Cybercrime Profiling: Der typische Onlinekriminelle ist ein 34-jähriger Mann

Forscher aus Österreich versuchen herauszufinden, welcher Typ Mensch hinter der steigenden Onlinekriminalität steckt. Dabei identifizieren sie Tätergruppen und können diese bestimmten Straftatbeständen zuordnen.

Artikel veröffentlicht am ,
Durchschnittliche Onlinekriminelle sind Männer Mitte 30.
Durchschnittliche Onlinekriminelle sind Männer Mitte 30. (Bild: Maxpixel/CC0 1.0)

Seit 13 Jahren erforscht Edith Huber die Onlinekriminalität im Nachbarland Österreich. Die Soziologin der Universität Krems interessiert sich dabei besonders für die sich wandelnde Definition von Cybercrime sowie für die Eigenschaften von Tätern und Opfern.

Stellenmarkt
  1. Systemingenieur (m/w/d) IT Systeme
    Scheidt & Bachmann System Technik GmbH, Kiel
  2. Sachbearbeiterinnen / Sachbearbeiter (w/m/d) - Cyber-Sicherheit in Smart Home und Smart Cities
    Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Bonn
Detailsuche

Ihren Forschungsergebnissen zufolge, die Huber gemeinsam mit der Soziologin Bettina Pospisil auf der diesjährigen Deepsec-Konferenz in Wien vorgestellt hat, ist der durchschnittliche Cyberkriminelle rund 34 Jahre alt, männlich und alleinstehend. Anders als klischeehafte Darstellungen es oft nahelegen, sind die meisten Täter dagegen keine IT-Profis mit Universitätsabschluss in Informatik. Bei der Mehrheit der untersuchten Cybercrime-Fälle handelt es sich um Identitätsdiebstahl und Racheakte (Revenge-Crime), die sich mit eher simplen Techniken durchführen lassen. Oft bedürfe es gar keines besonderen technischen Könnens, um die untersuchten Angriffe durchzuführen.

Für ihre Arbeit haben sich die Forscherinnen ihrem Vortrag auf der Deepsec zufolge durch Tausende Akten von am Gericht in Wien anhängenden Cybercrime-Fällen gearbeitet.

Schlecht geschützte Konten und schwache Passwörter

"Privatpersonen werden häufig Opfer von Tätern, die sich unerlaubt Zugriff auf Online-Bezahlsysteme verschaffen, beispielsweise in Form von illegalen Überweisungen, Kreditkartenmissbrauch, illegalem Zugang auf Online-Shoppingportale und so weiter", erklärt Huber. Dies sei oft technisch einfach zu bewerkstelligen, da viele Opfer ihre Zugangsdaten nur schlecht schützten oder leicht erratbare Passwörter verwendeten. Diese Vorgehensweise werde auch häufig bei Racheakten angewendet. Zumeist würden Zugangsdaten zu Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram oder zu E-Mail-Konten gestohlen, mit deren Hilfe anschließend Fotos, Videos oder andere private Informationen gestreut werden können. "Viele Delikte, die früher im Bereich des Stalkings zu subsumieren waren, werden nun über diese Schiene ausgetragen."

Golem Akademie
  1. Jira für Anwender: virtueller Ein-Tages-Workshop
    10. November 2021, virtuell
  2. Scrum Product Owner: Vorbereitung auf den PSPO I (Scrum.org): virtueller Zwei-Tage-Workshop
    3.–4. März 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

"Analysiert man die letzten zehn bis 15 Jahre, kann man massiv den Einfluss der Digitalisierung auf die Onlinekriminalität erkennen", sagt Huber. "Durch Breitbandinitiativen und die stetige Ausweitung der Nutzung mobiler internetfähiger Geräte sowie der Verwendung von Smartphones steigt zudem die Zahl potenzieller Opfer."

Auch Unternehmen werden Opfer

Auch bei Angriffen auf Unternehmen und kritische Infrastrukturen haben sich die Angriffsmethoden laut Huber geändert. Zwar gehe es auch hier sehr häufig um Identitätsdiebstahl, der objektive Schaden dürfte in einem professionellen Umfeld aber oft ungleich höher ausfallen. "Mehr als 60 Prozent der Opfer im Unternehmensbereich fallen in die Kategorien Bank- und Finanzdienstleister", erklärt Huber. "Firmen und kritische Infrastrukturen werden zudem häufiger Opfer sogenannter Core-Cybercrime, also jenen Cybercrime-Delikten, die ausschließlich online existieren." Hierbei spiele vor allem die Zunahme von Malware-, Ransomware- und Social-Engeneering-Attacken eine Rolle.

Dem österreichischen Bundeskriminalamt zufolge steigt die Zahl angezeigter Cybercrime-Fälle stetig - von rund 2.900 im Jahr 2007 auf fast 17.000 im Jahr 2017. Die Aufklärungsrate kann diesem hohen Aufkommen offenbar nicht folgen: Wie die beiden Forscherinnen ermittelt haben, sind zumindest am Wiener Gericht fast 93 Prozent der untersuchten Fälle ungelöst.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Eheran 04. Dez 2018

Der Durchschnittsmensch ist bestimmt auch grob so alt. Die Aussage hat wirklich einen...

Tr1umph 04. Dez 2018

Das sehe ich anders. Meiner Ansicht nach haben IT-Profis ganz einfach durch ihren Job...

tearcatcher 04. Dez 2018

YESSSSSSS

mehrfachgesperrt 03. Dez 2018

Ja, und ich möchte dass ihr mich Loretta nennt...

Anonymer Nutzer 03. Dez 2018

Offline lernen die Leute ja relativ schnell, wie sie sich zu schützen haben aber Online...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bald exklusiv bei Disney+
Serien verschwinden aus Abos von Netflix und Prime Video

Acht Serienklassiker gibt es bald nur noch exklusiv bei Disney+ im Abo. Dazu gehören Futurama, Family Guy und 24.
Von Ingo Pakalski

Bald exklusiv bei Disney+: Serien verschwinden aus Abos von Netflix und Prime Video
Artikel
  1. Chorus im Test: Action im All plus galaktische Grafik
    Chorus im Test
    Action im All plus galaktische Grafik

    Schicke Grafik und ein sprechendes Raumschiff: Chorus von Deep Silver entpuppt sich beim Test als düsteres und spannendes Weltraumspiel.
    Von Peter Steinlechner

  2. Mobilfunkexperte: Afghanischer Ex-Minister hat nach Lieferando einen neuen Job
    Mobilfunkexperte
    Afghanischer Ex-Minister hat nach Lieferando einen neuen Job

    Der frühere afghanische Kommunikationsminister Syed Sadaat arbeitet nicht mehr bei Lieferando in Leipzig. Nun wird er Partner bei einem Maskenhersteller.

  3. Edge-Browser: Microsoft will Installation von Chrome verhindern
    Edge-Browser
    Microsoft will Installation von Chrome verhindern

    Microsoft intensiviert sein Vorgehen gegen andere Browser: Vor der Installation von Chrome wird Edge übertrieben gelobt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn-Advent: Toshiba Canvio 6TB 88€ • KFA2 Geforce RTX 3070 OC 8GB 1.019€ • Netgear günstiger (u. a. 5-Port-Switch 16,89€) • Norton 360 Deluxe 2022 18,99€ • Gaming-Monitore zu Bestpreisen (u. a. Samsung G3 27" FHD 144Hz 219€) • Spiele günstiger (u. a. Hades PS5 15,99€) [Werbung]
    •  /