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Cybercrime: Bayern rüstet auf im Kampf gegen Anonymität im Netz

Der Freistaat baut seine Zentralstelle gegen Cyberkriminalität in Bamberg personell und strukturell aus. Dies soll helfen, Nutzer von Kryptowährungen zu "deanonymisieren" oder Cyberangriffe auf Unternehmen abzuwehren.

Artikel veröffentlicht am , Stefan Krempl
Bayern: Verbrecherjagd im Netz
Bayern: Verbrecherjagd im Netz (Bild: Pixabay,com/Montage: Golem.de)

Die bayerische Landesregierung zeigt auch unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weiter harte Kante im Bereich innere Sicherheit und Strafverfolgung. So hat Justizminister Winfried Bausback am Mittwoch angekündigt, die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) personell und strukturell zu verstärken. Bis Ende des Jahres sollen ihm zufolge 13 Staatsanwälte bei dem Bamberger Zentrum arbeiten. "Damit haben wir mehr als sechsmal so viele Staatsanwälte als zum Start der ZCB Anfang 2015", freute sich der CSU-Politiker. Dazu sollen mehr Stellen für Rechtspfleger sowie IT-Forensiker und die Experten unterstützende Kräfte kommen.

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Schon vor zwei Jahren hatte die bayerische Justiz als Ziel ausgegeben, dass die Ermittlungseinheit bis Herbst 2018 um 24 Fachkräfte wachsen solle. Im September 2016 war sie mit zunächst vier Mitarbeitern noch recht dünn ausgestattet. Nach Terroranschlägen bei Würzburg und in Ansbach sowie einem Amoklauf in München begann der Freistaat, die ZCB aufzustocken.

Ab sofort sind die dortigen Fahnder laut dem Justizministerium "auch für bestimmte Verfahren aus dem Bereich der Wirtschafts-Cyberkriminalität zuständig". Der Fokus liege dabei insbesondere auf der strafrechtlichen Bekämpfung von Cyberangriffen auf Unternehmen, Behörden und zentrale Infrastruktureinrichtungen. "Wer also etwa über den Cyberspace das Know-how unserer Unternehmen attackiert, dem wird künftig die geballte Kompetenz der ZCB begegnen", warnte Bausback. "Damit leistet die bayerische Justiz einen wesentlichen Beitrag, um unsere Wirtschaft und unsere kritischen Infrastrukturen etwa vor Wirtschaftsspionage und Computersabotage noch besser zu schützen."

Für den Christsozialen ist klar: "Vernetzten Straftätern im Cyberspace können wir nur durch ebenso gut vernetzte und hochspezialisierte Strafverfolger begegnen." Niemand solle sich darauf verlassen, "sein kriminelles Tun auf Dauer in der Anonymität des Netzes verstecken zu können", erklärte der Bamberger Generalstaatsanwalt Thomas Janovsky, in dessen Behörde die Zentralstelle angesiedelt ist.

"Um in dem sich ständig ändernden technischen Umfeld erfolgreich ermitteln zu können, sind Spezialkenntnisse erforderlich, die auch für die neuen Zuständigkeiten der ZCB nützlich sind", ergänzte der ZCB-Leiter, Oberstaatsanwalt Lukas Knorr. Immer mehr Täter versuchten, ihre kriminellen Aktivitäten durch die Nutzung von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum zu verschleiern. Knorr betonte: "Wir reagieren darauf, indem wir ebenfalls auf modernste Techniken zurückgreifen, um Transaktionen zu deanonymisieren und Geldflüsse aufzudecken."

Umstrittene Fahndungsmethode

Bausback nutzte die Präsentation der Initiative auch, um für ein umstrittenes Vorhaben der Justizminister der Länder zu werben. Demnach sollen Kriminalbeamte künftig bei Ermittlungen zu Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch im Internet selbst einschlägige, computergenerierte Bilder hochladen dürfen, um sogenannte Keuschheitsproben zu überstehen. Nur danach erhalten sie in der Regel Zugang zu sonst geschlossenen Tauschbörsen und Kommunikationsforen der Szene. Kein Kind werde für die skizzierten "wirklichkeitsnahen", täuschend echt aussehenden künstlichen Fotos missbraucht, sagte der Justizminister laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der Einsatz verdeckter Ermittler sei das einzige Erfolg versprechende Element bei der Verbreitung echter Missbrauchsdarstellungen, meinte Bausback. Der Bund solle daher an dieser Stelle "nicht weiter blockieren und die gesetzliche Befugnis endlich schaffen". Vertreter von Polizeigewerkschaften sehen das Vorhaben aber kritisch, da die am Rechner erzeugten Bilder relativ leicht als Fälschungen zu erkennen seien. Zudem gebe es größere Baustellen für die Cyberfahnder wie etwa die Auswertung immer zahlreicher im Netz anfallender Daten.

Generell wertet die Justiz im Freistaat die Einrichtung der Zentralstelle als Erfolg, was sich bereits an den Verfahrenszahlen zeige: Gingen dort 2016 laut Behördenangaben insgesamt 1.545 Ermittlungsverfahren ein, waren es 2017 bereits 2.081. Auch im laufenden Jahr zeichne sich eine weitere erhebliche Zunahme ab: bis 30. Juli seien bereits 1.971 neue Falluntersuchungen eingeleitet worden. Die Vorjahreszahlen dürften so erneut deutlich übertroffen werden.

Mit der ZCB vergleichbare Institutionen gibt es in zahlreichen Bundesländern. In Hessen fahnden etwa Mitarbeiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) im Netz. Sachsen gründete 2014 ein Cybercrime Competence Center (SN4C) beim dortigen Landeskriminalamt, in Berlin nahm 2015 eine einschlägige Spezialabteilung mit vier Staatsanwälten ihre Arbeit auf.

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elgooG 06. Aug 2018

Das ist alles was du mitbekommen hast? Nein, es geht um eine spezielle limitierte...

divStar 04. Aug 2018

Und was ist mit den Tausenden oder Hunderttausenden von Nutzern, die Kryptowährungen...

divStar 04. Aug 2018

Die könnten aber Externe einstellen, denn die würden aus einem anderen Topf bezahlt...

RipClaw 03. Aug 2018

Die Rennen würden auch ohne die Ermittler stattfinden. Es geht bei dem ganzen um die...

Anonymer Nutzer 03. Aug 2018

Alles was nicht KiPo ist, steht unter Sonstiges. Ganz so daneben ist seine Kritik auch...


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