Cyberangriffe: G7-Staaten wollen Ukraine mit Hardware helfen

Die G7-Staaten wollen ihre Widerstandsfähigkeit gegen Cyberangriffe stärken. Der Ukraine versprechen sie Hilfe mit technischen Geräten.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Die konkreten Hardware-Wünsche der Ukrainie liegen noch nicht vor.
Die konkreten Hardware-Wünsche der Ukrainie liegen noch nicht vor. (Bild: Heinz-Peter Bader/Reuters)

Damit die Ukraine im Krieg gegen Russland besser gegen Cyberangriffe geschützt ist, wollen die G7-Staaten Hardware als Hilfe schicken. "Dies ist auch ein Krieg im Internet und deswegen muss die Ukraine auch im Internet verteidigt werden", sagte Bundesdigitalminister Volker Wissing (FDP) am Rande eines Treffens von G7-Ministern am 10. Mai 2022 in Düsseldorf. Was genau für Technik geschickt wird, sei noch unklar. Der ukrainische Amtskollege Mykhailo Fedorow, der bei dem Treffen online zugeschaltet war, habe angekündigt, eine Liste zu schicken mit dem genauen Bedarf.

Stellenmarkt
  1. Lead IT Expert Intranet & Web Applications (m/w/d)
    BWI GmbH, deutschlandweit
  2. Mitarbeiter im Bereich Customer Care / Kundensupport (m/w/d)
    tangro software components GmbH, Heidelberg
Detailsuche

Zur Gruppe der 7 gehören neben der Bundesrepublik die anderen großen demokratischen Industriestaaten USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Deutschland hat derzeit den Vorsitz der Gruppe, daher ist Bundesminister Wissing der Gastgeber der Veranstaltung im Rheinland.

Erklärung zu Cyberresilienz beschlossen

Der Minister stellte eine G7-Erklärung zur Cyberresilienz digitaler Infrastrukturen angesichts des russischen Kriegs gegen die Ukraine (PDF) vor, wie das Papier heißt. Darin verurteilen die sieben Staaten Moskaus Angriffskrieg "auf das Schärfste". "Wir erklären uns solidarisch mit dem ukrainischen Volk und sprechen den Opfern der durch die russischen Streitkräfte verübten Gräueltaten unsere tief empfundene Anteilnahme aus", heißt es in dem G7-Dokument.

Und weiter: "Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Abhängigkeit kritischer Aktivitäten in vernetzten Gesellschaften von der digitalen Infrastruktur, insbesondere der Telekommunikationsinfrastruktur, und damit verbundenen Schwachstellen deutlich gemacht. Wir betonen, wie wichtig es ist, die digitale Infrastruktur freier Gesellschaften vor böswilligen Eingriffen und dem Einfluss autoritärer Regime zu schützen."

Golem Akademie
  1. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    20.-24.06.2022, virtuell
  2. C++ Programmierung Grundlagen (keine Vorkenntnisse benötigt): virtueller Drei-Tage-Workshop
    01.-03.08.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Der Erklärung zufolge wollen sich die G7-Staaten dafür einsetzen, "die Cyberresilienz digitaler Infrastrukturen zu erhöhen, unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Organisationen in der gesamten Wirtschaft".

Hackerangriffe gemeinsam analysieren

Ein weiteres Ergebnis des Treffens: Deutschland und Kanada wollen eine gemeinsame Arbeitsgruppe einrichten, die künftig Hackerattacken analysieren und auswerten soll. Aus diesen Erkenntnissen will man lernen, um beim Thema Internetsicherheit voranzukommen. Auch andere G7-Staaten hätten Zustimmung signalisiert und würden möglicherweise ebenfalls mitmachen, sagte Wissing.

Der deutsche Minister sprach auch davon, wie wichtig eine andere Fehlerkultur sei. "Es darf nicht so sein, dass, wenn ein Cyberangriff erfolgt, er quasi verschwiegen wird, weil es einem irgendwie unangenehm ist", sagte Wissing. "Wir müssen bereit sein, die Schwächen offen auszusprechen, die wir erkennen, damit wir Lücken schließen können." Die Erkenntnis, dass man nur aus Fehlern lernen könne, müsse auch für die Cybersicherheit gelten, sagte er.

Der Industrieverband BDI forderte unterdessen eine engere Zusammenarbeit unter den G7 bei Digitalpolitik und Cybersicherheit. "Der Krieg in der Ukraine ist der Weckruf für eine stärkere digitale Souveränität der G7", sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm in einer Mitteilung. Für die G7-Staaten sei es jetzt wichtig, die strategische Abhängigkeit von autoritären Staaten zu verringern.

Das G7-Digitalministertreffen, an dem auch die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager teilnahm, wird am Mittwoch fortgesetzt. Dann dürften weitere Schritte besprochen werden, um die Zusammenarbeit der sieben Industriestaaten bei Internetthemen zu intensivieren. Es geht zum Beispiel um die Frage, wie die Energieeffizienz von Rechenzentren verbessert werden kann - solche Anlagen haben einen enormen Stromverbrauch. Zudem wollen die Ministerinnen und Minister erörtern, wie der freie Fluss von Daten gewährleistet werden kann.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Geleaktes One Outlook ausprobiert
Wie Outlook Web, nur besser

Endlich wird das schreckliche Mail-Programm in Windows 10 und 11 ersetzt. One Outlook ist zudem mehr, als nur Outlook im Browser.
Ein Hands-on von Oliver Nickel

Geleaktes One Outlook ausprobiert: Wie Outlook Web, nur besser
Artikel
  1. Forschung: Blaualge versorgt Mikrocontroller sechs Monate mit Strom
    Forschung
    Blaualge versorgt Mikrocontroller sechs Monate mit Strom

    Ein Forschungsteam hat einen Arm Cortex-M0+ sechs Monate ununterbrochen mit Strom versorgt. Die Algen lieferten sogar bei Dunkelheit Strom.

  2. Was man aus realen Cyberattacken lernen kann
     
    Was man aus realen Cyberattacken lernen kann

    "Hätte ich das mal vorher gewusst!" Die Threat Hunter von Sophos haben ihre Erfahrungen im täglichen Kampf gegen Cyberkriminelle in einem Kompendium zusammengefasst. Jedes Kapitel enthält praxisorientierte IT-Sicherheitsempfehlungen für Unternehmen.
    Sponsored Post von Sophos

  3. AUO: Monitore mit 480 Hz werden Realität
    AUO
    Monitore mit 480 Hz werden Realität

    Der Displayhersteller AUO zeigt ein erstes 480-Hz-Display für Progaming. Die hohe Bildfrequenz erfordert allerdings einige Kompromisse.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • AOC G3 Gaming-Monitor 34" UWQHD 165 Hz günstig wie nie: 404€ • Xbox Series X bestellbar • MindStar (u.a. Gigabyte RTX 3090 24GB 1.699€) • LG OLED TV (2021) 65" 120 Hz 1.499€ statt 2.799€ • Samsung SSD 1TB (PS5-komp.) + Heatsink günstig wie nie: 143,99€ [Werbung]
    •  /