Cyberangriff: Unbekannte greifen Kundendaten bei US-Banken ab

In einem offenbar koordinierten Angriff haben sich Unbekannte Zugriff auf Kundendaten mehrerer US-Banken verschafft, darunter auch der Großbank JP Morgan. Sie sollten im Laufe des Monats mehrere Gigabyte an Daten erbeutet haben. Laut Bloomberg könnte der Angriff von russischen Hackern im Auftrag der Regierung organisiert worden sein. Sicherheitsexperten vermuten, dass der Angriff aus finanziellen Gründen erfolgte.
Das FBI ermittelt im Fall eines massiven Datendiebstahls, von dem mehrere US-Banken betroffen waren. Die Strafverfolgungsbehörden wollten aber nicht offiziell bestätigen, dass russische Hacker für den Angriff verantwortlich seien. Auch sei nicht klar, ob die gestohlenen Kundendaten zu Spionagezwecken genutzt werden oder die Unbekannten sie aus rein finanzieller Motivation gestohlen haben. Angriffe auf die Konten der Betroffenen seien allerdings bislang noch nicht registriert worden, sagte die Sprecherin Patricia Wexler des Bankhauses JP Morgan zur New York Times.
Der Sicherheitsexperte Adam Meyers der US-Firma Crowdstrike warnte davor, eine politische Motivation als Antwort auf die von der EU und den USA verhängten Sanktionen gegen Russland hinter den Angriffen zu vermuten. Solch politisch motivierte Angriffe würden meist versuchen, den Betrieb zu stören, etwa durch DDoS-Angriffe, sagte Meyers zur New York Times. Laut anderen Sicherheitsexperten hätten die Datendiebe versucht, ihren Zugriff zu verschleiern. Das spreche ebenfalls gegen einen politisch motivierten Angriff. Banken seien ohnehin seit jeher ein beliebtes Ziel von Hackern, sagte Wexler. Inzwischen habe JP Morgan wie auch andere Banken ein mehrstufiges Sicherheitssystem, das aber in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut werden soll und offenbar auch muss.



