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CXMT: Apple will Zustimmung der US-Regierung für RAM aus China

Apple ist RAM zu teuer geworden, ein zusätzlicher Lieferant soll helfen. Chips aus China sind für den Konzern aber politisch heikel.
/ Johannes Hiltscher
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Speicherchips von CXMT werden aktuell nur von chinesischen Herstellern wie Kingbank verbaut. (Bild: Kingbank)
Speicherchips von CXMT werden aktuell nur von chinesischen Herstellern wie Kingbank verbaut. Bild: Kingbank

Auch Apple spürt die Speicherkrise: Nachdem sich das Unternehmen entschlossen hatte, die gestiegenen Preise an Kunden weiterzugeben, brach der Aktienkurs um mehr als sechs Prozent ein. Einen Teil der Verluste konnte die Aktie wieder wettmachen, dennoch sucht der Konzern nach Alternativen zu Micron, Samsung und SK Hynix.

Als Einzige kommt der chinesische Speicherhersteller CXMT infrage, von dem Apple gern zusätzlichen RAM beziehen möchte. Dafür versucht das Unternehmen laut einem Bericht der Financial Times (FT)(öffnet im neuen Fenster), die Zustimmung der US-Regierung zu erhalten. Apple soll dafür sowohl das zuständige Handelsministerium als auch weitere Regierungsvertreter kontaktiert haben.

CXMT hat sich mittlerweile als weltweit viertgrößter DRAM-Hersteller etabliert und stellt DDR5- und LPDDR5-Speicher her. Der Hersteller baut zudem aktuell seine Fertigungskapazität massiv aus. Analysten erwarten, dass CXMT 2027 über fast 14 Prozent der weltweiten DRAM-Fertigungskapazität verfügen könnte.

Auch eine Ablehnung hilft Apple

Hintergrund des Vorstoßes sei aber nicht der Preis, sondern die blanke Sorge, nicht genug RAM zu bekommen, so der Analyst Ming-Chi Kuo(öffnet im neuen Fenster). Micron, Samsung und SK Hynix planen, 2027 weitere 15 bis 20 Prozent der aktuell für Consumer-RAM bereitstehenden Fertigungskapazität stattdessen für das Serversegment zu nutzen.

Apple drohe damit ein Speicherengpass, der die Produktionszahlen des nächsten iPhone drücken könne. Da Tim Cook sowohl zur chinesischen als auch zur US-Regierung gute Beziehungen habe, könne er vor seinem Abgang als CEO noch entsprechende Verhandlungen führen. Auch eine Ablehnung der US-Regierung könne, so Kuo, für Apple hilfreich sein: Dann sei die US-Regierung schuld an höheren Preisen.

Andere Analysten sind bezüglich möglicher Auswirkungen auf die Speicherpreise ebenfalls skeptisch. Dylan Patel gab zu bedenken, dass CXMT nicht einmal den Speicherbedarf der Volksrepublik decken könne. Daraus ergibt sich auch die Frage, ob die chinesische Regierung RAM-Verkäufen an Apple zustimmen würde.

Geschäfte mit chinesischen Lieferanten sind unsicher

Der Versuch, eine offizielle Erlaubnis zu erhalten, ist für Apple eine langfristige Absicherung möglicher Geschäfte. Denn die Rahmenbedingungen können sich schnell ändern.

Zwar steht CXMT nicht auf der sogenannten Entity List des US-Handelsministeriums, was Geschäfte verbieten würde. Das kann sich allerdings jederzeit ändern, und insbesondere einige Kongressabgeordnete des Select Committee on China sehen solche Geschäftsbeziehungen sehr kritisch. Das US-Verteidigungsministerium wirft CXMT Verbindungen zum chinesischen Militär vor, eine Aufnahme in die Entity List soll geplant, aber aus diplomatischen Gründen vorerst ausgesetzt worden sein.

Dass Apple angesichts dieser Situation vorsichtig ist, ist auch aus historischen Gründen nachvollziehbar. Der Konzern machte bereits einmal schlechte Erfahrungen mit einem chinesischen Zulieferer: 2022 wollte Apple für einige seiner in der Volksrepublik verkauften Smartphones NAND-Flash vom chinesischen Hersteller YMTC kaufen, musste den Plan aber nach wenigen Monaten aufgrund des Drucks der US-Regierung beerdigen.

Derweil geben sich Apple und insbesondere Micron gegenseitig die Schuld an den hohen Speicherpreisen: Apple kritisiert die aktuelle Preispolitik, Microns CBO moniert Apples Preisdruck während der letzten Überangebotsphase.

Nachtrag, 29. Juni 2026, 15:35 Uhr:

Wir haben die Einschätzungen von Analysten ergänzt.


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