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Cyber Monday: Streiks an drei Amazon-Standorten

Der Ausstand bei Amazon dauert seit Frühjahr 2013 und geht auch in der Cyber-Monday-Woche 2017 weiter. Amazon argumentiert wie immer, die überwältigende Mehrheit arbeite normal, Verdi zeigt Bilder von Hunderten Streikenden.

Artikel veröffentlicht am ,
Amazon-Arbeiter im November 2017 im Streik
Amazon-Arbeiter im November 2017 im Streik (Bild: Verdi)

Seit heute Morgen sind die Beschäftigten bei Amazon in Leipzig zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft Verdi gab bekannt, der Arbeitskampf solle bis zum Ende der Spätschicht dauern. Um Mitternacht haben bereits Beschäftigte der Nachtschicht die Arbeit niedergelegt. Den Beschäftigten geht es seit Mai 2013 um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag sowie bessere Arbeitsbedingungen.

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Amazon bietet in der sogenannten Cyber-Monday-Woche Rabatte an. Verdi-Streikleiter Ronny Streich sagte dazu: "Da wird eine ganze Woche mit Rabatten und immer neuen Angeboten geworben und gleichzeitig werden den Beschäftigten elementare Rechte wie tarifliche Bezahlung, verwehrt." Üblich sei im Handel die Zahlung eines Weihnachtsgeldes in Höhe eines halben Monatslohns. "Deswegen rufen wir die Beschäftigten erneut zum Streik auf."

1.058 Euro Weihnachtsgeld, 1.121 Euro Urlaubsgeld, eine 38-Stunden-Woche und sechs Wochen Urlaub sind laut Verdi aktuell in der Branche üblich. Urlaubsgeld fehlt bei Amazon derzeit komplett und das Weihnachtsgeld ist deutlich niedriger.

Die sehr hohen Krankenquoten belegten, wie hoch die Arbeitsbelastung sei und dass die Arbeitsbedingungen bei Amazon krankmachten, betonte der Verdi-Verhandlungsführer für den Handel, Jörg Lauenroth-Mago: "Wir bleiben dran an unserer Forderung nach einem Tarifvertrag für die Beschäftigten bei Amazon. Die Lohnerhöhung im September von 2 Prozent ist ein Ergebnis unserer Streiks, doch die Notwendigkeit Löhne, Gehälter, Urlaubs- und Weihnachtsgeld verbindlich in einem Tarifvertrag zu regeln, bleibt."

Amazon erklärt bei Arbeitskämpfen stets: "Der Streik hat keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal." Der Konzern bezahle auch ohne Tarifvertrag am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei, an allen Standorten in Deutschland mindestens 10,52 Euro brutto pro Stunde. Laut Konzerndarstellung erhalten die Beschäftigten Boni, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, einen Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte.

Gestreikt wurde in dieser Woche auch an anderen Amazon-Standorten. An zwei Tagen arbeitete bei Amazon in Bad Hersfeld und am Mittwoch bei Amazon in Rheine ein Teil der Beschäftigten nicht. "In Bad Hersfeld gehen wir für gestern in beiden Schichten und in beiden Logistikzentren von zusammen knapp 450 Mitarbeitern aus, die sich beteiligt haben. Für Leipzig liegt mir noch keine Zahl vor", sagte ein Amazon-Sprecher Golem.de auf Anfrage.



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Tigtor 27. Nov 2017

Volle Zustimmung. Daher würde ich eine Auswahl an Lieferdiensten zB bei amazon begrüßen...

Der Held vom... 24. Nov 2017

Zwei mögliche Denkansätze: 1.) Sich selbst die Frage stellen, was für ein Charakter man...

PaBa 24. Nov 2017

Warum sollten die Lager-Mitarbeiter den Einzel- und Versandhandel Tarif bekommen? Der...

Thomas 24. Nov 2017

Viel Einkommensteuer zahlt man bei so einem Einkommen eh nicht. --Thomas

Leontes 24. Nov 2017

Ein wichtiger Grund für Arbeitgebern einem Tarifvertrag zuzustimmen fehlt noch. Er...


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