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Cyberangriff: Bundestag benötigt angeblich neues Computer-Netzwerk

Das Computer-Netzwerk im Bundestag ist hinüber. Der Cyberangriff auf den deutschen Bundestag hat weitreichendere Folgen als bisher angenommen. Das Parlament muss ein völlig neues Computer-Netzwerk errichten.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Cyberangriff verursacht hohen Schaden im Bundestag. (Bild: Tobias Schwarz/AFP/Getty Images)
Cyberangriff verursacht hohen Schaden im Bundestag. Bild: Tobias Schwarz/AFP/Getty Images

Die Cyberattacke auf den deutschen Bundestag hat Medienberichten zufolge deutlich mehr Schaden angerichtet als bisher bekannt. Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung(öffnet im neuen Fenster) muss das Parlament sein gesamtes Computer-Netzwerk neu aufbauen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sei zu dem Ergebnis gekommen, dass das Netz nicht mehr gegen den Angriff verteidigt werden könne und aufgegeben werden müsse.

Den Angreifern sei es gelungen, die Computersysteme des Bundestags über mehrere Monate zu infiltrieren. Schließlich sollen sie in den sogenannten Verzeichnisdienst des Bundestages eingedrungen sein. Dabei handelt es sich um einen Knotenpunkt, an dem alle etwa 20.000 Parlamentscomputer in einem Netzwerk zusammengefasst sind. Dadurch hätten die Angreifer umfassenden Zugriff auf das Bundestagsnetzwerk und sollen sich mittlerweile Administratoren-Rechte verschafft haben.

Die Attacke ist noch nicht vorbei

Dabei sei der Angriff noch nicht vorbei, berichtet neben NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung auch Spiegel Online(öffnet im neuen Fenster) . Der Bundestag wollte sich am Mittwoch nicht zu den Berichten äußern. Das geschehe auch aus Respekt vor den zuständigen parlamentarischen Gremien, sagte Bundestagssprecher Ernst Hebeker der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Seinen Angaben zufolge wird sich der Ältestenrat des Parlaments an diesem Donnerstag mit dem Hackerangriff beschäftigen.

Vor vier Wochen war bekanntgeworden, dass Bundestagscomputer das Ziel einer beispiellosen Cyberattacke geworden waren. Unbekannte hatten einen Trojaner ins Netzwerk eingeschleust und Daten abgezweigt. Wer hinter dem Angriff steckt, ist bislang unklar. Wiederholt war aber darüber spekuliert worden, dass ein ausländischer Geheimdienst dahinterstecken könnte, möglicherweise der russische.

Womöglich muss sogar die Hardware ausgetauscht werden

Laut Spiegel Online wird in Parlamentskreisen bereits ein "Totalschaden" befürchtet. Womöglich müsse nicht nur die Software der Rechner neu installiert, sondern auch die komplette Hardware ausgetauscht werden. Dies würde Monate dauern und Kosten in mehrstelliger Millionenhöhe verursachen.


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