Cyberbunker: Razzia bei Bulletproof-Hoster im Nato-Bunker

Das GSG 9 und mehrere Hundert Polizisten haben ein Rechenzentrum in einem ehemaligen Nato-Bunker gestürmt. Ziel der Aktion war ein sogenannter Bulletproof-Hoster. Auf den Servern sollen illegale Marktplätze wie der Wall Street Market gelaufen sein.

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Das Rechenzentrum befand sich in einem Bunker (Symbolbild).
Das Rechenzentrum befand sich in einem Bunker (Symbolbild). (Bild: Matthias Wewering/Pixabay)

Mit der Spezialeinheit GSG 9 und insgesamt mehr als 600 Einsatzkräften hat die Polizei am 26. September ein Rechenzentrum in einem ehemaligen Nato-Bunker im kleinen Ort Traben-Trarbach in Rheinland-Pfalz ausgehoben. Das Rechenzentrum soll zu dem niederländischen Bulletproof-Hoster Cyberbunker gehören, der seinen Kunden Server und Webhosting sowie Anonymität und Schutz vor staatlichem Zugriff bieten will. Die Inhalte sind dem Anbieter dabei egal, solange es sich nicht um Terrorismus oder Kinderpornografie handelt.

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Bei der Razzia hat die Polizei sechs Verdächtige in einem Restaurant in Traben-Trarbach festgenommen; dort hätten getarnte LKA-Beamte auf sie gewartet, erklärte die Staatsanwaltschaft. Eine weitere Person sei im hessischen Schwalbach verhaftet worden. Ermittelt werde gegen 13 Personen zwischen 20 und 59 Jahren. Darunter sind laut Polizei auch die Betreiber eines "kriminell betriebenen Rechenzentrums". Den Verdächtigen wird die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie Beihilfe zu Hunderttausenden Fällen von schweren Drogendelikten, Falschgeldgeschäften, Datenhehlerei und die Beihilfe zur Verbreitung von Kinderpornografie vorgeworfen.

Komplizierte Ermittlungen

"Es ist das erste Mal in Deutschland, dass nicht gegen Betreiber von Shops oder Marktplätzen, sondern gegen die ermittelt wird, die diese Straftaten erst möglich machen", sagte Jürgen Brauer, Leiter der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz. Hauptakteur sei ein 59-jähriger Niederländer, der das Rechenzentrum 2013 in dem ehemaligen Nato-Bunker auf dem Mont Royal in Traben-Trarbach aufgebaut habe.

Die technischen und kriminaltaktischen Herausforderungen seien immens gewesen, sagte Brauer. Das rund 130.000 Quadratmeter große Gelände sei bewacht und umzäunt gewesen. Das Knacken der Anlage sei sehr kompliziert gewesen. Hinzu komme der rechtliche Aspekt: Das Betreiben eines Rechenzentrums, das illegale Webseiten hoste, sei an sich nämlich nicht strafbar, erklärte Brauer. Man müsse den Betreibern daher nachweisen, dass sie das "illegale Verhalten der Kunden kennen und dieses auch fördern". Bereits seit fast fünf Jahren laufen die Ermittlungen, die das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz als äußerst zeit- und arbeitsintensiv beschreibt.

Illegale Webseiten auf den Servern im Bunker

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Rund 200 Server sowie Dokumente, Datenträger, Mobiltelefone und "eine größere Summe Bargeld" seien im Bunker beschlagnahmt worden, erklärte die Polizei. Zum Zeitpunkt des Zugriffs hätten sich keine Personen in dem Gebäude befunden.

Auf den dortigen Servern sollen mehrere Webseiten mit kriminellen Inhalten betrieben worden sein. Über diese soll mit Drogen, gefälschten Dokumenten und gestohlenen Daten gehandelt worden sein. Auch Links zu kinderpornografischen Inhalten sei über die Server verbreitet worden. Einer der Kunden soll der bekannte Darknet-Marktplatz Wall Street Market gewesen sein, dessen Betreiber Anfang des Jahres festgenommen wurden. Unter dem Kundenstamm sollen weitere Märkte und Foren wie Cannabis Road, Fraudsters und Orangechemicals gewesen sein. Auch die Kontrollserver für die Angriffe auf eine Million Router von Telekom-Kunden im Jahr 2016 befanden sich laut der Polizei in dem Rechenzentrum.

Cyberbunker: Ein Bulletproof-Hoster aus den Niederlanden

Auf seiner Webseite, die momentan nicht erreichbar ist, bot Cyberbunker Webhosting, virtuelle und dedizierte Server an, die Kunden anonym mieten konnten. Neben dem Rechenzentrum in Rheinland-Pfalz betreibe der Bulletproof-Hoster auch ein Rechenzentrum in den Niederlanden, ebenfalls in einem ehemaligen Nato-Bunker. Mehrere Zugriffsversuche der niederländischen Polizei sollen laut der Webseite erfolglos verlaufen sein.

Laut Cyberbunker wurden über 10.000 dedizierte Server in ihren Rechenzentren gehostet, für das Rechenzentrum in Rheinland-Pfalz wurden auf der Webseite Freiwillige gesucht. "Allen Freiwilligen wird ein privates Büro, ein eigenes Schlafzimmer mit Wi-Fi (sehr gute Bandbreite), Essen und Trinken (kein Alkohol), eine sehr einzigartige Lebenserfahrung und die Möglichkeit, in Zukunft einen festen Job zu bekommen, angeboten", warb Cyberbunker.

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stuempel 16. Okt 2020

Doch das war noch nicht alles. Es wurden offenbar Undercover-Ermittler in den Bunker...

bombinho 13. Okt 2019

ImBackAlive schrieb am 30.09.19: Hier wuerde ich empfehlen, gelegentlich auf die...

ramrod 02. Okt 2019

Hier noch eine sehr schöne Visualisierung des Ministeriums, über Projekte und Förderungen...

superdachs 01. Okt 2019

Da wäre ich vorsichtig :D

gaym0r 01. Okt 2019

Ein Bericht aus Holland. Und nun?



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