IT vom Netz genommen: Cyberangriff mündet in Hafenbetrieb mit Stift und Papier
Am spanischen Puerto de Vigo, einem der größten Häfen Spaniens mit der größten Fischereiflotte des Landes, hat ein Cyberangriff die Hafen-IT lahmgelegt. Das berichtet Recorded Future News(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf spanische Medien(öffnet im neuen Fenster) . Betroffene Systeme wurden demnach aus Sicherheitsgründen vom Netz genommen. Der Frachtbetrieb muss vorerst händisch abgewickelt werden.
Den Angaben zufolge wurde der Angriff am Dienstagmorgen entdeckt. Angreifer sollen für die Verwaltung des Frachtverkehrs und anderer digitaler Dienste vorgesehene Server infiltriert und mittels einer Ransomware Daten verschlüsselt haben. Auch eine Lösegeldforderung steht wohl im Raum, wenngleich zu deren Höhe keine Angaben gemacht wurden.
Der Hafenbetreiber soll die betroffenen Systeme isoliert haben und den Vorfall nun von Forensikern und internen IT-Teams untersuchen lassen. Wie der Betreiber gegenüber spanischen Medien(öffnet im neuen Fenster) betonte, werden die IT-Systeme erst wieder ans Netz gebracht, wenn "alles sauber ist" und kein Risiko einer Fortsetzung des Angriffs mehr besteht. Einen konkreten Termin konnte er dafür aber noch nicht nennen.
Zurück zu Stift und Papier
Die Stadt Vigo mit 300.000 Einwohnern liegt in der Provinz Pontevedra an der Nordwestküste Spaniens. Der Hafen der Stadt gilt hinsichtlich der Versorgung mit Meeresprodukten für den menschlichen Verzehr weltweit als besonders bedeutsam. Auch die Europäische Fischereiaufsichtsagentur(öffnet im neuen Fenster) hat ihren Sitz in Vigo.
Aktuell ist am Puerto de Vigo allerdings Handarbeit angesagt. Grundsätzlich läuft der Hafenbetrieb weiter, jedoch muss die Logistik derzeit manuell und mit Papierdokumenten abgewickelt werden. Im Vergleich zur digitalen Abwicklung über die Hafen-IT kostet dies deutlich mehr Zeit, so dass mit Verzögerungen gerechnet werden muss.
Wie genau die Angreifer in die IT-Systeme des Hafens von Vigo eindringen konnten und ob zusätzlich zur Verschlüsselung möglicherweise auch Daten abgeflossen sind, wird noch untersucht. Ebenso ist derzeit noch unklar, wer genau hinter dem Angriff steckt. Bisher scheint sich noch keine Hackergruppe zu dem Cyberangriff bekannt zu haben.
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