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Cubesats: Startup steuert riesigen Satellitenschwarm von Berlin aus

Kein anderes Unternehmen hat so viele Satelliten im Orbit, keins hat so viele verloren: Die Firma Planet betreibt das größte Satellitennetzwerk der Welt von Berlin aus. Es macht aktuelle Bilder von der Erde, die sich auch Landwirte leisten können.

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Mission Control des größten Satellitennetzwerks der Welt
Mission Control des größten Satellitennetzwerks der Welt (Bild: Planetlabs)

Der Bauer schaut auf das aktuelle Satellitenbild, um zu sehen, wie es seinen Pflanzen geht. Was nach 60er-Jahre-Science-Fiction klingt, ist heute ganz real machbar. Das Bild kommt allerdings nicht von einem großen, alles sehenden Satelliten, sondern von einem Schwarm aus 180 Cubesats. Zuletzt kamen am 31. Oktober mit dem Start einer Minotaur-C-Rakete vier Stück dazu. Planet betreibt die größte Satellitenkonstellation der Welt, von einem Büro in Berlin-Mitte aus. Satelliten mit 4 Kilogramm Masse übernehmen dabei Aufgaben, für die vor zehn Jahren noch 150 Kilogramm schwere Satelliten gestartet wurden.

Robbie Schingler war 2010 einer der Mitbegründer von Planetlabs in Kalifornien. Die Idee des Unternehmens war, Cubesats zur Erdbeobachtung einzusetzen. "Was wir verkaufen, hat nichts mit dem Weltraum zu tun, sondern mit den Daten, die wir sammeln", fasst Robbie Schingler das Geschäftsmodell des Unternehmens zusammen, das inzwischen nur noch Planet heißt. Die kleinen Satelliten haben zwar nicht ansatzweise das Auflösungsvermögen tonnenschwerer Spionagesatelliten, aber für viele Aufgaben sind Bilder, die 30 Zentimeter große Details zeigen, schlicht nicht nötig. Fünf Meter Auflösung reichen für viele kommerzielle Aufgaben völlig aus.

Die Datenanalyse wird zum Flaschenhals

Zusammen generieren die Satelliten etwa zehn Terabyte Rohdaten pro Tag. Dabei werden Daten von Ozeanen schon ignoriert, die etwa 70 Prozent der Erdoberfläche ausmachen. "Die Datenspeicherung ist kein Problem, aber die Verarbeitung kann eine ziemliche Herausforderung sein", beschreibt Schingler die Situation. "Zurzeit ist es so: Sie bekommen heute die Bilder von gestern, mit etwa 18 Stunden Verzögerung. Wir optimieren nicht die Zustellzeit, sondern die Kosten. Zu Spitzenzeiten ist die Datenverarbeitung in der Cloud viel teurer, das ist ein wichtiger Kostenfaktor." Die Daten kommen dabei von 26 Bodenstationen auf der ganzen Welt und könnten innerhalb von wenigen Minuten vom Satelliten heruntergeladen werden. Um die Kosten niedrig zu halten, werden die Daten aber erst bearbeitet, wenn Rechenkapazitäten in der Cloud günstig zu haben sind.

Die Daten müssen kalibriert, atmosphärische Störungen herausgerechnet und die Bilder geometrisch entzerrt werden. "Womit wir herumspielen, ist mehr Datenanalyse an Bord der Satelliten, um zum Beispiel nur nach Schiffen im Meer zu suchen und gezielt nur Daten von Interesse herunterzuladen." Mit einem Blick auf sein Handy sagt er, dass die Satelliten weitgehend die gleichen Chips wie ein Smartphone hätten. "Wir haben Linux an Bord, das ganze Ding ist reprogrammierbar."

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Das Erdmagnetfeld schützt die Hardware vor einem großen Teil der Strahlung im Weltraum, aber auch das Material des Satelliten bietet noch einen zusätzlichen Strahlenschutz. Es muss deshalb keine spezielle strahlungsresistente Hardware zum Einsatz kommen.

Die Technik der Satelliten stellt trotz ihrer geringen Größe keine ernsthafte Einschränkung für die Funktion der Satelliten mehr dar.

Kleine Satelliten sind fast so gut wie die großen 
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Komischer_Phreak 14. Nov 2017

Wie lange Satelliten in bestimmten Höhen verweilen, ist sehr leicht nachweisbar...

Komischer_Phreak 14. Nov 2017

Mehr von FWP würde sicherlich helfen. Es ist schade, das er nicht in der IT tätig ist...

LinuxMcBook 09. Nov 2017

Ich würde es eher so machen, dass ich eigene Rechenkapazität für die "Grundlast" bereit...

ElBeek 09. Nov 2017

Sehr guter Artikel!

mnementh 09. Nov 2017

Sind sie nicht. In die Berlin sind die Büros die früher zu RapidEye und dann BlackBridge...


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