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Cybersicherheitsplan: Branche aus Imagegründen gegen Meldepflicht für IT-Angriffe

Der Branchenverband Bitkom lehnt die von der EU-Kommission geforderte Meldepflicht für Internetunternehmen ab, die von IT-Angriffen betroffen sind: "Neben dem bürokratischen Aufwand befürchten viele Unternehmen einen Imageschaden."
/ Achim Sawall
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Bild: Kacper Pempel/Reuters

Der Bitkom hat die EU-Pläne für eine Meldepflicht(öffnet im neuen Fenster) für Unternehmen kritisiert, die Opfer von IT-Angriffen geworden sind. Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, erklärte zum Cybersicherheitsplan: "Je mehr die Menschen vom Internet abhängen, umso mehr verlassen sie sich darauf, dass es auch sicher ist. Es ist höchste Zeit für ein koordiniertes Vorgehen."

Nach den Plänen der EU-Kommission sollen zu den meldepflichtigen kritischen Infrastrukturen neben Telekommunikationsnetzen, Banken und Börsen, Energieversorger, Transport und Logistik, Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltungen sowie "zentrale Internetunternehmen" gehören. Zu den Internetunternehmen zählt die EU Cloud-Provider, soziale Netzwerke, E-Commerce-Plattformen, Appstores oder Suchmaschinen. Die Unternehmen sollen an die nationalen Behörden Vorfälle melden, die ihren Service stark beeinträchtigen.

"Gesetzliche Meldepflichten für größere IT-Sicherheitsvorfälle sollten sich auf die Betreiber kritischer Infrastrukturen beschränken" , sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. "Deutschland ist mit der Einführung eines anonymen Meldesystems für IT-Sicherheitsvorfälle international Vorreiter" , so Kempf.

Für die Anbieter gängiger Internetdienste sei eine Meldepflicht nicht gerechtfertigt. Neben dem bürokratischen Aufwand befürchteten viele Unternehmen einen Imageschaden, wenn IT-Sicherheitsvorfälle öffentlich bekannt würden. Zudem bestehe immer die Gefahr, dass die Meldungen Nachahmer auf den Plan riefen.


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