Cybergrooming: Gefährliche Nähe im Netz
Was harmlos im Chat beginnt, endet oft als Albtraum. Täter nutzen Vertrauen, Neugier und Einsamkeit von Kindern aus. Was Eltern tun können.

Ich war 15, als ich zum ersten Mal Internet zu Hause hatte. Es muss um das Jahr 2000 gewesen sein: Kabelmodem, laute Einwahlgeräusche und eine völlig neue Welt da draußen. Spickzettel.de war eine meiner Hauptanlaufstellen – wer mochte schon Hausaufgaben? Und abends, wenn meine Eltern Ruhe wollten, gab es noch Knuddels.de, damals eine der größten Chatplattformen im deutschsprachigen Raum.
Ein "Pling" ertönte, und ein Junge in meinem Alter fragte, welche Videospiele ich so spielte. Zunächst tauschten wir Cheats für GTA aus, dann kamen persönliche Fragen, später vertrauten wir einander Geheimnisse an. Nach wenigen Tagen war er ein Freund geworden – nur eben online.