Abo
  • IT-Karriere:

Cybersicherheit: NSA soll Heartbleed-Bug jahrelang genutzt haben

Die National Security Agency soll nach einem Medienbericht zwei Jahre lang den Heartbleed-Bug von OpenSSL gekannt und regelmäßig genutzt haben, um Informationen zu sammeln. Die NSA bestreitet das, während eine Bürgerrechtsorganisation erste Hinweise gefunden haben will.

Artikel veröffentlicht am ,
Nutzte die NSA Heartbleed heimlich aus?
Nutzte die NSA Heartbleed heimlich aus? (Bild: Bildmontage: Golem.de)

Die NSA soll den OpenSSL-Bug, der es ermöglicht, eigentlich private Keys von Servern auszulesen und damit die Verschlüsselung zu kompromittieren, jahrelang gekannt und auch aktiv ausgenutzt haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei nicht namentlich genannte Quellen.

Stellenmarkt
  1. Dataport, Hamburg
  2. CYBEROBICS, Berlin

Die Entscheidung der NSA, den Fehler nicht öffentlich zu machen, um nationale Sicherheitsinteressen zu verfolgen, dürfte wiederum dafür sorgen, dass die Debatte um die Rolle des US-Geheimdienstes in der Cybersicherheit neu aufflammt.

Offiziell wurde die Sicherheitslücke unabhängig voneinander von einem Team der finnischen Sicherheitsfirma Codenomicon und dem Sicherheitsteam von Google entdeckt. Schon ganz zu beginn der Affaire hieß es, dass die Entdecker fürchteten, dass weitere Personen die Sicherheitslücke schon früher entdeckt haben und sie bereits ausnutzen. Auf Serverseite gibt es keine Möglichkeit, eine Attacke zu erkennen, die in der Vergangenheit stattgefunden hat. Offenbar wurden einige Betreiber von Internetservices aber vorab von dem Problem informiert.

Die Entdeckung der Sicherheitslücke führte zu hektischen Updates auf Servern, Zertifikatserneuerungen und den Aufruf auch von Massenmedien an Privatpersonen und Unternehmen, ihre Passwörter zu ändern. Zahllose Administratoren mussten Serverkompontenten und sogar Netzwerkinfrastrukturgeräte in Windeseile aktualisieren.

NSA bestreitet Wissen über Heartbleed vor April

Die NSA bestreitet offiziell, von dem Bug vor April 2014 etwas gewusst zu haben. Das teilte der Geheimdienst über Twitter mit. Hätte man früher davon gewusst, hätte man sich an die Verantwortlichen für OpenSSL gewendet.

US-Präsident Barack Obama war in seiner Rede vom 17. Januar 2014 nicht auf Anregungen einer Regierungskommission eingegangen, die einen neuen Umgang mit Backdoors und Verschlüsselungsstandards gefordert hatte. Nach Ansicht von Sicherheitsexperten geht es dabei nicht um die Frage, ob die NSA spionieren dürfe oder nicht. Man stehe vor der Wahl, ob die Kommunikationsinfrastruktur im Kern angreifbar sei oder in sich für ihre Nutzer Sicherheit biete. Mehr als 50 Kryptographie-Experten aus den USA hatten in einem offenen Brief Ende Januar 2014 davor gewarnt, wegen Spionageinteressen die Sicherheitsstandards der Kommunikation zu untergraben.

Nach einem älteren Bericht der US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) gibt es Hinweise, dass der Heartbleed-Bug in OpenSSL bereits vor vielen Monaten praktisch ausgenutzt wurde. Ein Systemadministrator hat demnach in seinen Logs Hinweise auf den Fehler gefunden. Die EFF mutmaßt, dass es sich dabei um einen Angriff durch Geheimdienste handelte.

Nachtrag vom 11. April 2014, 23:00 Uhr

Die NSA bestreitet offiziell, von dem Bug vor April 2014 etwas gewusst zu haben. Das teilte der Geheimdienst über Twitter mit. Der Text wurde entsprechend angepasst.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-25%) 44,99€
  2. 4,99€
  3. 4,99€
  4. 3,99€

hw75 13. Apr 2014

Es gibt "stundenlang", "tagelang", "wochenlang", "monatelang", "jahrelang", ... Zum Bug...

hw75 13. Apr 2014

Natürlich gibt es noch mehr Lücken. Ausser man streitet komplett alle Enthüllungen...

BLi8819 13. Apr 2014

Kommt drauf an, was du mit Sicherheit meinst. Das ist schon eine falsche Annahme. Gerade...

monkeybrain 13. Apr 2014

Ich wette, dass die Geheimdiente einen ganzen Katalog mit Schwachstellen haben. Der Witz...

elgooG 13. Apr 2014

Also mir drängt sich hier als Erstes der Gedanke auf, dass die NSA den Bug nicht nur...


Folgen Sie uns
       


Red Magic 3 - Test

Das Red Magic 3 richtet sich an Gamer - dank der Topausstattung und eines Preises von nur 480 Euro ist das Smartphone aber generell lohnenswert.

Red Magic 3 - Test Video aufrufen
Smarte Wecker im Test: Unter den Blinden ist der Einäugige König
Smarte Wecker im Test
Unter den Blinden ist der Einäugige König

Einen guten smarten Wecker zu bauen, ist offenbar gar nicht so einfach. Bei Amazons Echo Show 5 und Lenovos Smart Clock fehlen uns viele Basisfunktionen. Dafür ist einer der beiden ein besonders preisgünstiges und leistungsfähiges smartes Display.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Nest Hub im Test Google vermasselt es 1A

Arbeit: Hilfe für frustrierte ITler
Arbeit
Hilfe für frustrierte ITler

Viele ITler sind frustriert, weil ihre Führungskraft nichts vom Fach versteht und sie mit Ideen gegen Wände laufen. Doch nicht immer ist an der Situation nur die Führungskraft schuld. Denn oft verkaufen die ITler ihre Ideen einfach nicht gut genug.
Von Robert Meyer

  1. IT-Forensikerin Beweise sichern im Faradayschen Käfig
  2. Homeoffice Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
  3. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt

Indiegames-Rundschau: Epische ASCII-Abenteuer und erlebnishungrige Astronauten
Indiegames-Rundschau
Epische ASCII-Abenteuer und erlebnishungrige Astronauten

In Stone Story RPG erwacht ASCII-Art zum Leben, die Astronauten in Oxygen Not Included erleben tragikomische Slapstick-Abenteuer, dazu kommen Aufbaustrategie plus Action und Sammelkartenspiele: Golem.de stellt neue Indiegames vor.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Von Bananen und Astronauten
  2. Indiegames-Rundschau Verloren im Sonnensystem und im Mittelalter
  3. Indiegames-Rundschau Drogen, Schwerter, Roboter-Ritter

    •  /