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Höhere Auflösung soll von alten Google-Satelliten kommen

Aber Planet will in Zukunft noch mehr leisten können, was über die Fähigkeiten der kleinen Doves hinausgeht. Anfang 2015 kaufte Google ein Unternehmen namens Terra Bella, das genauso ein kalifornisches Startup war wie einst Planet. Terra Bella konzentrierte sich aber auf Satelliten mit höheren Auflösungen von 70 bis 80 Zentimetern. Die Skysats sind deutlich größere Satelliten als die Doves, aber mit 120 Kilogramm sind sie nach den konservativen Maßstäben der Raumfahrt klein genug, um sie als Minisatelliten zu klassifizieren. Als Google zu Alphabet wurde, wurden die diversen Teile von Google ausgemistet, "und dann fanden sie da eine Raumfahrtsparte", sagt Schingler. Zu dem Zeitpunkt war Planet schon längere Zeit in Gesprächen mit Google, ob dieses nicht Interesse an den Daten von Planet hätte.

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"Letztlich kamen sie zu uns und fragten, ob wir nicht das Terra Bella Team übernehmen wollen" - ein Angebot, das Planet 2017 nicht ausschlug. "Die Kombination aus flächendeckenden Aufnahmen und gezielten hochauflösenden Bildern ist etwas, das die Industrie bis dahin noch nie gesehen hatte. Und so nahmen wir die Gelegenheit wahr." Neben höherer Auflösung sind die Skysat-Satelliten von Terra Bella auch zu Filmaufnahmen aus dem Orbit fähig, dazu muss der ganze Satellit während des Überflugs konstant auf sein Ziel ausgerichtet bleiben. Einen Kunden gibt es für diese Funktion aber noch nicht.

Die Hauptnutzlast der Rakete, die am 31. Oktober noch vier Doves in den Orbit brachte, waren sechs weitere dieser Skysat-Satelliten. Damit hat Planet 13 hochauflösende Satelliten, deren Betrieb jetzt mit den restlichen 180 Doves und fünf Rapid-Eye-Satelliten verbunden werden soll. Nach Möglichkeit soll das Netzwerk ohne menschliche Eingriffe in der Lage sein, mit den niedrigauflösenden Satelliten interessante Ziele identifizieren und mit den Skysats höherauflösende Bilder machen können.

Der Betrieb der ehemaligen Google-Satelliten soll jetzt ebenso stückweise nach Berlin verlagert werden. Bis zum Start der geplanten Konstellationen von Kommunikationssatelliten von Oneweb und SpaceX wird damit von Berlin aus noch einige Jahre die größte Satellitenflotte der Welt gesteuert. Nun ist die Frage berechtigt, wie ein kalifornisches Startup, das ein kalifornisches Startup von einem kalifornischen Suchmaschinenbetreiber gekauft hat, nach Berlin kommt.

Ein Brandenburger Startup

Schon seit 2015 betreibt Planet auch noch fünf Rapid-Eye-Satelliten, die von der gleichnamigen Firma stammten. Rapid Eye wurde 1998 in Deutschland gegründet und verfolgte damals einen ähnlichen Plan wie Planet, das zwölf Jahre später gegründet wurde, wenn auch mit der Technik der 1990er Jahre. Es dauerte sechs Jahre, bis Rapid Eye ein fertiges Konzept für seine Satelliten und die nötige Finanzierung gesichert hatte. Noch einmal vier Jahre später, 2008, starteten fünf Rapid-Eye-Satelliten mit einer umgebauten russischen Interkontinentalrakete (Dnepr) in Kasachstan. Mit 150 Kilogramm waren sie sehr leicht für Satelliten ihrer Zeit.

Aber Rapid Eye war zunächst nicht erfolgreich. Die Technik funktionierte hervorragend, aber wegen der weltweiten Wirtschaftskrise kamen die Umsätze zu spät und Rapid Eye geriet in finanzielle Schwierigkeiten. 2011 wurde sie von der kanadischen Firma Black Bridge aufgekauft, die zu den Kunden von Rapid Eye gehörte. Planet und Black Bridge/Rapid Eye kamen miteinander ins Gespräch, weil 2015 die geplante Betriebsdauer der Satelliten auslief und bald Ersatz beschafft werden musste, auch wenn die Rapid-Eye-Satelliten wohl auch noch nach 2020 funktionieren werden. Diese Gespräche endeten letztlich darin, dass Black Bridge/Rapid Eye von Planet aufgekauft wurde.

Rapid Eye hatte viel Erfahrung im Betrieb von Satelliten

Robbie Schingler beschreibt es so: "Als wir mit ihnen sprachen, merkten wir, wie gut wir zueinander passten." Planet hatte sich auf Hardware, Software, Datenberechnung und Analytik konzentriert. Rapid Eye/Black Bridge hatte dagegen hauptsächlich auf Effizienz, Betrieb der Satelliten und Kundenbetreuung gesetzt. Das erlaubte Planet eine schnelle Expansion des Geschäfts in viele Länder und die Integration von Daten der Dove-Satelliten in bestehende Kundenverträge. "Das Team hier in Berlin konzentriert sich heute auf die Technik, wegen seiner langen Erfahrung im Betrieb von Satelliten."

Denn trotz der geschäftlichen Probleme bewiesen die Betreiber der Rapid-Eye-Satelliten, dass sie gut mit der Technik umgehen konnten. Die Satelliten haben weit mehr Treibstoffreserven übrig als ursprünglich geplant, was ihre Betriebszeit im Orbit verlängert. Gleichzeitig wurde die Datenerfassung jedes Jahr verbessert. Am Anfang wurden etwa 2,5 Millionen Quadratkilometer am Tag erfasst, zurzeit sind es 7 Millionen Quadratkilometer, und zwar mit den gleichen fünf Rapid-Eye-Satelliten. Genau diese Erfahrung der deutschen Betreiber macht sich nun Planet beim Betrieb ihrer wachsenden Zahl von Satelliten zunutze. Auf gewisse Weise wurde das deutsche Startup Rapid Eye somit dann doch noch ein Erfolg.

 Kein Unternehmen hat so viele Satelliten verloren
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Komischer_Phreak 14. Nov 2017

Wie lange Satelliten in bestimmten Höhen verweilen, ist sehr leicht nachweisbar...

Komischer_Phreak 14. Nov 2017

Mehr von FWP würde sicherlich helfen. Es ist schade, das er nicht in der IT tätig ist...

LinuxMcBook 09. Nov 2017

Ich würde es eher so machen, dass ich eigene Rechenkapazität für die "Grundlast" bereit...

ElBeek 09. Nov 2017

Sehr guter Artikel!

mnementh 09. Nov 2017

Sind sie nicht. In die Berlin sind die Büros die früher zu RapidEye und dann BlackBridge...


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