Cybercrime: Deepfakes offenbar zunehmend auch mit unbekannten Ärzten
Manipulierte KI-Videos und gefälschte Aussagen von Ärzten verbreiten sich nach Einschätzung der Bundesärztekammer zunehmend im Internet. Ärztepräsident Klaus Reinhardt warnte vor dem Deutschen Ärztetag in Hannover vor sogenannten Deepfakes im medizinischen Kontext.
Mit künstlich erzeugten oder manipulierten Bildern und Videos würden Ärztinnen und Ärzten Aussagen in den Mund gelegt, um dubiose Produkte, Nahrungsergänzungsmittel oder angebliche Therapien zu bewerben.
"Wir sehen die zunehmende Verbreitung von Deepfakes im medizinischen Kontext mit großer Sorge", sagte Reinhardt der Deutschen Presse Agentur. Die vermeintlichen ärztlichen Empfehlungen könnten Menschen dazu verleiten, teure, nutzlose oder im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädliche Präparate zu kaufen.
Besonders problematisch sei dies bei chronisch Kranken, älteren Menschen sowie Kindern und Jugendlichen.
Bislang standen bei solchen Fälschungen vor allem bekannte Persönlichkeiten im Fokus. In Deutschland kursierten in den vergangenen Jahren wiederholt manipulierte Werbeanzeigen und Videos mit prominenten Medizinern wie Eckart von Hirschhausen, die angeblich Gesundheitsprodukte oder Wunderheilmittel empfehlen.
Von Eckart von Hirschhausen gibt es in der ARD Mediathek eine aktuelle Reportage(öffnet im neuen Fenster) zu dem Thema.
ARD-Reportage zu Deepfakes
Häufig werden für die Deepfakes Bildmaterial und Interviews aus Fernsehsendungen verfremdet oder mit KI-generierten Stimmen kombiniert. Nach Einschätzung der Bundesärztekammer deutet sich inzwischen jedoch an, dass sich das Problem ausweitet und nicht mehr nur prominente Ärztinnen und Ärzte betrifft.
Durch moderne KI-Werkzeuge lassen sich täuschend echte Videos, Stimmen und Fotos inzwischen vergleichsweise einfach erzeugen und massenhaft verbreiten, insbesondere über soziale Netzwerke.
Reinhardt forderte mehr Aufklärung über Deepfakes und Gesundheitsdesinformation. Gerade in sozialen Netzwerken müssten Nutzer besser lernen, manipulierte Inhalte zu erkennen. Ein erster Hinweis könne ein stark werblicher oder anpreisender Ton sein.
Zudem sei Skepsis angebracht, wenn vermeintliche Ärztinnen oder Ärzte online direkt für Präparate oder Therapien werben, da dies in Deutschland berufsrechtlich stark eingeschränkt oder verboten sei.
Die Bundesärztekammer informiert nach eigenen Angaben außerdem Ärzte über mögliche rechtliche Schritte gegen Identitätsmissbrauch und gefälschte Inhalte im Netz.
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