Abo
  • Services:

Cyber-Spionage: Auf Roter Oktober folgt Cloud Atlas

Eine neue Angriffswelle mit gezielten Attacken droht: Cloud Atlas soll die nächste digitale Spionagekampagne sein. Die Malware sei eine aktualisierte Variante von Roter Oktober, sagen IT-Sicherheitsexperten.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein VB-Skript aus der Malware-Sammlung der Spionagekampagne Cloud Atlas.
Ein VB-Skript aus der Malware-Sammlung der Spionagekampagne Cloud Atlas. (Bild: Kaspersky)

Offenbar bedroht eine neue Malware weltweit hochrangige Mitarbeiter aus Militär, Politik und Wirtschaft. Und wieder soll die neue Malware ausgereifter sein als alle bisher analysierten. Das IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky nannte die Kampagne Cloud Atlas, weil die Angreifer offenbar den schwedischen Dienst Cloudme verwenden, um die gestohlenen Daten zu sammeln.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Mannheim
  2. BWI GmbH, Nürnberg, Bonn, Meckenheim, Koblenz, München

Die Malware werde über Spearfishing-E-Mails gezielt an die potentiellen Opfer verschickt. Sie nutze Schwachstellen in Microsoft Word aus, um sich auf dem Rechner eines Opfers zu installieren. Bei den von Kaspersky veröffentlichten Anhängen handelt es sich um vermeintliche Verkaufsangebote gebrauchter Autos. Angreifer hatten in der Red-October-Kampagne fast identische Vorlagen verwendet.

Malware für Windows, Android, iOS und Blackberry

Das IT-Sicherheitsunternehmen Blue Coat hatte sich zuerst mit dem neuen Angriff beschäftigt und ihm den Namen Inception gegeben. Dort wurde Malware entdeckt, die auch für Android, Blackberry und iOS angepasst wurde. Sie soll über präparierte MMS verbreitet worden sein und unter anderem Telefonate mitgeschnitten haben.

Cloud Atlas nutzt vermeintlich aktualisierte Versionen der Malware, die bereits in der Kampagne Roter Oktober verwendet wurde. Roter Oktober wurde Anfang 2013 von dem IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky aufgedeckt und seitdem nicht mehr genutzt. Damals wie heute sollten damit diplomatische Vertretungen, Regierungsstellen, militärische Einrichtungen und wissenschaftliche Forschungsanstalten in mehreren Ländern ausspioniert werden. Die meisten Angriffe gab es in Osteuropa, Russland und Zentralasien, aber auch einige in Europa und Nordamerika.

Cloud Atlas nutzt verbesserte Verschlüsselung

Offenbar nutzen die Angreifer die in Roter Oktober verwendete Malware erneut in der Cloud-Atlas-Kampagne, wenn auch in verbesserter Form. Statt der Verschlüsselung RC4 nutzt die aktuelle Malware AES. Jede bisher installierte Malware verbindet sich laut Kaspersky mit einem eigenen Account bei Cloudme. Dorthin werden Daten von infizierten Rechnern per WebDAV hochgeladen. Die Daten werden zuvor auf dem Rechner des Opfers mit AES verschlüsselt und mit LZMA komprimiert. Die Schlüssel sind jedoch in der Malware selbst gespeichert, deshalb hat Kaspersky die erbeuteten Daten einsehen können. Es handelt sich dabei unter anderem um die persönlichen Daten eines Opfers sowie um Systeminformationen oder um Informationen über laufende Prozesse.

Zeichenketten in vielen Sprachen

Bei der Analyse der Malware haben beide Unternehmen Zeichenketten in mehreren Sprachen entdeckt, darunter in Spanisch, Koreanisch, Arabisch und Hindu. Die Zeichenkette God_Save_The_Queen deute wiederum auf einen Ursprung in Großbritannien hin.

Das mache es schwer, die eigentlichen Macher der Malware zu lokalisieren, resümieren die IT-Sicherheitsforscher. Beide gehen jedoch davon aus, dass die Kampagnen staatlich gefördert sein müssen. Das gehe einerseits aus der komplexen Angriffsstruktur und andererseits aus der Zielgruppe hervor.



Anzeige
Top-Angebote

Endwickler 12. Dez 2014

Variablennamen? Die verschwinden doch sowieso, wenn man nicht gerade ein Debugbuild oder...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Moto G6 - Test

Bei einem Smartphone für 250 Euro müssen sich Käufer oft auf Kompromisse einstellen. Beim Moto G6 halten sie sich aber in Grenzen.

Lenovo Moto G6 - Test Video aufrufen
Razer Blade 15 im Test: Schlanker 15,6-Zöller für Gamer gefällt uns
Razer Blade 15 im Test
Schlanker 15,6-Zöller für Gamer gefällt uns

Das Razer Blade 15 ist ein gutes Spiele-Notebook mit flottem Display und schneller Geforce-Grafikeinheit. Anders als im 14-Zoll-Formfaktor ist bei den 15,6-Zoll-Modellen die Konkurrenz aber deutlich größer.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Gaming-Notebook Razer packt Hexacore und Geforce GTX 1070 ins Blade 15
  2. Razer Blade 2017 im Test Das beste Gaming-Ultrabook nun mit 4K

Battlefield 5 Closed Alpha angespielt: Schneller sterben, länger tot
Battlefield 5 Closed Alpha angespielt
Schneller sterben, länger tot

Das neue Battlefield bekommt ein bisschen was von Fortnite und wird allgemein realistischer und dynamischer. Wir konnten in der Closed Alpha Eindrücke sammeln und erklären die Änderungen.
Von Michael Wieczorek

  1. Battlefield 5 Mehr Reaktionsmöglichkeiten statt schwächerer Munition
  2. Battlefield 5 Closed Alpha startet mit neuen Systemanforderungen
  3. Battlefield 5 Schatzkisten und Systemanforderungen

Raumfahrt: Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa
Raumfahrt
Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa

Die neuen Raumschiffe von Boeing und SpaceX verspäten sich und werden wohl erst 2020 mit Crew fliegen. Die Aufsichtsbehörde der US-Regierung sieht einen Teil der Schuld beim Chaos im Nasa-Management.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Nasa Forscher entdecken Asteroiden, bevor er die Erde erreicht
  2. Nasa 2020 soll ein Helikopter zum Mars fliegen
  3. Raumfahrt Nasa startet neue Beobachtungssonde Tess

    •  /