Cyberangriff: Hacker infiltrierte E-Mail-Postfächer der SPD-Parteispitze

Bereits im Januar hat ein unbekannter Hacker mehrere E-Mail-Konten des SPD-Parteivorstands in Berlin angegriffen.

Artikel veröffentlicht am , Marc Stöckel
SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert
SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert (Bild: Keuenhof - Pool/Getty Images)

Berichten zufolge ist es einem Hacker bereits Anfang dieses Jahres gelungen, auf E-Mail-Postfächer des SPD-Parteivorstands im Willy-Brandt-Haus in Berlin zuzugreifen. Wie unter anderem der Spiegel erklärt, nutzte der mutmaßliche Täter eine Sicherheitslücke von Microsoft aus, die zum Zeitpunkt des Angriffs noch unbekannt war. Die SPD wurde demnach erst im April auf den Sicherheitsvorfall aufmerksam und leitete daraufhin zusammen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) erste Untersuchungen ein.

Wie eine SPD-Sprecherin erklärte, sei eine einstellige Anzahl von E-Mail-Konten von dem Angriff betroffen. Die Datenschutz-Aufsichtsbehörde sowie die Besitzer der infiltrierten Konten habe man bereits informiert, da ein Datenabfluss und damit die Verletzung der Vertraulichkeit der in den zugehörigen Postfächern enthaltenen Daten nicht ausgeschlossen werden könne.

Ferner sei die ausgenutzte Sicherheitslücke bereits geschlossen und die forensische Analyse des Vorfalls beendet. Letzteres sei auch der Grund dafür, warum die Öffentlichkeit jetzt über den Vorfall informiert werde. Welche Schwachstelle in welchem Microsoft-Produkt der Angreifer genau ausnutzte und welche Politiker konkret von dem Cyberangriff betroffen waren, teilte die SPD jedoch bisher nicht mit.

Die Spuren führen angeblich nach Russland

Dem SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert zufolge gibt es "fundierte Anhaltspunkte dafür, dass die Attacke durch Angreifer aus Russland ausgeführt wurde", was angesichts der Haltung der Partei zum seit Anfang 2022 andauernden Krieg zwischen Russland und der Ukraine wenig überraschend sei. Entsprechende Warnungen seitens der Sicherheitsbehörden an die SPD habe es ohnehin schon seit einiger Zeit gegeben.

"Zudem befinden wir uns in einer Zeit aggressiver werdender Cyberangriffe, wie andere aktuelle Fälle zeigen", erklärte Kühnert weiter. Und in der Tat waren auch die Grünen bereits vor etwa einem Jahr Opfer eines Cyberangriffs, bei dem sich Unbefugte Zugriff auf E-Mails verschaffen konnten, die eigentlich an die Parteivorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour gerichtet waren. Auch damals nahmen die Behörden an, dass der Angriff von Russland ausging.

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