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Cybercrime: Nordkoreanische Cyberkriminelle bestehlen IT-Fachleute auf Jobsuche

Sicherheitsbehörden warnen vor einer Cybergruppe aus Nordkorea, die gezielt IT-Spezialisten angreift. Was hinter der Kampagne "Contagious Interview" steckt.
/ Tobias Költzsch und dpa
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Nordkoreanische Agenten haben eine neue Masche, um an Kryptogeld und Informationen zu kommen. (Bild: KIM WON JIN/AFP via Getty Images)
Nordkoreanische Agenten haben eine neue Masche, um an Kryptogeld und Informationen zu kommen. Bild: KIM WON JIN/AFP via Getty Images

Deutsche Nachrichtendienste warnen der dpa zufolge arbeitssuchende IT-Fachleute vor einer Cybergruppierung, die Kryptodevisen zur Umgehung von Sanktionen gegen Nordkorea und zur Finanzierung seines Rüstungsprogramms stiehlt. Die in staatlichem Auftrag handelnden Akteure setzen dabei auf Social Engineering.

Die nordkoreanischen Akteure treten zunächst über soziale Medien, Job-Plattformen oder Internet-Marktplätze für freiberufliche Aufträge in Kontakt mit Softwareentwicklern und anderen IT-Fachleuten, die Arbeit suchen. Dabei treten sie unter anderem als Vertreter von KI-Firmen oder Unternehmen aus der Kryptobranche auf.

Im Verlauf des vermeintlichen Online-Bewerbungsprozesses soll der Job-Kandidat eine Aufgabe erfüllen, für die er eine Datei herunterladen soll. Die enthält ein Schadprogramm. Sobald sich die Angreifer damit Zugang zum System des Betroffenen verschafft haben, stehlen sie sensible Daten und Kryptowährung. Trojaner halten Zugangswege für weitere Angriffe auf andere Systeme des Opfers aufrecht.

IT-Fachkräfte aus Nordkorea verschleiern ihre Herkunft

Gleichzeitig setzt Nordkorea den Angaben zufolge weiterhin auf eine andere Kampagne, zu der es bereits im Oktober 2024 einen öffentlichen Hinweis gab. Hier besorgen sich nordkoreanische IT-Spezialisten unter falscher Identität Jobs als Remote-Entwickler bei Unternehmen. Auch hier geht es darum, Zahlungen zu erhalten und Geld für den nordkoreanischen Staat zu beschaffen.

Um nicht als Nordkoreaner sichtbar zu werden, nutzen die Arbeitskräfte teilweise Laptop-Farmen in anderen Ländern, auf die der IT-Spezialist aus der Ferne Zugriff hat. Arbeitgeber sollten misstrauisch werden, wenn ein Bewerber etwa Ausreden erfindet, um ein persönliches Treffen zu vermeiden, um Bezahlung in Kryptowährung bittet oder während des Online-Bewerbungsgesprächs häufig zur Seite schaut, so als würde er von einem zweiten Monitor ablesen.

Ziel der Gruppe sei es, Finanzmittel für die "Gehälter für das Kim-Regime und sein Militär" zu beschaffen, heißt es in der Mitteilung. Spionage und Diebstahl geistigen Eigentums könnten im Einzelfall jedoch ebenfalls eine Rolle spielen.

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