Cyberkriminalität: Drei Viertel der Internetnutzer waren 2022 betroffen

Drei Viertel aller deutschen Internetnutzer waren im Jahr 2022 von Cyberkriminalität betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage(öffnet im neuen Fenster) im Auftrag des Digital-Branchenverbandes Bitkom, an der 1.014 Personen ab 16 Jahren teilgenommen haben.
"Wer sich im Internet bewegt, muss damit rechnen, auf Cyberkriminelle zu treffen" , sagte Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder. Es sei daher wichtig, Sicherheitsmaßnahmen "von der Verwendung sicherer Passwörter über die Installation von Virenschutzsoftware bis zur sparsamen Weitergabe persönlicher Informationen" zu treffen. "Aber auch gesunder Menschenverstand hilft gegen Cyberkriminelle."
Der Bitkom fasst unter dem Begriff Cyberkriminalität in einer Umfrage ein breites Feld an Vorfällen zusammen, von der Weitergabe persönlicher Daten bis zu Ransomware-Angriffen. 29 Prozent der Internetnutzer gaben laut Bitkom an, beim Onlineshopping betrogen worden zu sein, 13 Prozent beim Onlinebanking. Mit 27 Prozent konnte mehr als jeder Vierte bereits Schadsoftware auf seinem Computer feststellen, bei Smartphones waren es 17 Prozent. Während rund ein Drittel der Befragten auf Vorfälle gar nicht reagiert hätten, stellten 18 Prozent Strafanzeige.
Lediglich zwei Prozent der Privatnutzer gaben an, von Ransomware-Angriffen betroffen gewesen zu sein, während dies nach Zahlen von Sophos bereits bei zwei Drittel aller Unternehmen der Fall war .
Steigende Zahlen beim Onlinebetrug
Die Zahlen steigen seit Jahren an. 2020 waren rund zwei Drittel der Befragten selbst betroffen, 2019 etwa 60 Prozent. 2016 antwortete lediglich die Hälfte aller Nutzer , selbst betroffen gewesen zu sein. Die Zahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert. Im Jahr 2021 gaben 21 Prozent der Befragten an, nicht selbst Opfer von Cyberkriminalität geworden zu sein, in diesem Jahr waren es 22 Prozent.
Während der Coronapandemie stieg die Nutzung von Onlineshopping . Das machten sich auch Betrüger zunutze, etwa mit gefälschten Onlineshops, die sich als seriöse Anbieter ausgeben . Auch Phishing-Angriffe kamen in den letzten drei Jahren gehäuft vor, etwa auf Ebay Kleinanzeigen oder Steam und Discord(öffnet im neuen Fenster) . "Wie in der analogen Welt gilt auch im Digitalen: Sind Angebote zum Beispiel von Online-Shops einfach zu gut, um wahr zu sein, sollte man die Finger weglassen" , so Bitkom-Geschäftsführer Rohleder.



