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Curiosity: Unerwartete organische Fragment-Funde auf dem Mars

Könnten Fettsäurefragmente im Gale-Krater von Mars -Mikroben stammen? Die chemische Analyse lässt kaum noch Raum für rein geologische Erklärungen.
/ Patrick Klapetz
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Ein Selfie des Nasa-Rovers Curiosity auf der Marsoberfläche (Bild: Nasa)
Ein Selfie des Nasa-Rovers Curiosity auf der Marsoberfläche Bild: Nasa

Seit über einem Jahrzehnt rollt der Rover Curiosity durch den roten Staub des Mars und untersucht ihn. Doch die neuesten Daten aus den Gesteinen(öffnet im neuen Fenster) aus dem Gale-Krater lassen sich immer schwerer mit bloßen geologischen Zufällen erklären. Das mobile Labor hat die Alkane Decan, Undecan und Dodecan entdeckt.

Für Astrobiologen könnten diese Fragmente auf Fettsäuren hindeuten - jene Bausteine, die auf der Erde die Hüllen lebender Zellen bilden. Zwar ist bekannt, dass organische Moleküle auch durch rein chemische Prozesse entstehen können, doch im Gale-Krater stimmt die Menge nicht mit den gängigen Modellen überein.

Untersuchung der Marsproben

Die Funde stammen aus einer Schlammstein-Formation, die einst der Boden eines urzeitlichen Sees war. Zur Untersuchung wurde das Sam-Instrument (Sample Analysis at Mars) verwendet, ein kompaktes Chemielabor im Inneren des Rovers.

Durch das Erhitzen von Gesteinspulver und die anschließende Analyse des freigesetzten Gases durch eine Gas-Chromatografie und Massenspektrometrie werden Moleküle sichtbar, die Jahrmilliarden im Gestein überdauert haben.

Das Alter der untersuchten Proben beträgt schätzungsweise 80 Millionen Jahre. So lange lagen sie ungeschützt oder nur dünn bedeckt an der Oberfläche. Anders als auf der Erde, besitzt der Mars kein schützendes Magnetfeld. Die eintretende kosmische Strahlung zersetzt damit organische Materie direkt an der Oberfläche. Die Dosis ist so hoch, dass sie organische Materie in dieser Zeit fast vollständig zerstören müsste, was hier aber nicht der Fall ist.

Diskrepanz zwischen Ergebnis und Annahme

Wenn der strahlungsbedingte Zerfall einberechnet wird, müssten die ursprünglichen Konzentrationen der Moleküle massiv höher gewesen sein. Durch vulkanische Aktivität lässt sich die notwendige Ausgangsdichte nicht schlüssig erklären. Selbst wenn man die optimistischsten Schätzungen für Meteoriteneinschläge heranzieht, reicht diese Menge bei weitem nicht aus, um die im Gale-Krater gemessenen Konzentrationen nach 80 Millionen Jahren Bestrahlung zu erklären.

Dieser Fund ist ein Indiz dafür, dass es molekulare Nachahmer des Lebens (biomimetic molecules) in der feuchten Vergangenheit des Roten Planeten gab. Das Forschungsteam warnt vor voreiligen Schlüssen, jedoch wird die Liste für nichtbiologische Erklärungen kleiner. Die Beweiskette sei aber noch nicht abgeschlossen, so die Forscher.

Zur Studie

Die Studie wurde am 4. Februar 2026 im Fachjournal Astrobiology veröffentlicht: Does the Measured Abundance Suggest a Biological Origin for the Ancient Alkanes Preserved in a Martian Mudstone?(öffnet im neuen Fenster) (Deutet die gemessene Häufigkeit auf einen biologischen Ursprung der in einem Marsschlammstein konservierten alten Alkane hin?).


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