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Der Op-Room von Projekt Cybersyn erinnerte an die Brücke von Raumschiff Enterprise.
Der Op-Room von Projekt Cybersyn erinnerte an die Brücke von Raumschiff Enterprise. (Bild: Screenshot: Frank Wunderlich-Pfeiffer)

Probleme auf Distanz halten

Das System drei überwachte und steuerte System eins mit Hilfe von Regeln, die es vom vierten System erhielt. Das vierte System bildete die Schnittstelle zur Außenwelt und ermittelte, wie das dritte System die Produktion steuern sollte. Im vierten System liefen alle Daten zusammen. Sie sollten mit Hilfe des Computers und einem Programm namens Cyberstride ausgewertet und dargestellt werden. Das fünfte System schließlich waren die eigentlichen Steuermänner und Programmierer, die sagen sollen, auf welche Weise das System mit den Daten von außerhalb und innerhalb der Wirtschaft umgehen sollte.

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Cyberstride verwendete ein stark abstrahiertes Modell der Wirtschaft und konnte wegen der begrenzten Rechenkapazität nicht einmal tagesaktuelle Datensätze berechnen. Anstatt Probleme zu lösen, verließ sich Stafford Beer auf die Selbstregulierung des Systems. Wie er in einem Lehrfilm zu Cybersyn sagte: "Ich habe schon immer gesagt, dass es besser ist, ein Problem auf Distanz zu halten, als es zu lösen."

Ein Operations Room wie auf der Enterprise

Die Ergebnisse liefen im "Operations Room" oder "Op-Room" zusammen. Das Kontrollzentrum von Cybersyn war von den Besprechungsräumen des Militärs inspiriert, in dem Truppenstellung und Flottenverteilungen während des Krieges dargestellt wurden, um den Überblick zu behalten. Der Op-Room sollte den Direktoren den unmittelbaren Zugriff auf die Daten geben. In der Mitte des Raums waren sieben Sessel im Kreis aufgebaut, absichtlich ohne Tisch in der Mitte, damit niemand Dokumente mitnahm und vor sich auf dem Tisch ausbreitete. Stattdessen gab es Schalterkonsolen in den Armlehnen der Sessel, mit denen alle relevanten Daten auf den Bildschirmen im Raum für alle sichtbar eingeblendet werden sollten.

Der Raum wurde im Palast des Präsidenten Allende aufgebaut, es sollte der Ort sein, "an dem die Magie real wurde", wie Flores später sagte. Das wurde sie nicht. Der Op-Room erinnert nicht nur frappierend an die Brücke von Raumschiff Enterprise, er funktionierte auch so. Nicht wie die Brücke der Enterprise im Star Trek Universum, sondern wie die Brücke im Filmstudio. Genau wie in den Kulissen der Enterprise waren auch hier die Bildschirme nicht echt.

Es waren Mattscheiben, auf die Dias mit bunten Infografiken projiziert wurden. Diese Dias mussten passend vorbereitet werden. Die Schalter der Schaltkonsolen waren natürlich nicht mit einem Computer verbunden, der war ja mit Cyberstride beschäftigt. Stattdessen gaben sie Signale an Helfer hinter den Kulissen, die dann passende Dias mit den Daten in den jeweiligen Projektor einlegen sollten.

 Ein einzelner Computer und 500 FernschreiberCybersyns größte Stunde - mit Stift und Papier 

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Squirrelchen 29. Aug 2016

In der Tat ist es mir ebenfalls schon negativ aufgefallen. Man könnte benannten Satz mit...

Anonymer Nutzer 14. Aug 2016

Welt am Draht - fällt mir spontan dazu ein. Muss ich mal wieder gucken...

kmork 14. Aug 2016

Mir ist dazu noch eingefallen: Ist das nicht weit ab vom freiheitlichen Gedanken? Wozu...

DrWatson 13. Aug 2016

Weißt du wie man das nennt? Strohmannargumente. Du schaffst dir einen imaginären Feind...

Moe479 13. Aug 2016

das problem ist nach wie vor die zeitnahe erfasung von daten/kennzahlen, selbst wenn ich...



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