Auch die Geldboten wurden betrogen

Auch die Geldboten wurden von der Gruppe betrogen - wenn sie sich für die vermeintlich lukrative Variante der Bezahlung entschieden. Denn sie konnten entweder sechs Prozent des Betrages als Lohn einbehalten oder aber den vollen Betrag überweisen. Dann wurde ihnen versprochen, später 10 Prozent davon zurückzubekommen. Das soll aber laut Symantec in keinem einzigen Fall geschehen sein. Wer als Geldbote in kriminellen Geschäften tätig ist, macht sich selbst ebenfalls strafbar und muss mit einer Gefängnisstrafe rechnen.

Um die Gelder effektiv zu verschieben, sollen die Kriminellen auch Konten auf fremde Namen erstellt haben. Das FBI geht davon aus, dass sie mit der Malware die Rechner nach Scans oder Fotos von Pässen durchsuchten und diese zur Eröffnung von Konten verwendeten. Nach Angaben der Behörde waren zwischenzeitlich allein in den USA rund 60.000 Rechner mit der Malware infiziert.

Gute Opsec hielt über Jahre

Die Gruppe achtete nach Angaben von Symantec peinlich darauf, keine Spuren im Netz zu hinterlassen, die zur Identifikation eines Mitarbeiters hätte führen können. Die Operational Security wurde unter anderem durch den verschachtelten Einsatz von Tor und VPN und durch verschlüsselte Kommunikation via Jabber mit OTR und PGP-verschlüsselte E-Mails sichergestellt.

Ein Durchbruch der Ermittlungen gelang, als Symantec einen Fehler in der Proxy-Konfiguration entdeckte. Dabei verband sich die Gruppe zunächst mit einem Server in Rumänien und dann mit einem weiteren Gerät in den USA. Auch nach der ersten Enttarnung habe man allerdings über mehrere Monate weiter beobachtet, so O'Murchu.

Für die Ermittlungen arbeitete das FBI auch mit dem Onlineanbieter AOL zusammen. Dort sollen die Kriminellen über die Jahre rund 100.000 E-Mail-Adressen angelegt und von diesen aus Spam an die von den Rechnern der Opfer kopierten Adressbücher versendet haben. Insgesamt sollen auf diesem Wege über 11 Millionen Mails verschickt worden sein.

Botnetz ist vom Netz getrennt

Nach Abschluss der Ermittlungen wurde auch das Botnetz der Gruppe vom Netz genommen. Insgesamt sollen rund 500.000 Rechner infiziert gewesen sein. Die Gruppe nutzte die Rechner auch, um ihre Operationen zu steuern und setzte damit nicht auf eine zentralisierte C2-Infrastruktur, sondern ein Peer-2-Peer-Netzwerk. Außerdem wurde auf den Rechnern des Botnetzes Kryptowährung geschürft.

Die drei mutmaßlichen Hintermänner Bogdan Nicolescu, Danet Tiberiu und Radu Miclaus sitzen mittlerweile in Youngstown im US-Bundesstaat Ohio im Gefängnis, nachdem sie im Jahr 2016 in ihrer Heimat festgenommen wurden. Ihnen wird Auktionsbetrug, Kreditkartenklau, der Betrieb eines Botnetzs und der Handel mit gefälschten Produkten vorgeworfen.

Die Männer arbeiteten arbeitsteilig und spezialisierten sich jeweils auf einen Aufgabenbereich - etwa den Aufbau und die Pflege der technischen Infrastruktur. Auch das war zu Beginn der Aktivität der Gruppe noch eine recht neue Vorgehensweise im Cybercrime, ist heute aber bei professionell agierenden Banden üblich.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Myebay-Malware bringt eine Featureliste mit
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Truppenversuch
Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter

Beim Truppenversuch der modifizierten Hololens 2 für die US-Armee hat sich herausgestellt, dass die Soldaten an Kampfkraft einbüßen und die Brillen ablehnen.

Truppenversuch: Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter
Artikel
  1. Morgan Stanley: Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter
    Morgan Stanley
    Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter

    Wegen der Nutzung von Whatsapp hatten Finanzregulatoren 2022 mehrere Banken mit hohen Strafen belegt.

  2. Nutzertest: Deutsche Glasfaser erreicht 1 GBit/s nicht ganz
    Nutzertest
    Deutsche Glasfaser erreicht 1 GBit/s nicht ganz

    Ein Kunde hat seine Hardware aufgerüstet, dennoch bekommt er statt 1 GBit/s nur 950 MBit/s im Download. Deutsche Glasfaser forscht nach.

  3. Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz: Fünf All-in-One-Messenger im Vergleichstest
    Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz
    Fünf All-in-One-Messenger im Vergleichstest

    Ständiges Wechseln zwischen Messenger-Apps ist lästig. All-in-One-Messenger versprechen, dieses Problem zu lösen. Wir haben fünf von ihnen getestet und große Unterschiede bei Bedienbarkeit und Datenschutz festgestellt.
    Ein Test von Leo Dessani

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • XFX RX 7900 XTX 1.199€ • WSV bei MM • Razer Viper V2 Pro 119,99€ • MindStar: XFX RX 6950 XT 799€, MSI RTX 4090 1.889€ • Epos Sennheiser Game One -55% • RAM/Graka-Preisrutsch • Razer Gaming-Stuhl -41% • 3D-Drucker 249€ • Kingston SSD 1TB 49€ • Asus RTX 4080 1.399€[Werbung]
    •  /