CWA und Verdi: Gewerkschaft gegen Telekom-Fusion mit T-Mobile US
Die Pläne der Deutschen Telekom für eine mögliche Verschmelzung mit ihrer US-Tochter T-Mobile US stoßen auf Widerstand in der Politik und bei Gewerkschaften. Ein Verdi-Sprecher hat dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) gesagt: "Verdi kann sich absolut keine Deutsche Telekom ohne starke Mitbestimmung, verlässliche Tarifbindung und ohne die in Deutschland und Europa gelebte Kultur des Umgangs mit den Beschäftigten vorstellen."
T-Mobile US wird von der Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) immer wieder wegen Behinderung der Tätigkeit der Gewerkschaftr in dem Konzern kritisiert.
Am 18. September 2025 erklärte(öffnet im neuen Fenster) CWA-Präsident Claude Cummings Jr., das Unternehmen stehe wegen aggressiven Union-Bashings, der Einstellung der Diversity-Programme, um sich bei der Federal Communications Commission (FCC) einzuschmeicheln, und wegen der Milliardeninvestitionen bei Elon Musk durch die Partnerschaft mit dessen Starlink-Dienst in der Kritik.
"T-Mobile gehört seit 15 Jahren zu den größten Arbeitsrechtsverletzern", sagte Cummings. "Jetzt zeigt T-Mobile allen, wofür das Unternehmen wirklich steht. Es arbeitet nicht nur mit einem milliardenschweren CEO zusammen, der autoritäre Regierungen weltweit unterstützt, sondern hat kürzlich auch seine Diversity-Initiativen beendet, um das Trump-Regime zu beschwichtigen und so die Genehmigung zweier großer Übernahmen zu beschleunigen. "
Digitale Souveränität Deutschlands wird berührt
Auch Johannes Schätzl, digitalpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, warnte im Handelsblatt: "Deutschland und Europa müssen sicherstellen, dass sie bei zentraler digitaler Infrastruktur nicht an Einfluss verlieren."
Rebecca Lenhard, digitalpolitische Sprecherin der Grünen, sagte: "Wenn ein Konzern wie die Deutsche Telekom [...] seine Struktur mit Blick auf das US-Geschäft grundlegend neu ordnet, dann berührt das unmittelbar die digitale Souveränität Deutschlands."
Bund und KfW halten zusammen rund 28 Prozent an der Telekom. Bei einer Vollfusion würde der Anteil auf etwa 18 Prozent sinken. Im Gespräch ist eine Holdinggesellschaft mit Sitz außerhalb Deutschlands, was die deutsche Mitbestimmung im Aufsichtsrat infrage stellen würde.
Telekom Hauptsitz nicht mehr in Deutschland
Laut Insidern würde die Gruppe ihren Sitz wahrscheinlich in einem europäischen Niedrigsteuerland wie Luxemburg, Amsterdam oder Dublin haben, anstatt im Heimatmarkt Deutschland, berichtete die Financial Time(öffnet im neuen Fenster)s.
Marktexperten fragen sich, warum die Telekom so viel Geld investieren will, um T-Mobile vollständig zu übernehmen, das sie bereits ohnehin kontrolliert. James Ratzer, Analyst bei New Street Research, sagte der Financial Times, bei den Planungen gehe es "ausschließlich" um Fusionen und Übernahmen in den USA und darum, sicherzustellen, die Mehrheit bei T-Mobile nicht zu verlieren, falls sie Eigenkapital zur Finanzierung von Übernahmen im Festnetzbereich einsetzen wolle. Die Telekom erwägt laut Insidern den Ausbau ihres Glasfasernetzes in den USA. Hier sind auch weiter Übernahmen möglich.
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