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Cybersicherheit: US-Regierung erlaubt Firmen Offensiv-Hacks

Die USA lassen künftig geprüfte Firmen unter staatlicher Regie offensive Cyberoperationen gegen Kriminelle im Ausland ausführen.
/ Nils Matthiesen
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Trump erlaubt Firmen offensive Hacks. (Bild: Anna Moneymaker/Getty Images)
Trump erlaubt Firmen offensive Hacks. Bild: Anna Moneymaker/Getty Images

US-Präsident Donald Trump hat laut The Guardian(öffnet im neuen Fenster) ein nationales Sicherheitsmemorandum(öffnet im neuen Fenster) unterzeichnet, das Unternehmen begrenzte offensive Cyberoperationen gegen ausländische kriminelle Gruppen gestattet. Die Befugnisse sind allerdings an strenge Vorgaben geknüpft und stehen unter der direkten Aufsicht der US-Regierung.

Staatliche Regie und Kaution als Voraussetzung

Das Memorandum beauftragt das Nationale Koordinierungszentrum der Homeland Security Task Force mit dem Aufbau eines entsprechenden Programms. Geleitet wird die Initiative gemeinsam vom Heimatschutzministerium (DHS) und dem Justizministerium (DOJ). Vor der Teilnahme müssen Unternehmen ein Überprüfungsverfahren durchlaufen und Verträge mit den Behörden abschließen. Diese Verträge können DOJ und DHS zudem an die Bedingung knüpfen, dass die Unternehmen eine Kaution oder Treuhandsumme von mindestens einer Million US-Dollar hinterlegen.

Nach der Zulassung dürfen die Unternehmen Angriffe auf ausländische Netzwerke vorschlagen sowie Cybersicherheitsdaten sammeln. Die Genehmigung betrifft Cyberüberwachungs- sowie Cyber-Effekt-Operationen. Letztere umfassen laut dem Dokument die Manipulation, Störung, Verweigerung, Beeinträchtigung oder Zerstörung von Informationssystemen, Netzwerken sowie physischer oder virtueller Infrastruktur, die von solchen Systemen gesteuert wird.

Zielgerichtete Maßnahmen gegen Kriminelle

Das Vorhaben soll sich gegen kriminelle Organisationen im Ausland richten, die Erpressungssoftware, Finanzbetrug oder Angriffe auf kritische Infrastrukturen einsetzen. Erst Ende Juli 2026 hatte ein koordinierter Angriff auf mehr als 30 Wasserversorger in Minnesota sowie mindestens sechs weitere Bundesstaaten für Störungen gesorgt. Die Verträge verleihen den Unternehmen keine unbegrenzte Handlungsfreiheit. Operationen, die voraussichtlich Menschen verletzen, töten oder die völkerrechtlich als Gewaltanwendung gelten würden, dürfen die Programmleiter nicht genehmigen. Aktionen gegen US-Bürger oder Systeme im Inland erfordern zusätzliche, gegebenenfalls gerichtliche Genehmigungen; werden solche Ziele unbeabsichtigt betroffen, müssen die Unternehmen die Operation stoppen, Minimierungsmaßnahmen ergreifen und dies umgehend melden.

Bedenken bestehen in Fachkreisen hinsichtlich rechtlicher Risiken, möglicher unbeabsichtigter Folgen und der Eskalation digitaler Konflikte. Jake Williams, Vizepräsident bei Hunter Strategy, sieht zum Beispiel die Gefahr(öffnet im neuen Fenster), dass beteiligte Amerikaner im Ausland als nicht uniformierte Kombattanten eingestuft werden könnten – unabhängig davon, ob eine entsprechende Behauptung zutrifft.

Der frühere Cyber-Command-Offizier Jason Kitka nannte das Programm(öffnet im neuen Fenster) zudem eine "Perpetuum-mobile-Maschine für abrechenbare Bedrohungen" – ein Anreiz für Unternehmen, fortlaufend neue Operationen vorzuschlagen. Cybersicherheits-Veteran Chris Wysopal ordnete das Memorandum letztlich als "große Verschiebung in der US-Cyberpolitik" ein, die aber hinter früheren "Hack-back"-Vorschlägen zurückbleibe. Wie genau Ziele identifiziert und Fehleinschätzungen korrigiert werden, regle ein geheimer Anhang zum Memorandum – öffentlich einsehbar sei der aber nicht.


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