Cyberkriminalität: EU will hohe Strafen für Schlamperei bei IT-Sicherheit

Nach kaum noch zu zählenden Einbrüchen in IT-Netzwerke von Firmen und Behörden will die Europäische Union nun endlich handeln. Morgen soll der Innenausschuss des Europaparlaments über Strafen bei fehlender IT-Security abstimmen.

Artikel veröffentlicht am ,
Cyberkriminalität: EU will hohe Strafen für Schlamperei bei IT-Sicherheit
(Bild: Ivan Milutinovic/Reuters)

Die Europäische Union will verbindliche Standards der IT-Sicherheit für die Privatwirtschaft vorschreiben. Nach Informationen der Tageszeitung Die Welt sollen Firmen, die keinen angemessenen Schutz für ihnen anvertraute Daten gewährleisten, "abschreckende Sanktionen" und "strafrechtliche" Konsequenzen drohen. Das steht in einem fraktionsübergreifenden Textvorschlag, den der Innenausschuss des Europaparlaments demnach am 27. März 2012 beschließen wird.

"Als Anhaltspunkt können bis zu maximal zwei Prozent des Jahresumsatzes dienen, so wie es im Vorschlag zur Datenschutzrichtlinie vorgesehen ist", sagte die EU-Abgeordnete Monika Hohlmeier (CSU) der Welt.

Firmen, die Opfer von Cyberkriminalität geworden sind, sollen dies bei der Polizei anzeigen müssen und mit den Behörden zusammenarbeiten. "Mitgliedstaaten sollen eine Liste möglicher Fälle definieren, bei denen die Verweigerung der Zusammenarbeit selbst kriminelles Verhalten darstellt", heißt es in dem Text.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte auf dem Internetkongress des CDU-Wirtschaftsrats an die Wirtschaft und ihre Verbände appelliert, bei Einbrüchen in die IT-Infrastruktur endlich einen Single Point of Contact zu schaffen, um schnell reagieren zu können. Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Viviane Reding, sagte dort, strenge Datenschutzgesetze seien nötig, "sonst werden die Menschen ihre Daten für sich behalten, und dann kann die Wirtschaft nicht mehr funktionieren."

Neues Konzept: Schützen einzelner Datenbereiche durch Verschlüsselung

Statt breit gestreuter Angriffe handele es sich immer öfter um gezielte Attacken auf ganz bestimmte IT-Netzbereiche. Nicht selten blieben diese Aktivitäten lange Zeit unentdeckt, beziehungsweise seien für die Attackierten kaum nachvollziehbar. Konventionelle Sicherheitsvorkehrungen wie Firewalls, Virenscanner, regelmäßige Patches und Backups böten gegen diese Bedrohung meist keinen Schutz mehr. In vielen deutschen Unternehmen würde dies nach wie vor nur unangemessen berücksichtigt.

Um Sicherheitsbedrohungen künftig angemessen begegnen zu können, forderten Experten daher die Abkehr vom bisherigen System- und Geräteansatz. "Das Schützen ganzer Netze ist nicht zukunftstauglich", erklärte Thorsten Krüger, Director Regional Sales bei Safenet, der IT-Wochenzeitung Computerwoche. Der Schutz einzelner Informationen müsse in den Mittelpunkt rücken, etwa durch spezielle Datenverschlüsselungen. Auch Symantec-Vice-President Andreas Zeitler betonte, dass nur so eine wirkungsvolle Abwehr professioneller Hackerangriffe überhaupt noch möglich sei.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Arhey 28. Mär 2012

"sonst werden die Menschen ihre Daten für sich behalten, und dann kann die Wirtschaft...

grisu_s 27. Mär 2012

Da zeigt sich wieder einmal die Unwissenheit und Hilfslosigkeit unserer Politiker...

Raumzeitkrümmer 27. Mär 2012

...nein. Wenn die Daten verschlüsselt übertragen werden. *lach*

ichbert 27. Mär 2012

Wenn der Admin nur auf Druck von "ahnungslosen" seine Systeme sichert dann ist er meiner...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Streaming
Netflix zieht Maßnahmen gegen Konten-Sharing zurück

Netflix wird vorerst wohl doch nichts unternehmen, wenn ein Netflix-Konto unerlaubterweise mit anderen geteilt wird.

Streaming: Netflix zieht Maßnahmen gegen Konten-Sharing zurück
Artikel
  1. Objekte in Javascript: Von Literalen, Konstruktoren und Klassen
    Objekte in Javascript
    Von Literalen, Konstruktoren und Klassen

    Objekte kennen alle Entwickler, in Javascript kann man dennoch leicht auf den Holzweg geraten. Wir zeigen, wo die Gefahren lauern und wie man auf dem richtigen Pfad bleibt.
    Eine Anleitung von Dirk Koller

  2. 343 Industries: Halo-Neustart offenbar mit Unreal Engine
    343 Industries
    Halo-Neustart offenbar mit Unreal Engine

    Das Projekt Tatanka wird zur Zukunft von Halo und dem Master Chief: Laut einem Bericht plant Entwickler 343 Industries einen echten Neustart.

  3. Aktionäre statt Angestellte: Intel spart beim Personal für die Dividende
    Aktionäre statt Angestellte
    Intel spart beim Personal für die Dividende

    Wer nicht entlassen wurde, bekommt weniger Gehalt: Intel spart beim Personal, versucht aber die Aktionäre bei Laune zu halten.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • 15% Extra-Rabatt auf Fernseher bei Otto • Roccat Kone Pro -56% • Xbox Series S + Dead Space 299,99€ • PCGH Cyber Week • MindStar: ASRock RX 7900 XT 949€ • AMD CPU kaufen, SW Jedi Survivor gratis dazu • Philips LED TV 65" 120 Hz Ambilight 999€ • KF DDR4-3600 32GB 91,89€ [Werbung]
    •  /