• IT-Karriere:
  • Services:

Cultured Beef: Sergey Brin finanziert Retortenburger

Der erste Burger aus Fleisch, das in der Retorte gezüchtet wurde, ist in London verzehrt worden. Finanziert hat das Projekt Google-Gründer Sergey Brin.

Artikel veröffentlicht am ,
Cultured Beef: marktreif in 10 bis 20 Jahren
Cultured Beef: marktreif in 10 bis 20 Jahren (Bild: Maastricht University)

Es dürfte der teuerste Hamburger der Welt gewesen sein: 250.000 Euro hat der Edelfleischklops gekostet, der heute in London verspeist worden ist. Das Besondere daran: Dieses Fleisch war nie Teil eines Tiers. Finanziert wurde er von Google-Gründer Sergey Brin.

Stellenmarkt
  1. medneo GmbH, Berlin
  2. Kreis Segeberg, Kreis Segeberg

Der niederländische Wissenschaftler Mark Post hat das Fleisch im Labor gezüchtet: Es wurde aus Stammzellen, sogenannten Satellitenzellen, gewonnen und in einer Nährlösung gezogen. Der Körper nutzt Satellitenzellen dazu, kaputtes Muskelgewebe zu reparieren. Post hat sie aus dem Nacken einer Kuh entnommen, während die Nährlösung aus einem Kälberfötus stammt.

20.000 Fleischstreifen

Der Burger besteht aus 20.000 Fleischstreifen, die jeweils etwa 1,3 Zentimeter lang sind und 1 Millimeter Durchmesser haben. Satt geworden sind die Testesser jedoch kaum: Der Retortenburger wog nur etwa 140 Gramm.

Post wollte damit zeigen, dass es heute schon möglich ist, Fleisch im Reagenzglas zu züchten. Ziel des Projekts ist es, neue Wege für die Nahrungsmittelproduktion zu erkunden und Tiere und Umwelt zu schützen. Kühe seien nicht sehr effizient, sagte der Forscher von der Universität in Maastricht der britischen Tageszeitung The Guardian: Sie benötigten 100 Gramm pflanzlicher Proteine, um 15 Gramm Fleisch zu produzieren. "Wir müssen die Kühe also viel füttern, um uns zu ernähren. Dadurch verlieren wir viel Nahrung."

Kohlendioxid und Methan

Derzeit wird knapp ein Drittel der nutzbaren Fläche der Erde für die Viehzucht verwendet. Die Biomasse der Nutztiere ist etwa doppelt so groß wie die der Menschheit. Auf die Viehzucht sollen etwa 5 Prozent der Kohlendioxid- und sogar 40 Prozent der Methanemissionen entfallen. Sie ist damit ein beachtlicher Faktor für den Klimawandel.

Werde Fleisch hingegen in der Retorte gezüchtet, falle dies ebenso weg wie die immense Methanproduktion sowie die oft unwürdige Massentierhaltung, sagt Post. Letztere sei ein Grund gewesen, weshalb Brin das Projekt finanziert habe: Er sei nicht einverstanden damit, wie die Tiere behandelt würden, begründete er sein Engagement.

Drei Monate im Labor

Noch ist die Herstellung von Fleisch aus Stammzellen aufwendig und langwierig: Drei Monate dauerte es, die Bulette zu züchten. So kamen auch die Kosten von 250.000 Euro zustande, die Brin übernommen hat. Der Google-Gründer glaubt, dass dieses Projekt, wenn es erfolgreich sei, die Welt verändern könne. Als die künstliche Mahlzeit vor einigen Monaten angekündigt wurde, war der Name des Finanziers noch geheim gehalten worden. In 10 bis 20 Jahren, so schätzt Post, könnte die Technik reif für die Markteinführung sein.

Der Burger sei von Josh Schonwald, einem auf Ernährungsthemen spezialisierten US-Journalisten, und der österreichischen Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler probiert worden. Beide seien positiv überrascht von der Konsistenz des Fleisches gewesen, berichtet der US-Fernsehsender NBC News. Es schmecke wie Fleisch, sagte Rützler, nicht wie ein Fleischersatz wie etwa Soja.

Bioprinting ist ein anderes Verfahren, Fleisch künstlich herzustellen, das momentan erforscht wird. Entwickelt wird es von Modern Meadow: Das US-Unternehmen will essbares Fleisch per 3D-Druck aus lebenden Zellen aufbauen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 1439,90€ (Vergleichspreis: 1530,95€)

Neuro-Chef 10. Aug 2013

Bewusstsein ist garnicht mal erforderlich für eine gewisse Intelligenz im Erkennen und...

bitshift 07. Aug 2013

Oh Gott, diese Schmerzen. Hast du in Bio geschwänzt? Mir wurde jedenfalls klar und...

nykiel.marek 07. Aug 2013

Das ist eine Behauptung aber wo sind die Argumente? :) LG, MN

Neuro-Chef 06. Aug 2013

Am besten erreicht man leider oft die, die schon der gleichen Meinung sind.

Natchil 06. Aug 2013

In den VSA überleben die Tiere doch, obwohl dort gejagt wird. Damals hat ja auch jeder...


Folgen Sie uns
       


Smarte Jeansjacke von Levis ausprobiert

Das Trucker Jacket mit Googles Jacquard-Technologie hat im Bund des linken Ärmels eingewebte leitende Fasern. Diese bilden ein Touchpad, das wir uns im Test genauer angeschaut haben.

Smarte Jeansjacke von Levis ausprobiert Video aufrufen
Lovot im Hands-on: Knuddeliger geht ein Roboter kaum
Lovot im Hands-on
Knuddeliger geht ein Roboter kaum

CES 2020 Lovot ist ein Kofferwort aus Love und Robot: Der knuffige japanische Roboter soll positive Emotionen auslösen - und tut das auch. Selten haben wir so oft "Ohhhhhhh!" gehört.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Orcam Hear Die Audiobrille für Hörgeschädigte
  2. Viola angeschaut Cherry präsentiert preiswerten mechanischen Switch
  3. Consumer Electronics Show Die Konzept-Messe

Europäische Netzpolitik: Die Rückkehr des Axel Voss
Europäische Netzpolitik
Die Rückkehr des Axel Voss

Elektronische Beweismittel, Nutzertracking, Terrorinhalte: In der EU stehen in diesem Jahr wichtige netzpolitische Entscheidungen an. Auch Axel Voss will wieder mitmischen. Und wird Ursula von der Leyen mit dem "Digitale-Dienste-Gesetz" wieder zu "Zensursula"?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Mitgliederentscheid Netzpolitikerin Esken wird SPD-Chefin
  2. Nach schwerer Krankheit FDP-Netzpolitiker Jimmy Schulz gestorben

Kailh-Box-Switches im Test: Besser und lauter geht ein klickender Switch kaum
Kailh-Box-Switches im Test
Besser und lauter geht ein klickender Switch kaum

Wer klickende Tastatur-Switches mag, wird die dunkelblauen Kailh-Box-Schalter lieben: Eine eingebaute Stahlfeder sorgt für zwei satte Klicks pro Anschlag. Im Test merken unsere Finger aber schnell den hohen taktilen Widerstand.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Charachorder Schneller tippen als die Tastatur erlaubt
  2. Brydge+ iPad-Tastatur mit Multi-Touch-Trackpad
  3. Apex Pro im Test Tastatur für glückliche Gamer und Vielschreiber

    •  /