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Cuphead im Test: Teuflische Gefechte mit dem Kampfgemüse

Sieht mit seiner 30er-Jahre-Cartoon-Grafik aus wie ein harmloser Spaß für die ganze Familie, ist aber ein Fall für ebenso leidenschaftliche wie leidensfähige Spieler: Das Indiegame Cuphead ist für Xbox One und Windows 10 erhältlich.

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Die Brüder Mughead und Cuphead sind die Hauptfiguren in Cuphead.
Die Brüder Mughead und Cuphead sind die Hauptfiguren in Cuphead. (Bild: Microsoft)

Der Teufel ist schuld! Er hat die Brüder Cuphead und Mughead in sein Casino gelockt und sie dort zum Glücksspiel verführt. Jetzt haben die beiden nur noch eine Chance, ihre Seele zu retten: Sie müssen Schulden im Auftrag von Satan eintreiben. Das ist im Actionspiel Cuphead die Ausgangslage, die vor allem eine Folge hat: Der arme Cuphead - und im Koopmodus auch der von einem zweiten lokalen Spieler gesteuerte Mughead - legt sich mit einem Bösewicht nach dem anderen an, um an den teuflischen Zaster zu gelangen.

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In der Cartoonwelt bedeutet das Kämpfe gegen böse Kartoffeln, Frösche und Blumen. Klingt harmlos und ein bisschen albern? Ist es eben nicht: Trotz der niedlichen Retrografik ist das Spiel kein familienkompatibler Hüpf- und Springspaß. Stattdessen bietet es ähnlich wie Dark Souls extrem herausfordernde Auseinandersetzungen, zu denen auch die Suche nach der richtigen Taktik gehört.

Um mal ein Beispiel zu nennen, nämlich den ersten Kampf überhaupt, in dem wir gegen eine Kartoffel und eine Möhre antreten: Zuerst müssen wir das Knollengemüse konsequent und lange mit unserer Energiewaffe unter Beschuss nehmen und gleichzeitig Angriffen ausweichen. Wenn der Gegner besiegt ist, folgt überraschend die zweite Runde gegen die Mohrrübe - die noch deutlich härter zur Sache geht, indem sie zielsuchende Mini-Möhrchen und Gedankenstrahlen verschießt.

Die Herausforderung in Cuphead besteht zum einen darin, herauszufinden, welche Taktik gegen die Feinde funktioniert - irgendwelche Hilfen gibt es nämlich nicht. Zum anderen ist Geschick beim Ausweichen und Angreifen angesagt, denn die drei Basis-Gesundheitspunkte sind sehr schnell verbraucht.

  • Geschafft: Der erste Bosskampf gegen die böse Karotte ist absolviert. (Screenshot: Golem.de / Bild: Microsoft)
  • In der Oberwelt von Cuphead gelangen wir von Kampf zu Kampf. (Screenshot: Golem.de / Bild: Microsoft)
  • Das schön gemachte Tutorial erinnert an Zeichenskizzen. (Screenshot: Golem.de / Bild: Microsoft)
  • Die Frösche sind eine besondere Herausforderung... (Screenshot: Golem.de / Bild: Microsoft)
  • Hurra - die Endabrechnung eines Bosskampfs. (Screenshot: Golem.de / Bild: Microsoft)
  • In den Jump-and-run-Passagen laufen wir von links nach rechts. (Screenshot: Golem.de / Bild: Microsoft)
  • Hm, welche Tatik wohl gegen dieses seltsame Wesen funktioniert? (Screenshot: Golem.de / Bild: Microsoft)
  • Das wichtigste Menü: Nach dem Ableben wählen wir mit einem Knopfdruck "Retry"... (Screenshot: Golem.de / Bild: Microsoft)
Geschafft: Der erste Bosskampf gegen die böse Karotte ist absolviert. (Screenshot: Golem.de / Bild: Microsoft)

Nach dem "You died" können wir zum Glück sofort wieder antreten, auch die Ladezeit von etwa zwei Sekunden stört kaum. Informationen darüber, wie weit wir in den Gefechten gekommen sind, bekommen wir nur im Game-Over-Menü anhand einer schön gemachten Verlaufsanzeige.

Die Bosskämpfe können wir in zwei Schwierigkeitsstufen absolvieren. Schon der einfache Modus ist sehr herausfordernd, dient aber nur der Vorbereitung auf die Schlacht im normalen Schwierigkeitsgrad. Um die kommen wir nicht herum - den Endkampf können wir nämlich erst absolvieren, wenn wir die Schulden bei allen Obergegnern auf "Regular" eingetrieben haben.

Jump 'n' Run für Profis

Neben Kämpfen gegen die teuflischen Schuldner gibt es in Cuphead aber noch einiges mehr zu entdecken. So können wir in klassisch aufgebauten - aber ebenfalls sehr schwierigen - Hüpf- und Sprungpassagen Münzen sammeln, um etwa vorübergehend mehr Gesundheitspunkte zu bekommen, sowie andere Extras und Geheimnisse entdecken.

Neben der wunderschön gezeichneten und animierten Grafik bietet Cuphead auch eine tolle Soundkulisse: Im Hintergrund sind zur 30er-Jahre-Stimmung altertümlich klingende, aber neu und aufwendig eingespielte Musikstücke aus Genres wie Jazz, Big Band und Ragtime zu hören. Wer das mag, sollte sich das Spiel fast alleine schon kaufen, um an den ohne weitere Kosten separat verfügbaren Soundtrack zu kommen.

Cuphead ist als Download für Xbox One und Windows 10 erhältlich und kostet rund 20 Euro. Das von dem Entwicklerstudio MDHR programmierte Spiel wird von Microsoft im Rahmen von "Play Anywhere" vertrieben - sprich: einmal eine Version kaufen, auf beiden Plattformen mit dem gleichen Nutzerkonto spielen. Die USK hat eine Altersfreigabe ab 6 Jahren erteilt.

Fazit

Allein schon wegen der wunderbaren Musik möchten wir Cuphead lieben, auch die Grafik sieht umwerfend aus. Am Gameplay dürften sich aber die Geister scheiden - und zwar schlicht wegen des Schwierigkeitsgrads. Natürlich wird es Spieler geben, die sich über die Herausforderung freuen, den Oberbossen das Licht auszuknipsen. Zumal die Steuerung gut ist und die allermeisten Kämpfe auf den ersten Blick zwar unschaffbar wirken, aber im Grunde fair aufgebaut sind.

Uns haben die hammerharten Cartoonmonster trotzdem eher genervt. In Dark Souls finden wir den knackigen Schwierigkeitsgrad passend, in Cuphead wirkt er auf uns oft deplatziert. Wir hätten gerne mehr schwungvoll inszenierte, mittelschwere Hüpf-und-Spring-Passagen, statt uns stundenlang mit einer bösen Blume oder fiesen Fröschen herumzuschlagen.



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derKlaus 02. Okt 2017

Danke, hab den gleich gekauft.

Schmadin 01. Okt 2017

Habs mir heute gekauft ohne zu wissen was es ist, weil die Grafik so einzigartig ist...

Anonymer Nutzer 30. Sep 2017

muss man wissen!


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