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Cyber-Harassment: Deepfakes und Penisbilder sollen bald kriminalisiert werden

Europäische Staaten sollen Frauen besser vor digitalen Übergriffen schützen. Dazu gehört auch KI-generierte Pornografie.
/ Daniel Ziegener
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Bild einer Kunstaktion aus dem Jahr 2020 (Bild: Mika Baumeister)
Bild einer Kunstaktion aus dem Jahr 2020 Bild: Mika Baumeister / Unsplash

Die "am weitesten verbreiteten Formen der Cybergewalt" gegen Frauen sollen in der EU bald unter Strafe gestellt werden. Das Europäische Parlament und die Kommission haben sich in dieser Woche(öffnet im neuen Fenster) auf eine entsprechende Richtlinie verständigt.

Darunter fallen unter anderem das nicht einvernehmliche Zusenden von intimen Bildern, Cyberstalking, Harassment, frauenfeindliche Hassrede und Cyberflashing(öffnet im neuen Fenster) – das ungefragte Teilen obszöner Bilder mittels Airdrop oder Bluetooth.

Nicht nur reale Aufnahmen, sondern auch mittels KI-Werkzeugen generierte Deepfakes sollen unter diese Regelungen fallen. "Der Straftatbestand sollte auch die nicht einvernehmliche Herstellung oder Manipulation, z.B. durch Bildbearbeitung von Material umfassen, das den Anschein erweckt, dass eine andere Person an sexuellen Handlungen beteiligt ist" , heißt es in der Richtlinie.

Die neue EU-Richtlinie(öffnet im neuen Fenster) soll physische, psychische, wirtschaftliche und sexuelle Gewalt gegen Frauen in der EU, sowohl offline als auch online, bekämpfen. Der Gesetzentwurf wurde zum internationalen Frauentag im März 2022(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt. Die Umsetzung der Richtlinie ist nun Sache der jeweiligen EU-Länder.

Jüngste Beispiele zeigen: Es ist "höchste Zeit"

Es sei "ein wichtiger Schritt gegen viele Formen von Gewalt in der realen Welt, aber vor allem bringt er eine große Veränderung in der Online-Welt, indem er bestimmte Formen von Cybergewalt unter Strafe stellt" , sagte Kommissions-Vizepräsidentin Věra Jourová. Die jüngsten Entwicklungen zeigten, dass es dafür "höchste Zeit" sei.

Die Problematik nicht einvernehmlicher, pornografischer Deepfakes erhielt zuletzt große Aufmerksamkeit, nachdem entsprechende Bilder der Musikerin Taylor Swift auf Plattformen wie X und Reddit verbreitet wurden .

Sogenannte Rachepornos, die Veröffentlichung von expliziten Aufnahmen ohne die Zustimmung aller Beteiligten, sind bereits seit Jahren ein bekanntes Problem. Bereits 2017 gab es in Deutschland Initiativen für einen besseren rechtlichen Schutz der Betroffenen.


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