Cybercrime: Computerkriminalität nimmt statistisch gesehen zu

Die Anzahl der Taten im Bereich Cybercrime steigt rasant - auf den ersten Blick. Tatsächlich dürfte sich die statistisch gesehen hohe Zunahme mit neuen Straftatbeständen und veränderten Kategorien erklären lassen. Der Innenminister hat die aktuelle Statistik vorgestellt.

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Innenminister de Maizière mit Cyber im Hintergrund
Innenminister de Maizière mit Cyber im Hintergrund (Bild: Tobias Schwarz/AfP/Getty Images)

Die Computerkriminalität in Deutschland nimmt nach Angaben der Ermittlungsbehörden zu. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat am Montag in Berlin die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik [PDF] vorgestellt; Die Welt hatte bereits vorab darüber berichtet. Die erkannte Zunahme dürfte allerdings auf statistische Effekte zurückzuführen sein.

Die von de Maizière als "Cyberattacken" bezeichneten Straftaten sind vor allem Delikte wie Computerbetrug mit 14.722 Fällen, das Ausspähen, Abfangen oder Verändern von Daten mit 10.638 Fällen oder Computersabotage. Insgesamt verzeichneten die Behörden für das Jahr 2016 82.649 angezeigte Straftaten im Bereich der Computerkriminalität, im Vergleich zu 45.793 im Vorjahr.

Unter Sabotage fallen vor allem DDoS-Angriffe, im vergangenen Jahr wurden 4.422 solcher Fälle angezeigt, etwa 25 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zum Anstieg dürfte vor allem das IoT-Botnetz Mirai beigetragen haben, das ab Herbst zum Teil enorme Angriffswellen ermöglichte. Doch auch vor Mirai haben Erpresser regelmäßig hohe Geldbeträge von Unternehmen gefordert, um eine Webseite von DDoS-Angriffen zu verschonen. In der vergangenen Woche war das XMR-Squad aktiv und griff Seiten wie die der DHL an, die am Freitag mehrere Stunden offline war. Die Aufklärungsrate im Bereich DDoS liegt bei etwa 22 Prozent.

Neue Straftatbestände und Zuordnungen

Auf Seite 132 der Statistik findet sich eine Übersicht über zahlreiche neue oder geänderte Straftatbestände. So sind zum Beispiel für 2016 rund 10.000 Fälle von "Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Daten von Zahlungskarten" verzeichnet - für das Jahr 2015 sind hingegen in diesem Bereich gar keine Zahlen erhoben worden. Auch zahlreiche andere Betrugsdelikte wurden in der aktuellen Statistik erstmals im Bereich "Computer" aufgelistet.

Viele Delikte sollen in der Statistik hingegen gar nicht erfasst werden. Der Vorsitzende des Bundes der Kriminalbeamten, André Schulz, sagte der Welt: "Nach Studien ist davon auszugehen, dass rund 90 Prozent aller entsprechenden Taten nicht angezeigt werden."

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