Cyberaktionen: Störungen im digitalen Raum begleiten Krim-Krise

Aktionen von unterschiedlichen Anonymous-Gruppen in Russland und Litauen und eine Störung der Telekommunikation in der Ukraine, die angeblich von der Krim ausgeht, finden parallel zur Krim-Krise im digitalen Raum statt.

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Anonymous will bei der Krim-Krise mitmischen.
Anonymous will bei der Krim-Krise mitmischen. (Bild: Anonymous/Screenshot: Golem.de)

Längst begleiten Störungen und Aktionen im digitalen Raum politische und militärische Krisen in der analogen Welt. Bei der Krim-Krise in der Ukraine ist das nicht anders. Verschiedene Anonymous-Gruppierungen beider Seiten des Konflikts starten Aktionen gegen die Opposition und gegen Russland, während der nationale Geheimdienst Angriffe auf das gesamte Telekommunikationssystem vermeldet.

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Es habe andauernde Angriffe auf Mobiltelefone gegeben, zitiert Spiegel Online den Chef der ukrainischen Geheimdienste Valentin Nalivaichenko. Auf der umstrittenen Halbinsel Krim seien am Eingang zur Telekommunikationsbehörde "illegal und gegen alle Handelsverträge verstoßende" Geräte installiert worden. Allerdings sei unklar, ob dabei die gesamte Telekommunikation in der Ukraine geblockt wurde, denn Nalivaichenko spricht lediglich von Mobiltelefonen der Abgeordneten.

Außerdem habe es am 28. Februar 2014 auf der Krim keine funktionierenden Telefon- und Internetdienste auf Grund von Sabotage gegeben, hatte die ukrainische Telekommunikationsbehörde Ukrtelecom gemeldet. Laut ukrainischen Grenzstreitkräften hätte das russische Militär die Mobiltelefondienste in der Krim zeitweilig gesperrt.

Anonymous hackt russische Webseiten

Das Anonymous-Kollektiv mischt bei der Krise in der Ukraine ebenfalls mit. Mit mehreren Aktionen wollen die Aktivisten laut eigenen Angaben "die russische Regierung und die Cyber-Infrastruktur angreifen, um ein Zeichen zu setzen", schreibt ein Vertreter des Anonymous-Kollektivs auf Pastebin. Die Aktivisten wollen auch mehrere Webseiten russischer Behörden und der russischen Streitkräfte gehackt haben. Dort sollen Hintertüren platziert worden sein.

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Von der juristischen Beratungswebseite Legalru.ru haben die Aktivisten eine Datenbank heruntergeladen und ins Netz gestellt. Außerdem griffen die Aktivisten die Server der Webseite Crownservice.ru an und veröffentlichten eine interne Datenbank. Crownservice ist eine Jobvermittlung, der Anonymous enge Kontakte zur russischen Regierung nachsagt. Der Protest unter dem Namen #OpRussia richtet sich offenbar gegen die Entsendung russischer Truppen in die Krim.

E-Mails von Klitschko veröffentlicht

Mitte Februar 2014 war die Gruppe Anonymous Ukraine in das E-Mail-Konto des litauischen Präsidentenberaters Laurynas Jonavicius eingebrochen und hatte dort unter anderem E-Mails des Boxers und Oppositionsführers Wladimir Klitschko veröffentlicht. Sie sollen belegen, dass Klitschko als Handlanger Europas, der Nato und der USA die Spaltung der Ukraine vorantreibe. Die Aktion lief unter dem Namen #OpIndependence. Die Gruppe setze sich für eine vereinte und unabhängige Ukraine ein und wolle vermeiden, dass sich das Land "in ein Chaos" verwandelt.

Tatsächlich ersuchten und bekamen Klitschko und die Opposition offenbar Hilfe bei der litauischen Regierung. In den E-Mails ist von Informationen zur Vorgehensweise des gestürzten Präsidenten Janukowytsch sowie Vermittlungen zwischen der Opposition auf dem Maidan in Kiew und "europäischen Partnern" die Rede.

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