Cybersicherheit: Kriminelle wollten Arbeitslosengeld erbeuten

Kunden der Bundesagentur für Arbeit sind zum Ziel von Kriminellen geworden. Wie die Agentur mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , wurde mit geänderten Kontonummern versucht, Leistungen abzuzweigen. Aus diesem Grund ist es derzeit vorübergehend nicht möglich, online Anträge auf Geldleistungen wie Arbeitslosengeld zu stellen.
Unbefugte hätten sich Zugang zu Nutzerkonten verschafft und auf Kundenprofilen Kontoverbindungen geändert, erklärte ein Sprecher in Nürnberg. Daraufhin habe die Behörde die Funktion zum Eintragen oder Ändern von IBAN-Kontonummern und Adressdaten in Onlineformularen vorübergehend deaktiviert, um sich und die Kunden vor weiteren Angriffen zu schützen.
Der IT-Abteilung der Bundesagentur für Arbeit sei aufgefallen, dass der Angriff auf eine dreistellige Zahl von Nutzerkonten über die persönlichen Endgeräte der Kunden erfolgt sei, hieß es weiter. Die Agentur stellte Strafanzeige und informierte den Bundesdatenschutzbeauftragten und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Auszahlungen an die geänderten Kontoverbindungen wurden nach ersten Erkenntnissen nicht vorgenommen.
Zentrales Nutzerkonto für Dienstleistungen
Seit Juli 2024 können Bürgerinnen und Bürger über ein zentrales Nutzerkonto mittels Bund ID Dienstleistungen der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch nehmen. Ein Bestandteil des Nutzerkontos ist die Möglichkeit, Daten zentral zu pflegen und diese automatisch zum Vorausfüllen von Dokumenten zu verwenden.
Die Bundesagentur für Arbeit investiert zudem in künstliche Intelligenz und hat dafür bereits einen Rahmenvertrag mit Aleph Alpha geschlossen.
Einer der Gründe dafür sei, dass bis zu Jahr 2032 bis zu 35 Prozent der Angestellten der Bundesagentur in den Ruhestand gehen oder die Behörde verlassen könnten, hieß es. Diese Stellen alle neu zu besetzen, sei unrealistisch, und man wolle KI für die Teilautomatisierung von Behördenprozessen, der Dokumentation von Mitarbeiterwissen und in der Kundenberatung einsetzen.



