• IT-Karriere:
  • Services:

Cybersicherheit: Experten befürchten Angriffe auf die Europawahlen 2019

Eine erfolgreiche Cyberattacke gegen einen Mitgliedstaat reiche aus, um den gesamten Prozess der Wahl zum Europäischen Parlament 2019 zu kompromittieren, warnen Mitglieder einer EU-Kooperationsgruppe zur Netzwerksicherheit. Die Funktion der Staatengemeinschaft könnte beeinträchtigt werden.

Artikel von Stefan Krempl veröffentlicht am
Stimmabgabe bei den Europawahlen 2014 in Dänemark
Stimmabgabe bei den Europawahlen 2014 in Dänemark (Bild: Henning Bagger/Getty Images)

Europäische Sicherheitsexperten sind in Sorge über die Sicherheit der im Mai 2019 stattfindenden Europawahl. "Wahlen werden in der modernen digitalen Ära immer häufiger ins Visier genommen", heißt es in einem jüngst veröffentlichtenBericht der Kooperationsgruppe zur Umsetzung der EU-Richtlinie für die Netzwerk- und Informationssicherheit. "Rund um den Globus gibt es Angriffe darauf." Cyberattacken seien daher "eine Realität in Wahlverfahren", konstatieren die Autoren unter Verweis auf über 20 Beispiele etwa aus Bulgarien, Frankreich, Russland, Tschechien, der Slowakei, der Ukraine oder den USA. Planer und Verantwortliche für das Risikomanagement müssten sich daher auf solche Vorfälle einstellen.

Inhalt:
  1. Cybersicherheit: Experten befürchten Angriffe auf die Europawahlen 2019
  2. EU-Sicherheitskommissar will Gesetze verschärfen

Im Fall der zunächst auf nationaler Ebene durchgeführten Wahlen zum EU-Parlament könnte eine einschlägige Kampagne mit "Cyber-Elementen" gegen einen einzelnen Mitgliedstaat dazu führen, "dass die Sitzvergabe nicht bestätigt werden kann", schreiben die Spezialisten. "Damit wäre der gesamte Wahlprozess kompromittiert." Dies könnte wiederum die Fähigkeit des Parlaments einschränken, sich zu konstituieren, und so letztlich den ordentlichen Betrieb der gesamten Gemeinschaft in Mitleidenschaft ziehen.

Auch papierbasierte Wahlverfahren betroffen

Herausgegeben und redaktionell betreut hat das 50-seitige Kompendium zur Cybersicherheit der Wahltechnologie die estnische Behörde für Informationssicherheit RIA und damit das Pendant zum hiesigen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Mitgewirkt haben IT-Sicherheitsexperten aus Verwaltungen von 20 Mitgliedsstaaten sowie der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA). Sie geben in dem Bericht Hinweise etwa für Tests und Audits von Wahlsoftware, den Schutz genutzter Online-Infrastrukturen vor Angriffen oder für den Einsatz von Backup-Systemen.

Mit der Digitalisierung von Wahlverfahren dürften die traditionellen Anforderungen daran nicht unterlaufen werden, konstatieren die Verfasser. Wahlen müssten also weiterhin frei, offen und fair sein und auf einer geheimen Stimmabgabe beruhen. Digitale Lösungen an sich seien nicht sicherer oder unsicherer als papierbasierte Wahlverfahren. Die Technik könne aber helfen, dass die allgemeinen Bedingungen erfüllt würden und mit Hilfe von Innovationen die Legitimität des Wahlergebnisses garantieren.

Diskreditierung von Wahlen angestrebt

Stellenmarkt
  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), Düsseldorf
  2. Fachhochschule Südwestfalen, Soest

Dem stünden zunehmende "staatlich-gestützte Cyberattacken" gegenüber, die oft mit "Informationsoperationen" und Kampagnen etwa in sozialen Netzwerken verknüpft seien, halten die Experten fest. Ein Ziel davon sei es, mögliche Ergebnisse in Zweifel zu ziehen und den demokratischen Prozess zu beeinflussen. Selbst hinter traditionellen Wahlverfahren stünden mittlerweile digitale Werkzeuge, um Datenbanken von Wählern zu pflegen, Kandidaten zu registrieren oder Ergebnisse zu berechnen und später öffentlich bekanntzugeben. Deswegen müsse ein umfassender Arbeitsprozess aufgesetzt werden, um Wahlen und die eingesetzten Hilfssysteme bis hin zur Kommunikation von Resultaten über die Medien zu verteidigen.

Schon ein während des Wahlkampfs stattfindender Hack könne "die politische Agenda und die Debatten völlig aus der Bahn werfen", sagte die Chefredakteurin des Berichts, Liisa Past, dem Online-Magazin Euractiv. In diesem Fall müssten die Politiker und ihre Wahlhelfer dann eher die Mängel ihrer Sicherheitssysteme erklären statt die Vorzüge ihrer politischen Pläne und Forderungen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
EU-Sicherheitskommissar will Gesetze verschärfen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (ES GEHT ENDLICH LOS!)
  2. ab 21,00€
  3. (aktuell u. a. Toshiba-Festplatte mit 10 TB für 279,00€ (Bestpreis!), Be quiet Silent Base 801...
  4. ab 30,00€ bei ubi.com

NativesAlter 29. Aug 2018

Auch hier hilft lmgtfy weiter. Stichworte zum Suchen wären z.B. "Front National Kredit...


Folgen Sie uns
       


Amazons FireTV Cube mit Sprachsteuerung - Test

Der Fire TV Cube ist mehr als ein Fire-TV-Modell. Er kann auf Zuruf gesteuert werden und wir zeigen im Video, wie gut das gelöst ist.

Amazons FireTV Cube mit Sprachsteuerung - Test Video aufrufen
Videospiellokalisierung: Lost in Translation
Videospiellokalisierung
Lost in Translation

Damit Videospiele in möglichst viele Länder verkauft werden können, müssen sie übersetzt beziehungsweise lokalisiert werden. Ein kniffliger Job, denn die Textdatei eines Games hat oft auf den ersten Blick keine logische Struktur - dafür aber Hunderte Seiten.
Von Nadine Emmerich

  1. Spielebranche Entwickler können bis 2023 mit Millionenförderung rechnen
  2. Planet Zoo im Test Tierische Tüftelei
  3. Förderung Spielentwickler sollen 2020 nur einen "Ausgaberest" bekommen

Indiegames-Rundschau: Der letzte Kampf des alten Cops
Indiegames-Rundschau
Der letzte Kampf des alten Cops

Rollenspiel deluxe mit einem abgehalfterten Polizisten in Disco Elysium, unmöglich-verdrehte Architektur in Manifold Garden und eine höllische Feier in Afterparty: Golem.de stellt die aktuellen Indiegames vor.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Killer trifft Gans
  2. Indiegames-Rundschau Überleben im Dschungel und tausend Tode im Dunkeln
  3. Indiegames-Rundschau Epische ASCII-Abenteuer und erlebnishungrige Astronauten

Handelskrieg: Zartbittere Zeiten für Chinas Technikbranche
Handelskrieg
Zartbittere Zeiten für Chinas Technikbranche

"Bitterkeit essen" heißt es in China, wenn schlechte Zeiten überstanden werden müssen. Doch so schlimm wie Donald Trump es darstellt, wird der Handelskrieg mit den USA für Chinas Technikbranche wohl nicht werden.
Eine Analyse von Finn Mayer-Kuckuk

  1. Smarter Türöffner Nello One soll weiter nutzbar sein
  2. Bonaverde Berliner Kaffee-Startup meldet Insolvenz an
  3. Unitymedia Vodafone plant großen Stellenabbau in Deutschland

    •  /