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Cyberangriffe und Sabotage: Neues Lagezentrum für hybride Bedrohungen eröffnet

Die deutschen Sicherheitsbehörden erhalten ein Lagezentrum zur Erkennung und Bekämpfung von Gefahren wie Spionage und Desinformation.
/ Friedhelm Greis
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Am GAZ Hybrid sind auch die Bundesländer beteiligt. (Bild: John MacDougall/Getty Images)
Am GAZ Hybrid sind auch die Bundesländer beteiligt. Bild: John MacDougall/Getty Images

Mit einem Gemeinsamen Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen (GAZ Hybrid) sollen die Sicherheitsbehörden Aktivitäten fremder Nachrichtendienste schneller erkennen. Zu solchen Aktivitäten zählten unter anderem Spionage, Sabotage, Desinformation, Proliferation, transnationale Repression und Staatsterrorismus, teilte das Bundesinnenministerium am 16. Juni 2026 mit(öffnet im neuen Fenster).

Dem Ministerium zufolge zeichnen sich hybride Bedrohungen dadurch aus, "dass Staaten, auch mittels nichtstaatlicher Akteure, versuchen, durch den koordinierten Einsatz verschiedener Machtinstrumente ihre Ziele gegen unsere Interessen und Werte offen und verdeckt durchzusetzen". So könnten Cyberangriffe, Desinformationskampagnen, Spionageaktivitäten oder Sabotagehandlungen Teil koordinierter, hybrider Kampagnen fremder Staaten sein.

Hunderte Verdachtsfälle registriert

Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte im Jahr 2025 rund 320 Sabotagefälle, die als Teil eines hybriden Krieges gegen Deutschland gelten. Der russische Geheimdienst GRU soll im Sommer 2024 für die Brandanschläge mit Paketbomben verantwortlich gewesen sein.

Im GAZ Hybrid sind als ständige Teilnehmer das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Landesbehörden für Verfassungsschutz, das BKA, die Landeskriminalämter, die Bundespolizei, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundesamt für den Militärischen Abwehrdienst (MAD), der Bundesnachrichtendienst (BND), der Generalbundesanwalt und die Generalzolldirektion vertreten.

Keine eigene Behörde

Der Mitteilung zufolge besteht das Zentrum aus fünf Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Dabei ist das GAZ nicht als eigenständige Behörde organisiert. "Es bietet als gemeinsame Plattform die Möglichkeit für vernetztes Agieren der nationalen Sicherheitsbehörden, um zusammen Bedrohungslagen frühzeitig erkennen und entschlossen disruptiv einwirken zu können", schreibt das Ministerium.

Neben dem GAZ Hybrid bestehen bereits das Nationale Cyber-Abwehrzentrum (NCAZ), das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) und das Gemeinsame Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum (GETZ). "Das GAZ Hybrid ist eine Weiterentwicklung des bisher im GETZ verorteten Arbeitsbereichs zur Bekämpfung der Spionage und Proliferation (GETZ-SP), der mit seinen etablierten Formaten ins GAZ Hybrid überführt wird", heißt es weiter.


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