Cyberangriff: Nextcloud-Nutzer wurden auf verdächtige Cloudbox umgeleitet
Nur wenige Tage nach Bekanntwerden eines Datenlecks bei Nextcloud hat es offenbar einen weiteren Sicherheitsvorfall bei dem Cloudplattformanbieter gegeben. Besucher der Nextcloud-Website wurden am Sonntag kurzzeitig zu einer verdächtigen "Cloudbox" umgeleitet, wie entsprechende Meldungen auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) zeigen. Nextcloud nahm seine Website daraufhin temporär vom Netz. Inzwischen ist sie aber wieder verfügbar.
Auch im Supportforum von Nextcloud tauchten entsprechende Meldungen auf. Dort erklärte eine Moderatorin(öffnet im neuen Fenster) am Montag, es gebe ein "grundlegendes Infrastrukturproblem", welches zum Ausfall der Website geführt habe. Nextcloud sei bereits dabei, die Website anhand eines Backups wiederherzustellen.
Gleiches verkündete auch der Nextcloud-Sprecher Jos Poortvliet auf Reddit(öffnet im neuen Fenster). Er betonte, der Vorfall betreffe ausschließlich nextcloud.com und habe keinerlei Auswirkungen auf die Updates und Downloads des Anbieters. "Auf diesem Server laufen keine Nextcloud-Prozesse, so dass es keine Auswirkungen auf Nutzer oder Kunden gibt", so Poortvliet.
Womöglich über Wordpress-Lücken attackiert
Am Dienstag erklärte Poortvliet dann in einem separaten Reddit-Kommentar(öffnet im neuen Fenster), die Nextcloud-Website sei am Sonntag manipuliert worden, die Wiederherstellung aber inzwischen abgeschlossen. Nextcloud habe den betroffenen Server nach Entdeckung des Angriffs umgehend isoliert und Untersuchungen eingeleitet.
Details zum Cyberangriff nannte Poortvliet nicht. Diese werden wohl noch untersucht und sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Einigen Nachrichtenportalen(öffnet im neuen Fenster) bestätigte(öffnet im neuen Fenster) Nextcloud aber ebenfalls, dass der Ausfall der Website auf einen Cyberangriff zurückzuführen ist.
Da die Nextcloud-Website auf Wordpress basiert, ist denkbar, dass der Angriff unter Ausnutzung zweier kürzlich bekannt gewordener Sicherheitslücken in dem CMS ausgeführt wurde. Die Lücken ermöglichen es Angreifern, über einen wp2shell genannten Angriff Schadcode einzuschleusen. Passende Exploits sowie Hinweise auf laufende Angriffskampagnen kursieren bereits im Netz.
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