Cybersicherheit: Verfolgungsjagd im Internet

Eine "Mauer des Schweigens", Berlin als "Hauptstadt der Spione", Dschihadisten, Nazis, Chinesen und Russen als Cybergefahr: Schreckensszenarien gab es genug auf der Potsdamer Konferenz für Nationale Cybersicherheit 2013. Dafür aber kaum konkrete Zahlen und keinen richtigen Plan. Fazit: Die Kriminellen sind derzeit im Vorteil.

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Auf der Konferenz für Nationale Cybersicherheit diskutieren Teilnehmer über die aktuelle Bedrohungslage im Netz.
Auf der Konferenz für Nationale Cybersicherheit diskutieren Teilnehmer über die aktuelle Bedrohungslage im Netz. (Bild: Telekom/Screenshot: Golem.de)

Eine Meldepflicht für Angriffe aus dem Netz und eine bessere Rüstung vor allem mittelständischer Unternehmen für die zunehmende Bedrohung durch Cyberangriffe - das sind die zentralen Forderungen der Teilnehmer der Potsdamer Konferenz für Nationale Cybersicherheit 2013. Zur Untermauerung wurden die üblichen Schreckensszenarien aufgefahren, konkrete Zahlen über die tatsächliche Bedrohung konnten aber weder BKA-Vizechef Jürgen Stock noch der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) Hans-Georg Maaßen vorlegen. Sie halten deshalb die Meldepflicht für private Wirtschaftsunternehmen für unerlässlich, wonach Unternehmen sich verpflichten, kritische Angriffe auf ihre IT-Infrastruktur zu melden. Die wird es zumindest in Deutschland aber in absehbarer Zeit nicht geben.

Inhalt:
  1. Cybersicherheit: Verfolgungsjagd im Internet
  2. Meldepflicht ist zu teuer

Nur wenige Zahlen legten Teilnehmer der Konferenz zur aktuellen Bedrohungslage aus dem Netz vor: Von über 6 Millionen Straftaten, die im vergangenen Jahr in Deutschland begangen wurden, waren etwa 60.000 aus dem digitalen Bereich, rechnet der BKA-Vizechef vor. Er sieht auch die zunehmende Professionalisierung der Täter bis hin zu organisierten Verbrechensstrukturen mit Sorge. Maaßen beziffert täglich drei Angriffe auf die IT-Infrastruktur der Regierungseinrichtungen.

Berlin: Hauptstadt der Spione

Ansonsten blieben die Argumente für den geforderten und vermeintlich kostspieligen Ausbau der Sicherheitsinfrastruktur diffus. Die Dunkelziffer der digitalen Straftaten dürfte weitaus höher liegen, fuhr Stock fort, denn viele Unternehmen und private Nutzer würden sich aus Angst oder Scham nicht an die Polizei werden. Es gebe eine zu hohe "Mauer des Schweigens".

BfV-Chef Maaßen beschwor die Geister der Vergangenheit und zeichnete zugleich eine bedrohliche Zukunft: Berlin sei immer noch die Hauptstadt der Agenten, das habe sich seit dem Ende des Kalten Krieges nicht geändert. Heute seien es in erster Linie Spione, die "Angriffe im Bereich Wirtschaft und Forschung ausführen." Auch sei die verteidigungspolitische Situation Deutschlands in Gefahr, etwa wenn sensible Rüstungsvorhaben oder elementare militärische Informationen in die falschen Hände gelangten. "Elektronische Angriffe aller Tätergruppen zusammengenommen verursachen bereits jetzt in der deutschen Wirtschaft einen auf mehrere Milliarden Euro geschätzten finanziellen Schaden", warnt Maaßen. Außerdem rüsten auch ausländische Terroristen auf, Dschihadisten seien eine zunehmende Bedrohung auf öffentlichen Infrastrukturen. Auch Rechtsextremisten würden immer mehr von der realen in die virtuelle Welt übergehen und sich vor allem in sozialen Netzwerken tummeln. Stock warnte zudem vor Werkzeugen wie Anonymisierungstools und Verschlüsselungstechniken, die Täter zur Verschleierung verwenden und die Aufklärung verhindern.

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Auf Nachfrage nannte Maaßen auch konkrete Länder, die eine Bedrohung im Internet darstellen: China und Russland. Er ergänzte jedoch auf Nachfrage eines chinesischen Journalisten, dass es oftmals schwierig sei, einen eindeutigen Täter auszumachen. Da fehlen oftmals die technischen Möglichkeiten.

Wirtschaft und Behörden uneinig

Ohne konkrete Zahlen können aber absichernde Maßnahmen kaum durchzusetzen sein. Das will die Konferenz deutlich machen. Nach den Vorgaben der EU soll die Meldepflicht in Deutschland eingeführt werden, verlangen sowohl Stock als auch Maaßen und vor allem Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU).

Der Vorschlag stößt jedoch beim Wirtschaftsministerium unter Phillipp Rösler (FDP) auf Ablehnung. Auch Matthias Wachter vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sagte kürzlich der Tageszeitung Die Welt, die Meldepflicht sei nicht zielführend und mit einem hohen finanziellen und bürokratischen Aufwand verbunden. "Einen zusätzlichen gesetzlichen Regelungsbedarf sehen wir nicht."

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Meldepflicht ist zu teuer 
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SaSi 06. Jun 2013

ich verstehe zwar den gedanken der exekutiven, das denen die hände gebunden sind wenn es...

Charles Marlow 06. Jun 2013

Bislang wurde auch noch keine einzige Atombombe von Al Kaida-Terroristen auf deutschem...

thadrone 06. Jun 2013

Habe letztens auf Youtube mal ein paar Dokus zum Thema Nazis, Dschihadisten, schwarzer...

im-Kern-gehts-um 06. Jun 2013

tatsächlich wurde einer meiner Server vor 2 Wochen aus den Niederlanden gehackt sehr gute...



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