Abo
  • IT-Karriere:

Cryptophone: Verschlüsselung nicht für jedermann

Die App von GSMK und der Telekom verschlüsselt Telefonate und Textnachrichten. Die gleiche Technik kommt im wesentlich teureren Cryptophone der Firma zum Einsatz. Wird das überhaupt benötigt?

Artikel veröffentlicht am ,
Das Unternehmen GSMK bietet zahlreiche professionelle Geräte für die verschlüsselte Telefonie.
Das Unternehmen GSMK bietet zahlreiche professionelle Geräte für die verschlüsselte Telefonie. (Bild: Sebastian Rohner/Golem.de)

Das Berliner Unternehmen GSMK bietet unter dem Namen Cryptophone eine ganze Reihe Geräte für die verschlüsselte Telefonie an: für den Schreibtisch, als Mobiltelefon oder als Komplettset mit Hochleistungsakku samt Solarpanel und Satellitenempfänger für unterwegs. Auf allen kommt die gleiche Verschlüsselungstechnik zum Einsatz, die der Hersteller GSMK auch in die App Mobile Encryption integriert hat. Die wird von der Telekom angeboten und kostet je nach Lizenzabnahme 15 bis 20 Euro monatlich pro Gerät. Das ist vergleichsweise wenig. Auch die Ausrüstung mit Satellitenempfänger ist noch verhältnismäßig günstig: Der Koffer mit Telefon, Satellitenantenne und zwei Akkus kostet 5.500 Euro. Das Smartphone Cryptophone 500 kostet 2.000 Euro. Warum also so teure Geräte kaufen, wenn es die preiswerte Anwendung gibt?

Inhalt:
  1. Cryptophone: Verschlüsselung nicht für jedermann
  2. Gehärtetes Android

Die App nutze kaum etwas, wenn das Gerät, auf dem sie installiert werde, schon unsicher sei, sagt Björn Rupp von GSMK. Hat ein Angreifer bereits Zugriff auf das Mikrofon, hilft auch die anschließende Verschlüsselung nicht. Das Cryptophone 500 hingegen sichert auch das Gerät soweit wie möglich gegen zahlreiche Angriffe ab.

Baseband-Firewall warnt vor Imsi-Catchern

Das beginnt bereits bei der Firmware für den Broadband-Prozessor, der für die Kommunikation im Cryptophone 500 verantwortlich ist. Die Firmware hat GSMK ausgemistet. Alte Funktionen, etwa für die Telefonie über ISDN, sind rausgeflogen. Stattdessen ist dort eine eigene Baseband-Firewall integriert. Sie warnt unter anderen dann, wenn es verdächtige Verbindungen zu Basisstationen gibt, die ein Imsi-Catcher sein können. Wird von der Basisstation etwa ein Wechsel auf das unsichere G2-Netzwerk veranlasst und so die Verschlüsselung deaktiviert, gibt die entsprechende App eine Warnung aus. Außerdem wird der Benutzer darauf hingewiesen, wenn sich die Nummer des Netzwerkbetreibers ändert oder eine Basisstation keine Nachbarzellen anzeigt. Die beiden letztgenannten Fälle können jedoch unkritisch sein, wenn der Nutzer beispielsweise ins Ausland reist oder in der U-Bahn keinen guten Empfang mehr hat. Rupp sagt, verdächtig sei ebenfalls, wenn der Baseband-Prozessor aktiviert werde, obwohl das Gerät im Standby-Betrieb laufe. "Wenn das permanent passiert, heißt das, es versucht jemand einzudringen".

Laut Rupp erhält GSMK seit mehreren Wochen rund 300 Anfragen täglich. Vor allem in den USA steige offenbar der Bedarf an Cryptophones. Dort gibt es fast täglich Berichte über neu entdeckte Imsi-Catcher, zuletzt von mehreren im Regierungsviertel in der US-Hauptstadt Washington, wie kürzlich die Washington Post meldete. Selbst die Federal Communications Commission (FCC), die für die Funknetze in den USA verantwortlich ist, hat Interesse an dem Cryptophone gezeigt, vor allem an der Baseband-Firewall. Sie will prüfen, ob ausländische Vertretungen oder private Personen solche Imsi-Catcher aufstellen. Das ist in den USA ebenso wenig erlaubt wie in Deutschland. Allerdings kann die FCC nicht eingreifen, wenn US-Behörden selbst solche Funkmasten betreiben.

Gehärtetes Android 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,99€
  2. 2,99€
  3. 19,95€
  4. 2,99€

Bouncy 23. Sep 2014

Ich seh da keinen Unterschied, der Staat kann die Leute auch einfach noch höher...

personenschützer 23. Sep 2014

Es wäre doch spannend zu schauen, ob es auch in Deutschland Orte mit fest installierten...

p-jay91 22. Sep 2014

Hatte eure Quelle der Washington Post übersehen.Die schrieben 2 wochen später es seien...

JouMxyzptlk 22. Sep 2014

Das Klingelmonster weiß was ich davon halte dass es nicht für alle ist: http://youtu.be...

josch 22. Sep 2014

EU Sanktionsliste zum Beispiel ist frei verfügbar. http://ec.europa.eu/external_relations...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Smart Display im Test

Die ersten Smart Displays mit Google Assistant kommen von Lenovo. Die Geräte sind ordentlich, aber der Google Assistant ist nur unzureichend an den Touchscreen angepasst. Wir zeigen in unserem Testvideo die Probleme, die das bringt.

Lenovo Smart Display im Test Video aufrufen
Zulassung autonomer Autos: Der Mensch fährt besser als gedacht
Zulassung autonomer Autos
Der Mensch fährt besser als gedacht

Mehrere Jahre haben Wissenschaftler und Autokonzerne an Testverfahren für einen Autobahnpiloten geforscht. Die Ergebnisse sprechen für den umfangreichen Einsatz von Simulation. Und gegen den schnellen Einsatz der Technik.
Von Friedhelm Greis

  1. Autonomes Fahren US-Post testet Überlandfahrten ohne Fahrer
  2. Mercedes-Sicherheitsstudie Wenn das Warndreieck autonom aus dem Auto fährt
  3. Einride T-Pod Autonomer Lkw fährt in Schweden Waren aus

Recycling: Die Plastikfischer
Recycling
Die Plastikfischer

Millionen Tonnen Kunststoff landen jedes Jahr im Meer. Müllschlucker, die das Material einsammeln, sind bislang wenig erfolgreich. Eine schwimmende Recycling-Fabrik, die die wichtigsten Häfen anläuft, könnte helfen, das Problem zu lösen.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Elektroautos Audi verbündet sich mit Partner für Akkurecycling
  2. Urban Mining Wie aus alten Platinen wieder Kupfer wird

Bundestagsanhörung: Beim NetzDG drohen erste Bußgelder
Bundestagsanhörung
Beim NetzDG drohen erste Bußgelder

Aufgrund des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes laufen mittlerweile über 70 Verfahren gegen Betreiber sozialer Netzwerke. Das erklärte der zuständige Behördenchef bei einer Anhörung im Bundestag. Die Regeln gegen Hass und Hetze auf Facebook & Co. entzweien nach wie vor die Expertenwelt.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. NetzDG Grüne halten Löschberichte für "trügerisch unspektakulär"
  2. NetzDG Justizministerium sieht Gesetz gegen Hass im Netz als Erfolg
  3. Virtuelles Hausrecht Facebook muss beim Löschen Meinungsfreiheit beachten

    •  /