Cyberpunk 2077: Phantom Liberty lässt Kurs von CD Projekt abstürzen

Nach dem Start von Phantom Liberty am 26. September 2023 ist der Aktienkurs des Herstellers CD Projekt stark unter Druck geraten. Einen Tag vor Veröffentlichung der Erweiterung lag er noch bei über 33 Euro, inzwischen sind die Anteilsscheine für weniger als 24 Euro zu haben – Tendenz weiter fallend.
Das ist vor allem deshalb überraschend, weil sich das rund 30 Euro teure Phantom Liberty ( Test auf Golem.de ) sehr gut verkauft: Mehr als drei Millionen Exemplare setzte CD Projekt nach eigenen Angaben in den ersten Tagen nach dem Start am 26. September 2023 ab.
Das Hauptprogramm Cyberpunk 2077 kommt inzwischen sogar auf 25 Millionen Stück. Die Wertungen sind hoch, bei Steam kommt die PC-Version von Phantom Liberty(öffnet im neuen Fenster) auf die Durchschnittsnote "Sehr positiv" und bei Metacritic auf 89 Prozent(öffnet im neuen Fenster) (Xbox: 90 Prozent, PS5 87 Prozent).
Ein Grund für den stark gefallenen Aktienkurs könnte sein, dass CD Projekt mit seinen Angaben zu den Kosten für Phantom Liberty und Cyberpunk 2077 die Anleger verschreckt hat.
So sagten Firmenvertreter gerade bei Investorengesprächen(öffnet im neuen Fenster) , dass die Produktion der Erweiterung knapp 63 Millionen US-Dollar gekostet habe. Dazu seien Marketingkosten von fast 22 Millionen Euro gekommen.
Die Produktion von Cyberpunk 2077 habe insgesamt etwa 316 Millionen US-Dollar gekostet, die nachgelagerten Optimierungen kämen auf rund 126 Millionen US-Dollar. Insgesamt kommen so 527 Millionen US-Dollar zusammen.
Gute Spiele kosten sehr viel Geld
Möglicherweise brachte diese Endsumme den ein oder anderen Investor zu der Überzeugung, das Verhältnis von Risiko und Chancen bei künftigen Produktionen von CD Projekt zu überdenken und sich von seinen Papieren zu trennen.

Das Studio arbeitet derzeit an mehreren Großprojekten, die allesamt auf Basis der Unreal Engine entstehen – die CD Projekt erstmals verwendet, was ein zusätzliches Risiko birgt. Die Teams arbeiten an einer Neuauflage des ersten The Witcher, an The Witcher 4 mit einer neuen Hauptfigur sowie an einem Nachfolger von Cyberpunk 2077 .
Außerdem entsteht erstmals ein Spiel auf Basis einer hauseigenen, selbst erschaffenen Marke. Details zu all diesen Vorhaben gibt es nicht, bis zur Veröffentlichung der ersten Neuheit dürften noch Jahre vergehen.



