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Russland: Leere Brotregale nach Cyberangriff auf Großbäckerei

Eine russische Großbäckerei hat aufgrund eines Cyberangriffs Lieferprobleme. Bürger Russlands stehen wohl teilweise vor leeren Brotregalen.
/ Marc Stöckel
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So volle Brotregale sind in Wladimir derzeit nicht selbstverständlich. (Bild: pixabay.com / summa)
So volle Brotregale sind in Wladimir derzeit nicht selbstverständlich. Bild: pixabay.com / summa

In der russischen Region Oblast Wladimir(öffnet im neuen Fenster) östlich von Moskau hat ein Cyberangriff eine große Bäckerei getroffen. Die Bäckerei ist nach der Region benannt und heißt ebenfalls Wladimir. Es soll sich um eine der führenden Bäckereien in der Oblast handeln, in der mehr als 1,4 Millionen Einwohner leben. Produktionsausfälle gibt es zwar nicht, sehr wohl aber Lieferprobleme.

Wie das Nachrichtenportal The Record(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf russische Medien(öffnet im neuen Fenster) berichtet, fand der Angriff am vergangenen Sonntag statt und führt seitdem zu Lieferengpässen und teilweise leeren Brotregalen. Große Handelsketten bestätigten die Lieferprobleme, nannten jedoch keine weiteren Details dazu.

Der Cyberangriff soll die gesamte IT-Infrastruktur der Wladimir-Bäckerei lahmgelegt haben – darunter Server, Bürocomputer und interne Verwaltungstools. Die Produktion soll nicht beeinträchtigt sein. Es wird also weiterhin fleißig Brot gebacken, welches aber aufgrund logistischer Probleme nicht oder nur sehr verzögert den Handel erreicht.

Zurück zu Stift und Papier

Den Angaben zufolge begegnet die Bäckerei den Lieferproblemen derzeit durch einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb. Mitarbeiter bearbeiteten Bestellungen und den Versand manuell, heißt es. Wie gut das funktioniert, ist fraglich. Viele für eine reibungslose Logistik erforderliche Informationen dürften in den IT-Systemen schlummern und derzeit unzugänglich sein.

Wann die IT der Wladimir-Bäckerei wieder verfügbar sein wird, ist unklar. Das Unternehmen gab in einer Stellungnahme an, bisher keinen konkreten Termin für die Wiederherstellung der Infrastruktur nennen zu können. Ebenfalls ist bisher nicht bekannt, wer hinter dem Angriff steckt und ob gegebenenfalls Daten abgeflossen sind.

Erst kürzlich wurde ein Cyberangriff auf einen russischen Sicherheitssystemhersteller namens Delta bekannt, der vor allem für Autofahrer gravierende Folgen hatte. Einige Fahrzeuge in Russland ließen sich daraufhin nicht mehr entriegeln und starten. In einigen Fällen sollen sogar bereits laufende Motoren wieder abgeschaltet und die Alarmanlagen aktiviert worden sein.


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