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Der Op-Room von Projekt Cybersyn erinnerte an die Brücke von Raumschiff Enterprise.
Der Op-Room von Projekt Cybersyn erinnerte an die Brücke von Raumschiff Enterprise. (Bild: Screenshot: Frank Wunderlich-Pfeiffer)

Ein einzelner Computer und 500 Fernschreiber

Die Bedingungen für das neue System waren nicht ideal. Die Lage der Wirtschaft war angespannt. Die Verstaatlichung führt zunächst durch die höheren Einkommen zu einem Wirtschaftsaufschwung, aber in der Folgezeit kam es zu Unterbeschäftigung und wegen der niedrigen Produktion zu Inflation. Dazu kamen Sanktionen, Kapitalflucht und die USA, die der Regierung feindlich gesinnt war. Sie sah in Chile einen weiteren Außenposten der Sowjetunion in der eigenen Einflusssphäre und so unterstützte der zentrale US-Geheimdienst CIA Regierungsgegner im ganzen Land.

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In ganz Chile gab es zu dieser Zeit 50 Computer und es würden keine weiteren hinzukommen. Tatsächlich stand für Cybersyn nur ein Computer zur Verfügung, zuerst ein IBM 360/50 Mainframe und später ein Burroughs 3500. Beide waren schon nicht mehr auf dem neuesten Stand und boten Rechenleistungen auf dem Niveau der Homecomputer der 1980er Jahre. Immerhin fanden sich 500 Fernschreiber (Telex-Maschinen), die unter Allendes Vorgängerregierung bestellt, aber nie benutzt wurden. Außerdem gab es in dem schmalen, aber über 4.000 Kilometer langen Land feste Funkverbindungen, die alle wichtigen Wirtschafts- und Bevölkerungszentren verbanden.

Ein System aus fünf Schichten

Die Idee hinter Cybersyn war nie, die Wirtschaft im Detail zu steuern. Stattdessen verließ sich Stafford Beer bei der Erstellung der Software auf das Viable System Model. Die Idee dahinter ist, dass die Wirtschaft aus einer Reihe von Systemen besteht, die ganz ohne Eingriff von außen allein lebensfähig sind. Sie brauchen kein detailliertes Mikromanagement, sondern nur eine adäquate Steuerung.

Die Wirtschaft wurde in fünf Untersysteme gegliedert. Das erste war die Produktion an sich. Das zweite System übernahm die Kommunikation und leitete Informationen über die Produktion weiter. Telex Maschinen wurden dazu in allen wichtigen Betrieben verteilt, die damit Kennzahlen der Produktion weiterleiten sollten.

Allein das galt als ein großer Fortschritt. Bis dahin wurde Wirtschaftspolitik beschrieben als der Versuch, mit dem Fahrplan vom letzten Jahr einen Zug pünktlich zu erreichen. Wirtschaftsdaten sollten nun tagesaktuell übermittelt werden und nicht nur einmal im Jahr. Mit aktuellen Daten sollten die Eingriffe in die Wirtschaft nicht mehr zu spät kommen.

 ­Cybersyn: Chiles Traum von der computergesteuerten PlanwirtschaftProbleme auf Distanz halten 

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Squirrelchen 29. Aug 2016

In der Tat ist es mir ebenfalls schon negativ aufgefallen. Man könnte benannten Satz mit...

Anonymer Nutzer 14. Aug 2016

Welt am Draht - fällt mir spontan dazu ein. Muss ich mal wieder gucken...

kmork 14. Aug 2016

Mir ist dazu noch eingefallen: Ist das nicht weit ab vom freiheitlichen Gedanken? Wozu...

DrWatson 13. Aug 2016

Weißt du wie man das nennt? Strohmannargumente. Du schaffst dir einen imaginären Feind...

Moe479 13. Aug 2016

das problem ist nach wie vor die zeitnahe erfasung von daten/kennzahlen, selbst wenn ich...



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