalige Soldaten in Internetdebatten beklagen: "Als ich vor einiger Zeit selbst mal über ein Engagement als Reservist nachgedacht habe, war die Frage: 'Können Sie Drucker reparieren?'"

Diese Mühen werden die Bundeswehr vorerst viel mehr beschäftigen als die öffentlich gern debattierte Frage, wie denn mit den offensiven Cyberkriegfähigkeiten der Bundeswehr umgegangen werden sollte. Immerhin wird die Truppe der Spezialisten für diese offensive Kriegführung von bislang rund 60 auf 80 aufgestockt. Ein offensiver Einsatz dieser Einheit muss aber weiterhin vom Bundestag genehmigt werden. Von den groß angekündigten Fähigkeiten des großen Verbündeten USA, Cyberbomben gegen ISIS einzusetzen, sind die deutschen Streitkräfte nicht nur politisch und rechtlich, sondern auch praktisch noch ein ganzes Stück entfernt.

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 Cybertruppe: Die Bundeswehr sucht händeringend Nerds
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Insomnia88 12. Mai 2016

Ehm doch, genau das sind sie. X-beliebige Personen die eine gewisse Fachkompetenz durch...

VonMuenchen 12. Mai 2016

Ein ausgebildeter IT-Specialist bekommt einfach kaum Anreize. Betrachten wir es mal...

michael_ 09. Mai 2016

Die BW wirbt ja bereits seit paar Jahren um ITler. Was wird denn so einem normalen IT...

/mecki78 04. Mai 2016

Das ist keine Argumentation. Das irgendwann vor einem halben oder sogar mehreren...



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