DGB fürchtet 13-Stunden-Tage
Er betonte aber, die SPD werde sich an den Koalitionsvertrag halten und mehr Flexibilität durch eine Wochenarbeitszeit schaffen. Niemand werde aber gezwungen, länger zu arbeiten. "Die Pausen bleiben die gleichen. Und wir schaffen eine elektronische Erfassung aller Arbeitszeiten. Jede Minute muss bezahlt werden" , stellte Rützel klar.
Der DGB Bayern hält wenig von einer Flexibilisierung. Das würde faktisch die Abschaffung des Achtstundentages bedeuten, "mit Arbeitstagen von bis zu 13 Stunden in der Folge" , bemängelte der DGB in einer Mitteilung. Für Millionen Beschäftigte sei das Arbeitszeitgesetz der einzig verlässliche Schutz vor Überlastung und gesundheitlichen Schäden.
Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf würde durch die Flexibilisierung nicht besser, sondern schwieriger. "Lange und schlecht planbare Arbeitstage verschärfen Belastungen" , stellte der bayerische DGB-Vorsitzende Bernhard Stiedl fest.
CSU-Arbeitsministerin: Raus aus der Steinzeit
"Das Arbeitszeitgesetz steht mit dem Achtstundentag für Respekt vor der Leistung der Beschäftigten. Es ist das Versprechen, dass das Leben der Menschen nicht nur aus Arbeit besteht – und dieses Versprechen darf nicht gebrochen werden."
Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf (CSU) begrüßte das Vorhaben dagegen. "Das Arbeitszeitgesetz muss aus der Steinzeit raus – die Arbeitswelt braucht Luft zum Atmen" , sagte die Ministerin.
"Ohne ein modernes, flexibles, unbürokratisches und krisenfestes Arbeitszeitgesetz kommt der so dringend benötigte wirtschaftliche Aufschwung nicht. Die Neuerungen sind überfällig." Der Gesundheits- und Arbeitsschutz stehe dabei natürlich nicht zur Disposition. "Das Gesetz muss auch ein Schutzversprechen bleiben" , so Scharf.